Närrisches Ehrenamt in Salzstetten
: Narrenspiegel für den Ehrenpräsidenten

Eine besondere Auszeichnung erhielt der ehemalige Präsident des Närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu, Thomas Fischer aus Salzstetten.
Von
Klaus Ranft
Oberndorf
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Geballte Narrenprominenz (von links): Die Präsidenten Kurt Szofer (Schwarzwald-Baar-Heuberg), Thomas Fischer (Neuer Spiegelträger (Neckar Gäu), Laudator Walter Sieber (Zollernalb) und Rainer Hespeler (Hegau Bodensee).

Narrenring Neckar-Gäu

Für seine Verdienste um die schwäbisch-alemannische Fasnet wurde ihm vom Dienstältesten Präsidenten der insgesamt 14 Narrenringe, Walter Sieber (Narrenfreundschaftsring Zollernalb), die höchste Auszeichnung, der Narrenspiegel nebst Ehrenurkunde verliehen. In seiner Laudatio bezeichnete Sieber Thomas Fischer als einen Menschen, für den die Fasnet nicht nur Tradition bedeutet habe, sondern auch Zusammenhalt, Freundschaft und gelebtes Brauchtum.

Bereits als junger Bursche hatte sich der heute 61-Jährige der Fasnet verschrieben, hielt als 15- Jähriger seine erste Büttenrede und war zunächst bei der Seniorenfasnet und bei der Salzstetter Kolpingfamilie aktiv, wo er in den 1980er-Jahren Programmplanung und Moderation übernahm. Sein närrisches Handwerk lernte er von der Pike auf, trat in die damals neu gegründete Narrenzunft ein und verkörperte dort mehrere Rollen, auch die als Richter beim Salzstetter Hexentribunal.

Der jüngste Präsident im Verbund Neckar-Gäu

Er vertrat auch zeitweise den damaligen Zunftmeister Wolfgang Raidt. 1988 wurde er dessen Nachfolger und war mit 24 Jahren der jüngste Präsident im Verbund Neckar-Gäu. Dieses Amt übte er elf Jahre lang aus, wobei sein unermüdliches Engagement weit über die eigene Narrenzunft hinaus reichte. Zusätzlich zu seinem Zunftmeisteramt war er über einige Jahre hinweg auch Schriftführer des Närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu. Als Fischer 1999 nicht mehr kandidierte ernannte ihn die Narrenzunft Salzstetten zu ihrem Ehrenzunftmeister.

2016 wurde er zum vierten Präsidenten des Närrischen Freundschaftsringes Neckar Gäu gewählt. Dieses Amt übte er zehn Jahre mit Umsicht, Verlässlichkeit und großem persönlichen Einsatz aus.

Auch um das immaterielle Kulturerbe machte sich Fischer verdient. Er entwarf unter anderem den Fragebogen für den von dem Volkskundler Werner Mezger geforderten „Ehrenkodex“, der dann auch anderen Narrenvereinigungen zugänglich war und einer der vielen Höhepunkte in Fischers Amtszeit war auch das 50 jährige „Neckar-Gäu-Jubiläum“, welches 2018 in Horb gebührend gefeiert wurde. Bei der Jahreshauptversammlung 2026 wurde er zum Ehrenpräsidenten dieses 26 Zünfte umfassenden närrischen Verbandes ernannt.

Fischer, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr antrat, war für seine Narren immer da und vertrat den Ring auch nach außen in vielerlei Hinsicht. Er war einer, der sein Amt liebte und auch lebte. Allerdings nur selten auf Kosten der Ringkasse.

Seine Amtskette war Marke Eigenbau

„Sein Ring“ spiegelte sich auch in seinem Autokennzeichen (FDS – NG 1) wider und seine Amtskette, Marke Eigenbau, hatte er bei Ebay erworben und für seine Zwecke zusammengebastelt. Der Salzstetter ist letztlich der vierte Spiegelträger des Närrischen Freundschaftsringes Neckar-Gäu. Vor ihm hatten die Präsidenten Julius Fischer (Weitingen), Karl Ruoff (Ergenzingen) und Karl Heinz Schach (Egelstal) diese Auszeichnung erhalten.

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