Musikverein Bierlingen
: Walzer im Ballsaal mit Kaiserin „Sisi“

Für den Musikverein Bierlingen war das Jahreskonzert in Wachendorf der musikalische Höhepunkt. Jugendkapelle und Orchester sorgten für einen genussreichen Abend.
Von
Marzell Steinmetz
Oberndorf
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Das Blasorchester des Musikvereins Bierlingen mit Dirigentin Birgit Wohlhüter bot beim Jahreskonzert ein abwechslungsreiches Programm.

Marzell Steinmetz

Mit einem „hervorragenden Erfolg“ hat der Musikverein „Eintracht“ Bierlingen das diesjährige Wertungsspiel in Rangendingen abgeschlossen. Dieses hohe Niveau bestätigten die Musiker am Sonntag eindrucksvoll bei ihrem Jahreskonzert in der nahezu voll besetzen Wachendorfer Mehrzweckhalle.

Bevor allerdings die Aktiven auf der Bühne Platz nahmen, zeigte Frank Faiß mit der Jugendkapelle, dass Nachwuchsarbeit im Verein einen hohen Stellenwert hat und mit zum Erfolg der Aktiven-Kapelle beiträgt. Die 24 Jugendlichen spielten den Welthit „The River Kwai March“ mit der gepfiffenen, eingängigen Erkennungsmelodie zu Beginn und anschließend das für Jugendorchester geschriebene Konzertwerk „Oriental Postcards“. Hier wurden musikalische Ausflüge zur Sphinx und zu den Pyramiden in Ägypten unternommen, bevor es in die Wüste und im Orient-Express wieder heimwärts ging.

Junge Solisten verdienen sich einen Sonderapplaus

Der „Saxophone Rag“ von Scott Joplin brachte Schwung in die Halle. Die jungen Solisten Kai Lappat, Ceyda Lohmiller und Cedric Sklorz verdienten sich bei diesem Stück den Sonderapplaus des Publikums. Mit „Ramona“, „My Boy Lollipop“ und „Rote Lippen soll man küssen“ ließen die Jungmusiker alte Schlager wieder aufleben. Der Choral „Die Nacht“ sorgte für einen besinnlichen Ausklang.

Frank Faiß dirigiert die Jugendkapelle.

Foto: Marzell Steinmetz

Einen Eindruck von dem, was beim Wertungsspiel, verlangt wird, bekamen die Zuhörer gleich bei der Eröffnung des Konzerts durch das Blasorchester verliehen. „Lord Tullamore“, komponiert vom Niederländer Carl Wittrock, war in Rangendingen ein Pflichtstück, und das hatten die Aktiven immer noch bestens drauf. Trommelschläge leiteten das mitreißende Werk ein. Das 46-köpfige Orchester entfaltete hier gleich seinen vollen Sound. Trommel- und Pfeifenklänge versetzten die Zuhörer beim „Marche de soldads de Robert Bruce“ von Guido Rennert ins 14. Jahrhundert zurück nach Schottland. Dieser Konzertmarsch wird gerne auch bei Kirchenkonzerten oder beim Zapfenstreich gespielt.

Dieter Hähnle (links) vom Kreismusikverband ehrte die langjährigen Musiker Marian Brand und Anton Noll. Mit auf dem Foto sind die Vorstände Eberhard Duffner (Zweiter von links) und Jessica Deuble (rechts).

Foto: Marzell Steinmetz

In die Pause ging es mit „Sisi“: Otto M. Schwarz hat diese Komposition der reisefreudigen österreichischen Kaiserin gewidmet, bekannt auch für ihre Schönheit, ihren Kleidungsstil und nicht zuletzt für ihre Sehnsucht nach Freiheit. Entsprechend vielschichtig und variantenreich sind die einzelnen Teile. Technisch wie rhythmisch durchaus herausfordernd: So wenn es vom Marsch in den Walzer überwechselt und sich der Zuhörer unvermittelt in einem großen Ballsaal wiederfindet. Die Übergänge und Rhythmuswechsel klappten sehr gut, Dirigentin Birgit Wohlhüter hatte das Orchester auch jederzeit im Griff.

Das Thema Reisen prägte den Konzertabend

Es ging nach Spanien. Das Stück „Rolipops“ ließ die ungemütlichen Temperaturen bei den feurigen Trompetenklängen in der Stierkampfarena vergessen. Die Solisten waren Sebastian Duffner (Trompete), David Faiß und Jochen Wohlhüter (beide Flügelhorn). Ein weiterer Höhepunkt im zweiten Konzertteil waren die „Songs from the Musical Cats“ von Andrew Lloyd Webber, darunter der Hit „Memory“, den das Orchester einfühlsam und berührend zu Gehör brachte.

Zehn Jugendliche sind für bestandene Leistungsprüfungen ausgezeichnet worden.

Foto: Marzell Steinmetz

Es gab lang anhaltenden Beifall, und natürlich wurden die Musiker nicht ohne weitere Zugaben entlassen. Nach der „Salletmayr Polka“ hätte das begeisterte Publikum durchaus noch gern mehr gehört.

Auszeichnungen für Nachwuchs und Aktive

„Eine ganz starke Jugendkapelle“
, lobte Dieter Hähnle vom Kreismusikverband Neckar-Alb. Das kommt auch nicht von ungefähr. Hähnle zeichnete zehn Nachwuchsmusiker für die bestandenen D1-, D2- und D3-Prüfungen aus.

Zu dem gelungenen Konzert
gratulierte Dieter Hähnle vom Kreismusikverband ganz besonders Dirigentin Birgit Wohlhüter und versprach, im nächsten Jahr wiederzukommen.

Er hatte an dem Abend aber noch eine weitere Aufgabe:
Hähnle ehrte zwei langjährige Musiker. Für 20 Jahre zeichnete er Marian Brand und für 50 Jahre Anton Noll aus. Dieser erhielt neben der Urkunde die Ehrennadel in Platin.

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