Konzert in Tumlingen: Schwäbischer Konzertabend begeistert das Publikum

Die Heiligen3Zemmerner begeisterten das Publikum in Tumlingen.
Harmonie THCEinen guten Riecher hatte der Eventverantwortliche des Gesangvereins Harmonie Tumlingen-Hörschweiler-Cresbach „THC“, als er die Heiligen3Zemmerner für das Konzert am vergangenen Samstag nach Tumlingen verpflichtete.
Getreu ihrem Motto: Wir können auch hochdeutsch, aber mir wellet net, startete das Programm mit dem Titel „I schwätz schwäbisch“ von Hank Häberle. Mit Gitarre, Schlagzeug, Bass, Ukulele und Mundharmonika sowie Acapella-Gesang beleuchtete das Trio aus Heiligenzimmern die Schwaben in unterschiedlichen Rhythmen, unter anderem mit Country, Rock und Reggae in allen möglichen Facetten. Dass sie dabei den Geschmack des Publikums trafen, war gleich zu Beginn des Programms festzustellen. Mit dazu beigetragen haben nicht nur die Liedvorträge sondern auch die Ansagen, die immer wieder gegenseitige Frotzeleien der drei Musiker enthielten, und die ebenfalls zu vielen Lachern im Publikum führte und mit Beifall bedacht wurde.
So mancher Begriff wurde seit Jahren nicht verwendet
Eingefleischte Schwaben hörten an diesem Abend immer wieder Begriffe und Redewendungen, die ihnen seit Jahren nicht mehr untergekommen waren. Neuschwaben und Reigschmeckte verstanden nicht immer jedes Wort, was der Freude über die Vorträge und dem Beifall keinen Abbruch tat.
Im Laufe des Abends wurden die Vorlieben und Eigenschaften der Schwaben besungen. Sei es das Lieblingsessen „G‘schupfte Nudla“ oder „Henner koine Mauldascha do?“ Der bruttelnde und schimpfende Schwabe wurde mit dem Titel „Sapperlot, jesses Gott“ bedacht. Die Landespolitik bekam mit „Welcome in the Länd“ ihr Fett ab. Dass der Ausdruck „Leck mich am Arsch“ im Schwäbischen keine Beleidigung darstellen muss, war aus dem Lied von Friedel Kehrer „L.m.d.a.A. i schwätz wie i will“ zu entnehmen. Der Jugend und der vergangenen Zeiten wurde mit „Gaigla“ von Sebastian Blau, „Ma isch oifach koa Kerle mai“ und „I fahr GTI“ nachgetrauert und Tribut gezollt.
Die historisch verbriefte Kehrwoche, überwacht von der peniblen Hausmeisterin „Frau Nägele“, Original von der Gruppe Erotic expousch’n, verdeutlichte die Leiden eines männlichen Singels in einem schwäbischen Mehrfamilienhaus. Der Gegensatz zur Ordnungsliebe wurde mit „So ein Schlamper“ von Bernd Kohlhepp offen gelegt. Auch die Jugendlieben wurden mit „Hey Liselotte“ von Gsälzbär und dem Vokaltitel „Badkapp“ von die Fünf in Erinnerung gerufen.
Aber auch die alltäglichen und zwischenmenschlichen Probleme wurden nicht vergessen. „Was ma net elles sott“, und „Heit nemme ond morga net glei“, „Schuk mi net om“, alle von Stumpfes Zieh und Zupfkapelle, „Halt doch oifach mol die Gosch“ von So semmer halt und „No ned hudla“ von MC Bruddaal nahmen sich dieses Themas an. Das Festhalten am Althergebrachten und die Ablehnung technischer Errungenschaften wurden mit „Kender des got“, aus der Feder von Bernd Kohlhepp, besungen.
Begeisterter Applaus und mehrere Zugaben
Der begeisterte Applaus führte zu mehreren Zugaben in denen mit „Reggi, reggi die uf“, „Guck, guck i han a UFO g’seha“ schwäbische Klassiker gespielt wurden. Mit dem Schlusstitel „Hoim ins Schwobaland“ (Country Roads) von Hank Häberle erinnerte das Trio an die Heimatliebe und die Sehnsucht der Auslandsschwaben nach ihrer Heimat.
Nachdem der zweite Vorsitzende der Harmonie THC, Hacke Romann, in seinem Schlusswort die drei Musiker Martin Stehle (Maddin), Robert Schellhammer (Spress) und Hermann Bächle (Hermi) unter viel Beifall nochmals einzeln vorstellte, wurde noch gemeinsam der „Bajazzo“ gesungen.