Kakteen-Papst aus Empfingen
: So war Dopps Auftritt bei „Sag die Wahrheit“ im SWR

Sie hatten ihn ganz schön bearbeitet, damit er teilnimmt. Holger Dopp aus Empfingen – Herr über den Kakteengarten Horb – machte als Kakteen-Papst bei „Sag die Wahrheit“ im SWR-Fernsehen mit. Wir sagen, wie sein TV-Auftritt lief. Achtung. Spoileralarm!
Von
Florian Ganswind
Oberndorf
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Holger Dopp mit Kakteen, die er mit ins TV-Studio gebracht hatte – als Kandidat von „Sag die Wahrheit“ könnte er in die Geschichtsbücher der Sendung eingegangen sein.

SWR

„Ich bin Holger Dopp, der Kakteen-Papst“ – gleich drei Mal erklang dieser Satz zum Start der Sendung „Sag die Wahrheit“, die am Montagabend um 22 Uhr erstmals im SWR-Fernsehen ausgestrahlt wurde (in der ARD-Mediaethek verfügbar). Das Konzept der Sendung seit vielen Jahrzehnten: Drei Kandidaten behaupten, eine bestimmte Person zu sein. Zwei flunkern, eine ist die richtige. Oder wie es in der Sendung zum Anfang von der weiblichen Stimme aus dem „Off“ heißt: „Nur einer der Kandidaten liebt seine stachligen Freunde – und für ihn heißt es jetzt: Sag die Wahrheit.“

Für alle, die Holger Dopp kennen (und das sind viele), war natürlich der Ratespaß begrenzt. Aber umso spannender war dafür, wie sich der echte Holger Dopp auf Position drei präsentierte, wie sich seine „Dopp(el)gänger“ verkauften und wie das Rateteam am Ende abstimmte. Die Promis, die den echten Dopp entlarven wollen, sind Kim Fisher, Pierre M. Krause, Hadnet Tesfai und Ralph Morgenstern. Smudo, Sänger der Fantastischen Vier, hatte Pause.

Ehefrau assistiert dem Kakteen-Doktor

Zunächst erzählt Moderator Michael Antwerpes etwas über Dopp. Grobe Zusammenfassung: Er züchte Kakteen, schon als Kind hätten ihn „die stachligen Gesellen“ begeistert. Dopp habe rund 50.000 Exemplare, was jeden Tag viele Stunden Arbeit bedeute. Seine Frau helfe. Auch die Kakteen-Klinik und die Arbeit als Kakteen-Doktor wird erwähnt. „Manchmal wird mir auch einfach verwaiste Kakteen vor die Tür gestellt“, zitiert Antwerpes Dopp in leicht weinerlichem Ton.

Das Studio ist mit Kakteen dekoriert. Natürlich zeichnet sich der Empfinger dafür verantwortlich. Er brachte die vielen Exemplare mit.

Erste Hürde: das richtige Gießen

Kim Fisher legt los und bekennt, dass sie selbst Kakteen habe, aber nicht alle überleben würden. „Manche schaffen’s, manche schaffen’s nicht.“ Kandidat eins, optisch gesehen ein prächtiger „Kakteen-Papst“, gibt zunächst den Tipp, nicht zu viel zu gießen. Eine sichere Nummer, denn dieses Basiswissen hat wahrscheinlich jeder – vom Amateur bis zum Papst.

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Schwarzwälder Bote

Der zweite „Falsche“ darf dann sagen, wie richtiges Gießen funktioniert. Man solle die Erde auf Trockenheit überprüfen, rät er. Nur einmal im Monat gießen „als kleine Faustregel“. Auch Kandidat zwei meistert die erste Hürde.

Kommt der erste Promi Dopp auf die Schliche?

Jetzt ist der echte Dopp dran. Fisher fragt, was denn so viel Arbeit mache? Der Empfinger schaut etwas missmutig und zögert mit seiner Antwort: „Tja, vielleicht muss man die Literatur studieren, damit man weiß, was es für eine Pflanze ist.“

Dopp hat die ersten Lacher auf seiner Seite. Und hat er sich etwa schon durch seine trockene Antwort entlarvt? Denn Pierre M. Krause kommentiert: „Das war so eine richtige Kakteenexperte-Antwort.“

Dopp hat anscheinend keine Lust zu antworten

Jetzt ist er als Rate-Promi dran. Bei Kandidat eins verschießt er aber sein Frage-Pulver: Wie viele Luftballons bekommen Sie im Jahr geschenkt, Kandidat eins?“ Frage an Kandidat 2: Wie oft blüht die „Königin der Nacht“? Auch das ist eher „Basiswissen“, mit dem der Doppelgänger kein Problem hat. Und die Frage von Krause an Dopp? „Können Sie die Blüte beschreiben?“ Dopp atmet tief durch und schweigt. Sein Auftritt könnte in die Geschichte eingehen. So wenig hat vielleicht noch kein Kandidat geantwortet, ohne als unwissend zu gelten.

