Horb gedenkt der Terroropfer
: Lichter gegen die Schatten des Hasses

Der Rexinger Synagogenverein hatte zu einer Solidaritätskundgebung für die Opfer des Terrorangriffes von Sydney eingeladen.
Von
Peter Morlok
Oberndorf
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Im warmen Licht von Kerzen gedachten Bürger und Gäste aus den USA den Opfern des Terroranschlags von Sydney.

Peter Morlok

Vor dem Museum Jüdischer Betsaal gedachten 25 Personen der 15 Menschen, die am 14. Dezember bei dem Chanukka-Fest am Bondi Beach in der australischen Hafenstadt Sydney ermordet wurden.

Es war ein Terroranschlag, der sich gezielt gegen Jüdinnen und Juden an einem ihrer Feiertage gerichtet und eine weltweite Welle der Empörung, aber auch der Solidarität ausgelöst hatte. Wie bei einer Kerze, die im Wind steht, wurde an diesem Tag, an dem die Juden ihr Chanukka-Fest feierten, das Licht des friedlichen Miteinanders ausgeblasen.

Teilnehmer aus Chicago

Andrea Dettling, die Vorsitzende des Rexinger Synagogenvereins, durfte zu dieser Gedenkveranstaltung neben einigen Vereinsmitgliedern auch die Familie Scott und Tamar Rubinstein und deren Schwester Dena Rubnitz aus Chicago begrüßen, die sich auf den Weg nach Deutschland gemacht hatten, um die Orte ihrer Vorfahren zu besuchen. Auch die beiden Oberbürgermeister von Horb und Freudenstadt nahmen an dieser Solidaritätsbekundung teil.

Erinnerung an die Opfer

In Erinnerung an dieses Attentat nannte Dettling einige Namen der Getöteten. Darunter war auch die zehnjährige Matilda Britvan, die vor den Augen ihres jüngeren Bruders getötet wurde, ebenso wie der 87-jährige Alexander Kyetmann, der die Schoah überlebt hatte, doch nun am Fest des Lichtes im Kugelhagel der Terroristen starb.

Tamar Rubinstein und ihre Schwester Dena Rubnitz aus Chicago entzünden nach altem Brauch das Licht zu Chanukka

Foto: Peter Morlok

In Gedenken an all die Opfer des Antisemitismus überall auf der Welt, aber auch als Zeichen des Lichtes, zündeten die Schwestern Tamar Rubinstein und Dena Rubnitz nach überliefertem Brauch die Kerzen einer Chanukkia, eines Leuchters, der nur zum Chanukka-Fest entzündet wird, an.

Bekenntnis zu Demokratie

Horbs Oberbürgermeister Michael Keßler sagte: „Wir stehen hier vor dem Betsaal der ehemals Horber jüdischen Gemeinde. Zusammen mit der ehemaligen Synagoge in Rexingen ist dieser Ort ein zentraler Baustein unserer Erinnerungskultur. Er soll Mahnung sein, dass sich unsere Geschichte nicht wiederholt. Viele Menschen setzen sich hier ein, sie sind aktiv und überzeugt, dass wir niemals wieder Antisemitismus zulassen dürfen.“

Die OBs Michael Keßler (Horb) und Adrian Sonder (FDS) gedenken gemeinsam den Opfer des Anschlags in Sydney.

Foto: Peter Morlok

„Eine gleichfalls monströse, eine barbarische Tat“ nannte Keßler den Angriff der Hamas auf Israel 2023, der zu einer neuen Welle des Antisemitismus geführt habe. „Jede Form des alten und des neuen Antisemitismus ist nicht tolerierbar. Wir werden Antisemitismus auch im Gewand der vermeintlichen Freiheit der Kunst, der Kultur und der Wissenschaft nicht dulden. Unsere Demokratie ist stark. Jedwedem Versuch, sie zu beschädigen, werden wir entschieden und klar entgegentreten“, so sein klares Statement.

Berührende Worte

Auch Freudenstadts OB Adrian Sonder vertrat die Meinung, dass wir gerade jetzt eine klare Haltung und den Zusammenhalt der Gesellschaft brauchen. Er betonte, dass es ihm ein besonderes Bedürfnis war, an diesem Abend nach Horb zu kommen. „Wir müssen klare Zeichen setzen, unsere Überzeugung deutlich zum Ausdruck bringen, tagtäglich im Alltag hinschauen und unserer historischen Verantwortung gerecht werden“, so sein Appell an alle.

Scott Rubinstein aus Chicago ist persönlich vom Anschlag in Sydney betroffen – er berichtete darüber.

Foto: Peter Morlok

Berührend auch die Worte von Scott Rubinstein, der hervorhob, dass man neben all dem Leid auch das Gute auf der Welt sehen müsse.

Die Veranstaltung wurde von Beamten des Horber Polizeireviers unter Leitung von Enzo Cicero gesichert.

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