Jaunerstadl Weitingen
: Mit der „MS Frieda“ auf hoher See

Das Publikum im „Jaunerstadl“ wurde als Teil der Gäste auf die turbulente Mittelmeerkreuzfahrt mitgenommen und kam wieder voll auf seine Kosten.
Von
Hermann Nesch
Oberndorf
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Mit der „MS Frieda“ begab sich das Jaunerstadl-Team des TSV-Fördervereins auf eine turbulente Mittelmeerkreuzfahrt.

Hermann Nesch

„Eine Seefahrt, die ist lustig, eine Seefahrt, die ist schön“, heißt’s im bekannten Kinderlied. Das traf auch auf das Theaterwochenende des „Jaunerstadls“ des TSV-Fördervereins mit der Mundartkomödie „Kreuzfahrt curiosa“ von Jasmin Leuthe zu. Nach langen und intensiven Proben waren die Akteure voll gewappnet und auf den Punkt topfit.

Bereits vom Haupteingang und durchs Publikum zerften sich die drei befreundeten Weitinger Ehepaare mit ihrem Reisegepäck auf dem Weg zum Hafen und auf den Kreuzfahrtriesen, das heißt: auf die Bühne. Denn die Aufregung vor ihrer ersten großen Urlaubsreise war ebenfalls riesig.

Da sind der trockene und schlagfertige Schwabe Alfred (Rolf Brezing) und seine Frau Vroni (Konni Lohmiller), die endlich die große, weite Welt kennenlernen möchte, der gutmütige und manchmal etwas naive Franz (Dieter Speiser) und seine scharfzüngige „bessere Hälfte“ Mathilde (Melanie Katz), die in der Ehe „die Hosen anhat“, das Schlitzohr Heiner (Karl Fidaschek), das sich gerne verwöhnen lässt, mit seinem Mariele (Renate Schilling), die es meistens auf den Punkt bringt.

Keine Massage, nur Schnapsi-Taxi

Für weitere Erfrischung(en) an Bord sorgt die vom „Stadl-Ensemble zusätzlich und mit großem Erfolg selbst eingebaute Hanoi Feng Shui (Mia Wellhäußer), die mit „nix Massage, nur Schnapsi-Taxi“ die Männer verwöhnt, gleichzeitig aber auch falsche Hoffnungen dämpft. Endlich auf dem exklusiven Ozeanriesen angelangt, sorgt bei den einschmeichelnden Damen der attraktive Kapitän Florian Hansen (Tobias Wellhäußer) für Entzückung, während die Männer derweil durch ihr selbstgebautes Fernglas den Ausblick aufs Meer und auf das Pooldeck genießen.

Geblendet beim heimlichen Blick durchs scharfe Fernglas wird der Kapitän zum „blinden Passagier“.

Foto: Hermann Nesch

„Nix Massage, nur Schnapsi-Taxi“ hieß es bei Hanoi Feng Shui.

Foto: Hermann Nesch

Als der Kapitän – von den Männern als „Florian Silbereisen für Arme“ tituliert – durch den heimlichen Blick durchs „schärfste Fernglas der Welt“ vorübergehend das Augenlicht verliert, kann er plötzlich das Schiff nicht mehr steuern. Also müssen die drei Weitinger Männer anstelle des „ersten blinden Passagiers“ das „Ruder“ übernehmen. Im Übereifer vergessen sie jedoch einen Teil der Crew im Hafen von Marseille mit schwerwiegenden Folgen für das geplante Unterhaltungsprogramm.

Die Männer „schmissen“ die Travestie-Modeschau elegant und einfallsreich.

Foto: Hermann Nesch

Zu allem Übel sind auch die Inhaberinnen des Reisebüros „Ahoi-Reisen“ an Bord, um zu prüfen, ob die „MS Frieda“ künftig in ihren Katalog aufgenommen wird. Das Werbefoto mit dem Kapitän und dem vornehm-selbstsicher auftretenden Reisebüro-Team (Laura Buchmüller und Helena Baumert) ist bereits gemacht. Die Turbulenzen häufen sich, und die Sorgen des Kapitäns werden immer größer: Schafft es die „MS Frieda“ trotzdem in den Werbekatalog? Nun sind Fantasie und Handlungsgeschick gefragt. Nachdem nicht immer Einigkeit zwischen den beiden Geschlechtern herrscht, ziehen sie letztlich an einem Strang.

Die Weitinger Frauen setzten die Reisebüro-Chefinnen in Verzücken.

Foto: Hermann Nesch

Mit Tricks und Kniffs gelingt es ihnen, den Ozeanriesen in den Hafen von Barcelona zu steuern sowie die Yoga-Stunde und die Travestie-Modeschau selbst „zu schmeißen“. Dazuhin schafft es das Kreuzfahrtschiff sogar auf die Titelseite des Werbekatalogs. Letztlich tanzten Crew und Gäste an Bord, freuten sich und hatten wie die Kinder bei Geburtstagen „gute Laune überall“.

Schlagfertige Dialoge und etliches Lokalkolorit

Zu Recht. Denn die Schauspielerinnen und Schauspieler konnten sich in ihren Rollen wieder voll entfalten und mit überzeugender Mimik und Gestik ausleben. Schlagfertige Dialoge, etliches Lokalkolorit und abwechslungsreiche bunte Kleidung brachten zusätzliche Farbe ins Spiel. Das begeisterte Publikum dankte es ihnen mit ständigem Szenen- und anhaltendem Schlussapplaus.

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