Mehrzweckhalle Hemmendorf: Treffpunkt für Begegnung und Gemeinschaft

Ortsvorsteher Thomas Braun begrüßt zur Einweihungsfeier zahlreiche Besucher in der neuen Mehrzweckhalle.
Marzell Steinmetz„Wir haben gute Laune“, sangen die Kindergartenkinder. Die Grundschüler zeigten sich bei ihrem musikalischen Beitrag froh darüber, dass sie jetzt nicht mehr mit dem Bus nach Dettingen zum Sportunterricht fahren müssen. Hemmendorf habe jetzt seine eigene Halle und ist, fanden die Kinder, „damit noch schöner“. Bei der Einweihung am Samstagnachmittag war sie komplett belegt.
Nach viereinhalbjähriger Planungs- und Bauzeit ist ein schmuckes Gebäude entstanden – innen wie außen. Die „Welle“ auf dem Dach gibt der Hemmendorfer Mehrzweckhalle direkt am Sportplatz das architektonische Alleinstellungsmerkmal.
Die neue Halle wird den Ort bereichern
Ortsvorsteher Thomas Braun ist überzeugt: Die neue Halle wird die „Vereins- und Kulturlandschaft in unserem Ort nachhaltig bereichern und verändern.“

Die Mehrzweckhalle steht direkt am Sportplatz.
Foto: Marzell SteinmetzDer Musikverein Hemmendorf hatte die Veranstaltung eröffnet. Ortsvorsteher Braun begrüßte unter anderem Oberbürgermeister Stephan Neher, die Bürgermeisterinnen Annette Schwieren und Manuela Beck, Landrat Hendrik Bednarz und den Landtagsabgeordneten Lede Abdal zu der Einweihungsfeier. „Wir feiern, was möglich wird, wenn Menschen gemeinsam an etwas arbeiten“, sagte Braun. An dem Hallenbau hätten viele mitgewirkt - Verwaltung, Gemeinde- und Ortschaftsrat, Vereine und Bevölkerung.

Die Grundschüler gestalten das Programm mit.
Foto: Marzell SteinmetzAngefangen hatte es mit der Gründung des Kultur- und Fördervereins 2016, der es sich zur Aufgabe gemacht hatte, 160 000 Euro zu erwirtschaften. Um Einnahmen zu erzielen, wurde „Rock am Damm“ aus der Taufe gehoben. Das Festival locke jedes Jahr 1500 Besucher nach Hemmendorf. Im kommenden Jahr werde es auf jeden Fall nochmals stattfinden, kündigte Braun an.

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Schwarzwälder BoteDer Förderverein übernahm Bewirtungen, sammelte Spenden, Eigenleistungen kamen dazu. Jung und Alt waren dabei gewesen, als in einer Gemeinschaftsaktion 837 Quadratmeter Pflastersteine an der Halle verlegt wurden, berichtete der Ortsvorsteher. Mit der Halle hätten die Hemmendorfer nun einen Treffpunkt, der Begegnung ermögliche und Gemeinschaft wachsen lasse. Hier wünsche er sich Bewegung, Musik und Feste, aber auch einen pfleglichen Umgang mit dem Gebäude und dem Inventar.
Die Kosten liegen am Ende bei 5,12 Millionen Euro
Oberbürgermeister Stephan Neher dankte allen Beteiligten. Der Hallenbau habe am Ende 5,12 Millionen Euro gekostet. Er hoffe, dass die Halle nun mit Leben erfüllt und und zu einem Begegnungsort für alle Generationen werde.
Die Grußworte
Der neu gewählte Landrat Hendrik Bednarz
, der das Hallenprojekt in Hemmendorf noch als vorheriger Rottenburger Finanzbürgermeister begleitet hatte, betonte, dass es „gut angelegtes Geld sei, wenn wir es in die Ortschaften investieren.“ Die Halle habe eine soziale Funktion, mache den Ort interessanter und attraktiver.
Der Baubeginn
war vor zwei Jahre mit dem Baggerbiss. Eine „Halle für alle“ zu bauen, sei das Ziel gewesen, berichtete Architekt Jochen Schmid vom Reutlinger Büro Hartmaier und Partner. Das Gebäude mit seiner außergewöhnlichen dynamischen Dachform ist funktional durchdacht. Der Hallenraum kann in zwei Teile abgetrennt werden, das Foyer zusätzlich für Gymnastik genutzt werden. 150 Kubikmeter Holz seien verarbeitet worden. Es sei gelungen, ohne Schallschutzmaßnahmen eine gute Akustik zu erreichen und somit Geld zu sparen. Ausgestattet ist die Mehrzweckhalle mit Wärmepumpe sowie Photovoltaik auf dem Dach. Schmid: „Es ist ein Nullenergiehaus in der Bilanz.“ Doch auch an den Vogelschutz wurde bei der Verglasung gedacht. Der Architekt betonte, dass das Budget eingehalten wurde. Bei den Preissteigerungen der vergangenen Jahre sei das nicht selbstverständlich. Was ihm besonders wichtig war: „Der Bau verlief unfallfrei.“
Für Volker Derbogen
vom Kultur- und Förderverein war das ein langersehnter Tag. Er hatte den Scheck über 122 000 Euro mitgebracht. Für weitere 38 000 Euro hatten die Vereinsmitglieder Eigenleistungen erbracht. Außerdem gab es vom Württembergischen Landessportbund einen Zuschuss von 57 000 Euro.