Konzert nach Kappel-Renovierung
: Haslemere und Horb feiern musikalisch ihre Partnerschaft

Gäste aus Haslemere in Horb: Das erste Konzert nach der Sanierung der Kappel bringt englische und deutsche Stimmen in perfektem Einklang zusammen.
Von
Norbert Gessler
Oberndorf
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Eindrucksvolles Konzert in der renovierten Kapell – der Kammerchor aus der Horber Partnerstadt Haslemere und der Chor der Horber Musikschule begeisterten.

Norbert Gessler

„Meine Sprache versteht die ganze Welt“, sagte einst Beethoven. Dafür war das Konzert am vergangenen Sonntag in der Kappel mit den Kammerchor aus der Horber Partnerstadt Haslemere und dem Chor der Horber Musikschule der überwältigende Beweis. Bei den Partnerschaftstreffen zwischen dem englischen Haslemere und Horb gehört es wie selbstverständlich dazu, dass gemeinsam musiziert wird. So auch dieses Mal. Die Chorleiter Clive Osgood und Christoph Schmitz hatten mit Norbert Gessler ein interessantes und abwechslungsreiches Programm zusammengestellt.

Beide Chöre sangen a cappella, also ohne Instrumentalbegleitung, was für jeden Chor ein absoluter Prüfstein ist. Diese Herausforderung haben beide Chöre glänzend gemeistert. Das Konzert war zugleich das Eröffnungskonzert nach einer umfangreichen Renovierung.

Klare Stimme, brillante Instrumentalisten

Pastoralreferentin Susanne Tepel hieß die englischen Gäste herzlich willkommen, dann erklang „Mirth, admit me“ von Georg Friedrich Händel. Bei dieser Arie unterstützten Norbert Gessler mit dem „Corno da caccia“ und Clive Osgood an der Ogel die Mezzosopranistin Ute Brandmaier, deren wunderbare klare Stimme den weiten Kirchenraum füllte. Nach der Toccata in d Moll (BWV 538), von Clive Osgood brillant gespielt, und einem Adagio für Horn und Orgel von Bernardo Marcello, mit Ute Brandmaier am Horn, traten beide Chöre mit dem Kanon Abendstille überall und dem Chorsatz „Nun ruhen alle Wälder“ von Johann Sebastian Bach auf.

Die Chöre aus Haslemere und Horb beim Konzert in der Kappel

Foto: Norbert Gessler

Es folgte der Musikschulchor Horb mit weiteren Abendliedern, wobei der von Christoph Schmitz gut vorbereitete Chor mit seinem homogenen Klang und fein herausgearbeiteten einzelnen Chorstimmen beeindruckte. Der Bogen spannte sich von Melchior Vulpius‘ „Hinunter ist der Sonnenschein“ über Mozart und Brahms bis Max Reger, wobei das sechsstimmige Abendlied „Bleib bei uns, denn es will Abend werden“ von Rheinberger sicher einer der Höhepunkte war.

Zwischen den Chorwerken sang Ute Brandmaier das Wiegenlied „Guten Abend, gut Nacht“ von Brahms und „Im Abendrot“ von Schubert, wobei sie – nicht wie üblich vom Klavier – sondern von Christoph Schmitz mit der Gitarre begleitet wurde. Dies verlieh den beiden Liedern einen wunderbaren Reiz.

Kleiner Chor, großer Klang

Nun kam der Kammerchor aus Haslemere. Clive Osgood, Organist und Chorleiter an der St. Christopher Church in Haslemere, spannte den Bogen seiner Chorstücke mit den Komponisten Thomas Tallis, William Byrd und Orlando Gibbons vom Elisabethanischen Zeitalter bis zur zeitgenössischen Musik. Am Ende erklang mit dem Chorsatz Pie Jesu eine Komposition von Clive Osgood, die damit zur Uraufführung gelangte. Der nur mit zehn Sängerinnen und Sängern besetzte Chor aus Haslemere begeisterte die Zuhörer mit seiner differenzierten Klanggestaltung und seiner Klangfülle.

Zwischen den Chorsätzen entführten Horn-Tunes in die höfische Welt des englischen Barock. Hierbei ergänzte Chritopher Tibbs mit dem Flügelhorn Ute Brandmaier und Norbert Gessler zum Horntrio.

Beide Chöre sangen am Schluss nochmals englische Chorwerke „Abide with me“ von William Monk, „The day thou gavest“ von Clement Scholefield und als Zugabe den achtstimmigen Kanon von Thomas Tallis „All praise to thee“. Dieses Konzert zeigte, wie die Musik als verbindendes Element aus der Partnerschaft nicht mehr wegzudenken ist.

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