Predigt im Grünen in Wiesenstetten: Gesamtkirchengemeinde feiert die Unterschiede

Die Besucher des ökumenischen Gottesdienstes in Wiesenstetten winken zum Abschluss fröhlich mit ihren bunten Luftballons.
Georg NeumannWas hat das Motto „Wurzeln und Flügel“ mit dem biblischen Text vom verlorenen Sohn zu tun? Dies fragten sich die zahlreichen Besucher des ökumenischen Familiengottesdienst auf der Wiese beim Dorfgemeinschaftshaus in Wiesenstetten.
Die Bibelentdecker der evangelischen Kirchengemeinde Empfingen leiteten mit einem Anspiel zum biblischen Gleichnis über, berichtet die evangelische Gesamtkirchengemeinde Mühlheim-Empfingen-Renfrizhausen in einer Mitteilung. Eine der Mitarbeiterinnen hat im Gras einen Ohrring verloren. Zusammen mit ihrer Eule Schuhu fanden die Kinder den fehlenden Schmuck schließlich.
Die Mitarbeiterin freute sich über den wieder gefundenen Ohrring. Die Gottesdienstbesucher überlegten, was der im Ohr verbliebene Ohrring bei der Suche wohl gedacht haben mag. War er neidisch, weil er nicht so viel Aufmerksamkeit bekommen hatte? Oder war er traurig über den Verlust? Pastoralreferentin Susanne Tepel aus Horb und die Prädikantin Regine Strobel aus Mühlheim gestalteten den Gottesdienst gemeinsam und hielten eine spannende Dialogpredigt, so die Mitteilung weiter.
Einer braucht Wurzeln, der andere braucht Flügel
Dem jüngeren Sohn ist es zu Hause zu eng. Er verlässt den gewohnten Bereich und sucht neue Erfahrungen. Als er sein Erbe dabei durchgebracht hat, kommt er demütig zurück und will seinen Vater um eine Anstellung als Arbeiter bitten. Der Vater geht ihm freudig entgegen und lässt ein Fest für ihn ausrichten. Sein zweiter Sohn, der bodenständig zu Hause geblieben ist und nie ein Fest mit seinen Freunden gefeiert hat, reagiert ärgerlich angesichts der empfundenen Ungleichbehandlung. Der Vater macht ihm deutlich, dass er ihn in gleicher Weise wertschätzt.
„In der Predigt wurde deutlich, dass es sich bei dem Gleichnis um eine Geschichte handelt, die Parallelen zu unseren Familien und Kirchengemeinden hat. Hier gibt es verschiedene Menschen: Den einen sind die ,Wurzeln’ wichtig, während andere Freiraum für ihr ,Flügel’ brauchen.“ Der Vater im Gleichnis, der für Gott stehe, nehme beides ernst. Dies zeige er auch mit dem Fest für den zurückgekehrten Sohn.
Jeder Besucher erhielt einen Luftballon
So stand am Ende des Gottesdienstes das Lied „Unser Leben sei ein Fest“, das – wie auch die übrigen modernen Lieder – schwungvoll von Denis Wiechert am Keyboard begleitet wurde. Zum Abschluss erhielten die Besucher einen Luftballon mit dem Refrain des Schlussliedes.