Die Rate-Promis können nicht mehr vor Lachen. Krause kommentiert flappsig: „Oder soll ich die Fachliteratur bemühen? Danke!“ Kandidat eins darf sich noch an den Definitionen „Kakteen und Sukkulenten“ versuchen.

An dieser Hürde strauchelt der erste Dopp(el)gänger

Hadnet Tesfai schwäbelt erst einmal mit Kandidat Nummer zwei, den falschen „Papscht“, rum. Dann die Frage: Wie alt werden Kakteen? Nummer zwei: „Ganz unterschiedlich.“ Die Antwort geht immer. Dopp: „Also zwei- bis dreihundert Jahre schon.“ Kandidat eins wird gefragt, wie alt sein ältester Kaktus ist. „Acht Jahre.“ Ups, damit hat er sich wohl ins Aus geschossen.

Holger Dopp mit seinen beiden Mitstreitern vor dem „Studio 5“

Foto: Dopp

Jetzt noch Ralph Morgenstern. Auch er bleibt sehr an der Oberfläche und fragt Dopp erst mal nach seinem Alter. Hm. Er merkt wohl selbst, dass diese Frage nicht weiterhilft und schießt die Frage nach, wie viele Kakteen Dopp „auf- und weggepeppelt“ habe. Dopps Antwort: „Viele.“ Die meisten Pflanzen könne man retten, ist sich der 81-Jährige sicher. Wie er zu seiner Kakteenliebe gekommen sei. „Wie fängt man an, Briefmarken zu sammeln?“, kontert Dopp. „Sie machen das beruflich?“ Kurze Antwort. „Nein.“

So viele im Rateteam haben auf den echten Dopp getippt

Wie wird das Rate-Team nun tippen? Hat sich Dopp gut getarnt oder doch zu erkennen gegeben? Kim Fisher macht gleich Nägeln mit Köpfen. Direkt an den „Echten“ gerichtet, sagt sie berlinerisch: „Sagen se mal, mein lieber Freund. Sie kommen hier inne Sendung, Sollen wat erzählen. Verweigern ja quasi schon jedet Wort. Und sind dadurch so interessant.“ Dopp bekommt das grüne Licht. Ertappt! Auch Krause hat den richtigen Riecher und analysiert: „Das ist es ja. Er ist quasi ein menschgewordener Kaktus. Diese Stacheligkeit.“ Da muss sogar „unser Kakteen-Papst“ lachen. Krause: „Den Kaktus muss man erobern, er ist nicht so eine Pflanze, die man streichelt.“ Grün für Kandidat Nummer drei.

Tesfai und Morgenstern setzen dagegen auf Kandidat zwei und liegen daneben. Die Auflösung folgt. Dann kann Dopp noch kurz aus dem Nähkästchen plaudern.

Noch ein bisschen Insiderwissen

Wie er das schaffe, sich um 50.000 Pflanzen zu kümmern, fragt Antwerpes. „Mitunter frage ich mich das selbst“, antwortet er. Jede Pflanze müsse man mindestens zwei Mal im Jahr in die Hand nehmen, um zu sehen, wie es ihr gehe. Schädlinge, Laub, Unkraut – Dopp gibt in der wenigen Zeit einen kurzen, aber spannenden Einblick.

Dann gibt es noch einen kurzen Film, in dem seine Gewächshäuser und Empfinger Anlage sowie der Kakteengarten (der aber leider nicht namentlich extra erwähnt wird) zu sehen sind. Schluss! Die Rate-Promis können sich dem nächsten Trio widmen. Thema: „Die Erotik-Sattlerin.“

Fazit zum Dopp-Auftritt

Kurzes Fazit: Die Sendung bietet launige Unterhaltung, doch echtes Kakteen-Wissen kann Dopp leider aus Zeitgründen nicht vermitteln. Der Empfinger hielt sich zurück, um sich nicht zu früh zu verraten. Doch ein echter Kakteen-Papst bleibt nicht unentdeckt!

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