Malteser Rottenburg: Hilfsorganisation feiert Jubiläum

Ein großer Teil der rund 40 Ehrenamtlichen der Rottenburger Malteser stellten sich zum Gruppenfoto auf.
Peter MorlokWas vor drei Jahrzehnten klein begann, ist heute ein fester Bestandteil der Rottenburger Stadtgemeinschaft: Seit 1995 engagieren sich die Malteser mit Leidenschaft und vollem Einsatz im Sanitäts- und Rettungsdienst, in der Rettungshundestaffel, in der Breitenausbildung, im Hausnotruf, im Hospiz sowie in den Besuchs- und Begleitdiensten für die Menschen in der Region.
Stadtbeauftragter Karlheinz Grimm, der Mann der ersten Stunde und sein designierter Nachfolger im Ehrenamt Sören Hummel, der derzeit (noch) den Sanitätsdienst leitet, erklärten im persönlichen Gespräch kurz die Hintergründe, die vor 30 Jahren dazu führten, dass die Malteser auch in der Domstadt ansässig wurden. „Die Malteser sind eine katholische Hilfsorganisation und da lag es nahe, dass wir auch hier am Bischofssitz eine Gruppe gründen“ brachten sie es auf den wesentlichen Punkt. „Vor fünf Jahren kam dann auch noch der professionelle Rettungsdienst dazu, den wir Ehrenamtlichen begleitend unterstützen“ erklärten die beiden und ergänzten, dass die oben genannten Bereiche zu ihren wesentlichen Aufgaben zählen.
Einblicke im Schatten der St. Moritz-Kirche
Um der Bevölkerung einen Einblick in ihre breitgefächerte Arbeit zu geben, luden die Malteser alle Interessierten zu einem Tag der offenen Tür ein. Im Schatten der St. Moritz-Kirche konnte man das Training der Rettungshunde, in diesem Fall der Trümmersuchhunde live miterleben, einen Blick in einen der Rettungswagen werfen sowie an unterschiedlichen Ständen Einblicke in Sanitäts- und Rettungsdienst, Hausnotruf, Hospiz- und Besuchsdienst erhalten.
Besonders engagiert wurde von Verena Lazios gemeinsam mit einem ihrer Kollegen das Reanimationstraining an einer Übungspuppe demonstriert. „30-mal, am besten im Takt vom Bee Gee-Hit „Stay Alive“ (Am Leben bleiben) ungefähr fünf Zentimeter drücken, dann mit zurückgelehntem Kopf beatmen und das Ganze so lange wiederholen, bis der Rettungswagen da ist“ sagte sie und erklärte, dass ein Takt von 100 bis 120 Schlägen in der Minute ideal ist für so eine Rettungsmaßnahme und man mit den fünf Zentimetern Tiefe, die man ungefähr drücken sollte, gut das Herz erreicht.
Auf die Frage, ob sie das schon einmal bei einem realen Notfall einsetzen musste, sagte die junge Frau wie selbstverständlich und völlig unaufgeregt: „Ja, bei einem Arbeitskollegen. Der bekam mitten im Betrieb einen Herzinfarkt und den habe ich so gerettet“. Cool.
Cool waren auch die Hunde. Die Trümmersuchhunde kletterten über Leitern oder Leitern hoch, schlüpften durch enge Öffnungen und balancierten auf Wippen. Trainerin Verena Roth verriet, dass man für diese Art von Rettungshund angstfreie, mittelgroße, menschenfreundliche Hunde braucht, die sich gut motivieren lassen. „Die Ausbildung dauert zwei bis drei Jahre; dies gilt auch für die Flächensuchhunde, die beim Auffinden von in Not geratenen Personen zum Einsatz kommen.“ Gut nachgefragt wird auch das Angebot der Besuchshunde, die gerngesehene Gäste in Altenheimen, Kindergärten und dergleichen sind.
Rund 40 Ehrenamtlichen sind vor Ort aktiv
Insgesamt konnte man bei diesem „Tag der offenen Malteser-Tür“ einen umfangreichen Gesamteindruck über die Arbeit dieser Hilfsorganisation gewinnen, die mit rund 40 Ehrenamtlichen vor Ort war und deren Wirken heute aus Rottenburg nicht mehr wegzudenken ist.
Mit einem Festgottesdienst, den Weihbischof Renz zelebrierte und einem anschließenden Empfang mit Reden, Ehrungen und gemeinsamen Abendessen ging dieser besondere Tag für die Rottenburger Malteser zu Ende.