Nahwärme für Wiesenstetten?
: Mit KfW-Zuschuss startet die Quartiersstudie

Die Gemeinde Empfingen meldet Fortschritte beim Nahwärmeprojekt in Wiesenstetten. Nach Unsicherheit über Fördermittel kann das Projekt jetzt in die nächste Phase gehen.
Von
Daniel Begemann
Empfingen
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Nahwärme ist ein Thema bei der kommunalen Wärmeplanung.

Nahwärme ist auch in Wiesenstetten ein Thema bei der kommunalen Wärmeplanung. (Symbolfoto)

Saskia Scherer
  • KfW bewilligt Zuschuss für ein Quartierskonzept in Wiesenstetten – nächster Schritt startet.
  • Gefördert werden bis zu 35.253,75 Euro, das sind 75 Prozent von 47.005 Euro Gesamtkosten.
  • Die Gemeinde beauftragt die IBS Ingenieurgesellschaft, die bereits den Antrag vorbereitet hat.
  • Zentrale Inhalte der Studie: Wärmebedarf, Technikoptionen, Wirtschaftlichkeit und Varianten.
  • Vorarbeit: hohes Interesse nach Infoabend, Gemeinderat trägt den Eigenanteil von rund 12.000 Euro.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Die Gemeinde Empfingen hat die Förderzusage der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für die Erstellung eines integrierten energetischen Quartierskonzepts für den Ortsteil Wiesenstetten erhalten. Das teilt Bürgermeister Ferdinand Truffner in einer Pressemitteilung mit. Damit sei ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zu einem möglichen Nahwärmenetz erreicht. Die KfW fördert die Konzepterstellung im Rahmen des Programms „Energetische Stadtsanierung“ mit einem Zuschuss in Höhe von bis zu 35.253,75 Euro. Dies entspricht 75 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten von 47.005 Euro.

Auf Grundlage dieser Bewilligung hat die Gemeinde nun die IBS Ingenieurgesellschaft mit der Erstellung des Quartierskonzepts beauftragt. Das Ingenieurbüro hatte bereits die Vorbereitungen für den Förderantrag begleitet und verfügt über Erfahrung im Bereich kommunaler Wärmeplanung und Nahwärmekonzepte.

Planungssicherheit

„Mit der Förderzusage haben wir nun Planungssicherheit und können den nächsten Schritt gehen“, freut sich Bürgermeister Truffner. „Das Quartierskonzept liefert die fachliche Grundlage, um die technische und wirtschaftliche Machbarkeit eines Nahwärmenetzes für Wiesenstetten fundiert zu bewerten. Erst auf dieser Basis können belastbare Aussagen zu Investitionskosten, Anschlussmöglichkeiten und Wirtschaftlichkeit getroffen werden.“

Das Thema Nahwärme beschäftigt Wiesenstetten bereits seit über einem Jahr. Nachdem die BioEnergie Bittelbronn ihre Überlegungen vorgestellt hatte, stieß das Vorhaben bei einer Informationsveranstaltung auf großes Interesse. Nach Angaben der Genossenschaft signalisierten mehr als 60 Prozent der angeschriebenen Hauseigentümer grundsätzliches Interesse an einem Anschluss. Gleichzeitig wurde deutlich, dass für die weitere Planung zunächst eine Machbarkeits- beziehungsweise Quartiersstudie erforderlich ist.

Die Freude über die Bewilligung ist umso größer, da zwischenzeitlich Unsicherheit über den Fortbestand des Förderprogramms herrschte. Ende Mai hatte die KfW aufgrund der ausgeschöpften Bundesmittel einen sofortigen Antragsstopp für das Programm „Energetische Stadtsanierung“ bekannt gegeben. Bereits eingegangene Anträge sollten zwar weiterhin bearbeitet werden, allerdings nur, soweit noch Bundesmittel zur Verfügung stehen. Entsprechend groß war auch bei der Gemeinde Empfingen die Sorge, dass der bereits gestellte Förderantrag trotz fristgerechter Einreichung nicht mehr berücksichtigt werden könnte.

Freude über Zusage

Umso erfreulicher ist für die Verwaltung nun die vorliegende Förderzusage, die der Gemeinde die notwendige Planungssicherheit für die nächsten Schritte gibt. „Mit der Förderzusage haben wir nun Planungssicherheit und können den nächsten Schritt gehen. Nach dem überraschenden Antragsstopp des Förderprogramms hatten auch wir die berechtigte Sorge, dass unser Antrag leer ausgehen könnte. Umso mehr freuen wir uns, dass die KfW unseren Antrag positiv beschieden hat“, sagt Bürgermeister Ferdinand Truffner.

Auch im Gemeinderat wurde die Finanzierung der Studie im Vorfeld bereits intensiv diskutiert. Im April hatte das Gremium darüber beraten, ob die Gemeinde den erforderlichen Eigenanteil in Höhe von rund 12.000 Euro vorfinanzieren soll. Während einzelne Gemeinderäte das finanzielle Risiko hinterfragten, überwog letztlich die Einschätzung, dass die Gemeinde ein zukunftsweisendes Infrastrukturprojekt aktiv begleiten sollte. Der Gemeinderat sprach sich deshalb mehrheitlich dafür aus, den Förderantrag zu stellen und die Studie – vorbehaltlich einer positiven Förderentscheidung – in Auftrag zu geben.

Potenzial wird untersucht

In den kommenden Monaten wird die IBS Ingenieurgesellschaft gemeinsam mit der Gemeinde die energetischen Potenziale des Quartiers untersuchen, den künftigen Wärmebedarf analysieren und verschiedene technische Versorgungslösungen bewerten. Darüber hinaus werden Wirtschaftlichkeitsberechnungen erstellt und mögliche Umsetzungsvarianten aufgezeigt.

Ob und in welcher Form ein Nahwärmenetz letztlich umgesetzt werden kann, werde das Quartierskonzept aufzeigen, sagt Truffner.

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