Projekt „CCC-Integrativ“
: Uni Tübingen stellt Krebsberatungskonzept vor

Erfolgreiches Projekt „CCC-Integrativ“ sichert Beratung zu Komplementärmedizin für Krebspatienten.
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(red/pm)
Oberndorf
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Die Diagnose Krebs kommt oft unerwartet.

picture alliance / dpa Themendienst

Jährlich erkranken rund 50.000 Menschen im Land neu an Krebs, etwa 450.000 leben mit oder nach einer Tumorerkrankung. Die Diagnose kommt oft unerwartet – neben einer guten medizinischen Behandlung ist auch verlässliche Orientierung im Umgang mit ergänzenden Verfahren entscheidend.

Yoga, Akupunktur, Meditation oder pflanzliche Präparate können die Lebensqualität steigern, bergen aber auch Risiken, etwa durch Wechselwirkungen mit Krebstherapien. Das vom Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) geförderte Projekt CCC-Integrativ hat deshalb ein evidenzbasiertes Beratungsangebot zu Komplementärer Medizin und Pflege (KMP) für onkologische Patienten entwickelt und erfolgreich an den vier onkologischen Spitzenzentren in Freiburg, Heidelberg, Tübingen und Ulm etabliert – mit Unterstützung der AOK Baden-Württemberg. In der Projektphase wurden über 1000 Betroffene beraten.

Langfristige Sicherung und Auszeichnungen

Im Mai 2025 entschied der G-BA, die Projektergebnisse langfristig zu sichern und an Fachgesellschaften, Beratungsstrukturen und weitere onkologische Akteure weiterzugeben. CCC-Integrativ wurde mehrfach ausgezeichnet: 2. Preis beim Innovationspreis des Hauptstadtkongresses (Juni 2025); Sonderpreis „Interprofessionelle Gesundheitsversorgung“ beim MSD-Gesundheitspreis (November 2024) und Wissenschaftspreis Komplementärmedizin der Natum im November 2024. Die Preise würdigen die hohe wissenschaftliche Qualität, Patientenorientierung und die gelungene Integration in die Versorgungspraxis.

Beratung in der frühen Krankheitsphase

Das Angebot richtet sich an Krebspatientinnen und -patienten in den ersten zwölf Monaten nach der Diagnose. Es umfasst mindestens drei Beratungen – persönlich, digital oder telefonisch – durch speziell geschulte ärztliche und pflegerische Fachkräfte im interprofessionellen Setting. Inhalte basieren auf der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz zu komplementären Verfahren.

Fortführung durch AOK Baden-Württemberg

Bereits 2023 schloss die AOK Baden-Württemberg einen Vertrag zur besonderen Versorgung, um das Angebot an allen vier CCC-Standorten dauerhaft zu sichern. Versicherte, die die Kriterien erfüllen, können kostenfrei teilnehmen. Eine Ausweitung auf weitere Krankenkassen ist geplant.

Damit steht in Baden-Württemberg nun ein bundesweit beachtetes Modell für qualitätsgesicherte, integrative Onkologie bereit – sektorenübergreifend, wissenschaftlich fundiert und nachhaltig.

Weitere Informationen: www.medizin.uni-tuebingen.de/de/ccc-integrativ

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