Konzert in Dettingen: Ein Konzert, zwei Dirigenten, viel Applaus

Die Dettinger Musikkapelle verzauberte die Zuhörer beim Jahreskonzert in der Schlossscheuer.
Michael HengerVorsitzender Rolf Sikeler begrüßte die Konzertbesucher in der voll besetzten Schlossscheuer. Für die Aktiven war dieses Konzert wie immer ein Höhepunkt im Jahreskalender. Dieses Mal kam noch ein Dirigentenwechsel dazu. Durch das Programm führte wie immer souverän Querflötistin Melanie Sattelberger.
Los ging es feierlich und schwungvoll mit dem „Theater- Marsch“ von Johann Österreicher. Die ersten drei Stücke hatte noch Volker Wälde einstudiert, der sie auch dirigierte. Der nächste musikalische Schritt ging in Richtung großes Kino mit dem Stück „Symphonic Marches“. Die Kapelle spielte eine konzertante Marschfassung würdevoll und zugleich kraftvoll. Im nächsten und für Volker Wälde letztem Stück als Dirigent wurde es kriminell. Wälde hat das Stück „Time for Crime“ selber arrangiert und damit zum Abschied seinen musikalischen Fingerabdruck hinterlassen. Darin enthalten waren die Filmmelodien von Tatort, Miss Marple, Derrick und „Der Kommissar“. Mit ihren Solis begeisterte Melanie Sattelberger (Querflöte) und Patrick Burt (Klarinette).
Dein Einstand gemeistert
Weiter ging es mit dem neuen Dirigenten Patrick Burt, der sich als erstes Stück eine Gipfeltour ausgesucht hatte. Mit jedem Takt ein Schritt nach oben, jede Melodie ein kleines Lager auf dem Weg nach oben, und die Aussicht wurde mit jedem Ton spektakulärer. Mit dem Stück „Mt. Everest“ meisterte der neue junge Dirigent grandios seinen Einstand, und von Nervosität war nichts zu spüren. Das Publikum dankte mit kräftigem Applaus zum Einstand.

Nach 28 Jahren gab Dirigent Volker Wälde (links) den Taktstock an Patrick Burt weiter.
Foto: Michael HengerDie musikalische Reise ging nun nach England. Mit dem Stück „English Folksong Suite“ von Ralph Vaughan Williams entführte die Kapelle die Zuhörer in die sanften Hügel Englands, und zwar in drei Sätzen. Start war der Marsch, gefolgt vom Intermezzo und zum Ende wieder einem Marsch.
Tradition und Impression
Nach der verdienten Pause reiste die Kapelle musikalisch in den Schwarzwald. Das Stück „Silva Nigra“ verbindet Tradition und Impressionismus auf brillante Weise. Zu Beginn erklang ein süß-melancholischer Ruf des Waldhorns, kommentiert von der Trompete. Die Melodie machte die Schwarzwaldlandschaft spürbar und man hörte auch musikalisch den Kuckuck. Mit dem „Aladdin Medley“ mit den bekannten Melodien „Friend Like Me“, „A Whole New World“ und „Prince Ali“ traf die Wunderlampe auf den fliegenden Teppich, und ein listiger Dschinn brachte dem Orchester jede Menge musikalische Abenteuer ein.
Der rockige Teil
Nach dem Märchenzauber wurde es rockig in der Scheuer. Die Kapelle zauberte „Toto in Concert“ mit den bekannten Stücken „Childs Anthem“, „Africa“, „I Will Remember“ und natürlich „Rosanna“ in die Scheuer. Die komplexen Rhythmen und raffinierten Harmonien meisterte die Kapelle meisterhaft. Mit der „Nostalgie Polka“ endete ein gelungenes Jahreskonzert.
Gratulation vom Opa
Natürlich durfte die Kapelle mit ihrem neuen Dirigenten nicht einfach so von der Bühne, zumal Burt sein erstes Konzert souverän meisterte. Sein Opa Rudi Wiechert war von der Arbeit seines Enkels begeistert und gratulierte als Erster zum gelungenen Einstand als Dirigent. Das war der „Ritterschlag“ des Ehrendirigenten. Natürlich war der ganze Saal vom neuen musikalischen Wind begeistert.
Mit den zwei Zugaben „Funiculi Funicula“ und „Venite Adoremus“ endete ein grandiose Jahreskonzert, und die Besucher zollten kräftigen Applaus. Der Vorsitzender ergänzte zum Schluss: „Das ist der Anfang heute, lieber Patrick, von unserer gemeinsamen musikalischen Reise, und es bleibt spannend, wo sie hingeht.“
Der neue Dirigent
Die Taktstock-Übergabe
Nach langem Applaus übergab der 73- jährige Volker Wälde den Taktstock an seinen 33- jährigen Nachfolger Patrick Burt. Wobei Wälde mit seinem Waldhorn Platz auf der Bühne einnahm und das Konzert als Musiker bereicherte. Die Zuhörer waren gespannt, wie Burt seinen Dirigenteneinstand gibt. Zumal der neue Dirigent aus den eigenen Reihen kommt. Zudem ist ihm die Musik schon in die Wiege gelegt worden. Sein Opa Rudi Wiechert (Ehrendirigent) leitete 16 Jahre lang bis 1997 die Kapelle. Wobei sein Vater Klaus aktiv dabei ist und seine Mutter Silvia Burt jahrelang in der Kapelle aktiv war.