Nachruf auf Willi Beuter: Bürgermeister in Horb, Retter des Klosters, Freund der Kirche

Willi Beuter (Mitte) wurde 2018 im Stiftungsbeirats des Horber Klosters (hier in einem Ausschnitt zu sehen) verabschiedet. Der frühere Bürgermeister von Horb ist im Alter von 97 Jahren gestorben. (Archivbild)
Peter MorlokViel hat er für die Stadt Horb und einige Vereine geleistet, doch nie wollte er im Mittelpunkt stehen. Im Alter von 97 Jahren starb Willi Beuter, langjähriges Mitglied der Kolpingfamilie, des Fischereivereins sowie 16 Jahre lang Erster Beigeordneter der Stadt Horb. Beuter war zehn Jahre beim Gemeindetag in Stuttgart, darüber hinaus Verwaltungsaktuar beim ehemaligen Landkreis Horb.
Großprojekte mitgestaltet
1971 wurde Willi Beuter vom damalige Bürgermeister Karl Haegele zur Stadtverwaltung Horb geholt. Dort wurde er Erster Beigeordneter, später dann bei der Erhebung zur großen Kreisstadt Bürgermeister (Bürgermeister Haegele wurde dann Oberbürgermeister).
Einige Großprojekte sind mit seinem Namen verbunden: die Gewerbe- und Industrieansiedlung im Heiligenfeld, die Umsetzung der Kommunalreform Anfang der 70er Jahre, die Eingliederung der damals selbstständigen 18 Dörfer in die Stadt Horb und die Einleitung der Stadtsanierung (zum Beispiel Parkhaus „Kaiser“, heute: Parkhaus Innenstadt).
Kirche und Kolpingsfamilie
1987 ging Beuter in den Ruhestand, nachdem er für zwei Amtsperioden einstimmig im Gemeinderat zum Bürgermeister gewählt worden war.
Sein Engagement für die Stadt ging jedoch weit über seine Berufstätigkeit hinaus. Willi Beuter war unter anderem langjähriges Mitglied der Kultur- und Klosterstiftung. Zusammen mit Stiftungsbeirat Peter Kramer war Beuter so etwas wie der Ur-Vater des Klostererhalts. Einer Initiative von Horber Bürgern gelang es damals, das vom Abbruch bedrohte Franziskanerinnenkloster, heute Horbs Kulturhaus, vor dem Abriss zu retten.
Engagement für die Kolpingsfamilie
Bei vielen Menschen in Horb war Willi Beuter auch durch sein Engagement für die Kolpingsfamilie und die katholische Kirchengemeinde bekannt. Er war Textautor für die Kolpingsfasnet, die in den 60er Jahren regelmäßig den Saal im ehemaligen Hotel Lindenhof bis auf den letzten Platz füllte.
Später beim Eröffnungsball der Narrenzunft in der Hohenberghalle nahm er als „Hofnarr des Grafenpaars“ über mehrere Jahre lokale und überregionale politische Begebenheiten auf die Schippe; mit viel Humor, aber ohne die Betroffenen zu verletzen. Über viele Jahre war Beuter gewählter Vorsitzender im Kirchengemeinderat und Vorsitzender des Stiftungsrats der Spitalstiftung.
Zum 650-jährigen Jubiläum der Spitalstiftung hat Willi Beuter das Buch „Spitalstiftung Horb – 650 Jahre Christliche Nächstenliebe – 1352 - 2002“ geschrieben.
Jagen, Fischen, Wandern
Zu seinem 80. Geburtstag sagte der ehemalige Pfarrer Werner: „Vieles ist nur möglich gewesen, weil Sie die Antriebskraft und das Verhandlungsgeschick hatten bei der Steinhaussanierung, der Re-Barockisierung der Stiftskirche, dem Bau des Altenpflegeheims Bischof Sproll…“
Nach seiner Pensionierung hatte er dann mehr Zeit für seine Hobbys: das Jagen, alljährliche Segelturns in Kroatien, wandern in den Bergen, wo auch viele neue Freundschaften geschlossen wurden. Willi Beuter war auch für den Fischereiverein Horb engagiert. Einige Jahrzehnte lang war er für den Verein aktiv.
70 Jahre Mitglied im Jagdverband
Willi Beuter war über 70 Jahre lang Mitglied im Deutschen Jagdverband der Kreisjägervereinigung Freudenstadt sowie des Hegeringes 9/Horb. Nach der Kreisreform 1974 war er der Vertreter der Horber Jäger beim Kreisjagdamt Freudenstadt und von 1988 bis 1996 Leiter des ehemaligen Horber Hegeringes 10. 20 Jahre lang war er zudem Prüfer bei Jägerprüfungen für das Fach Jagd- Tier- und Naturschutzrecht.
Sehr wichtig waren ihm schließlich auch Familienwanderungen mit seiner Frau, seinen Kindern und Enkeln.