Horb a. N.
: Singender, radfahrender Zahnarzt wird heute 70 Jahre alt

Geburtstag: Holger Aupperle arbeitet seit 1973 in Horb / 2015 aus der Praxis ausgestiegen
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Oberndorf
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Holger Aupperle wird heute 70 Jahre jung. Foto: Morlok

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Von Peter Morlok

H orb. Heute feiert ein Mann seinen runden Geburtstag, dem viele Horber die Zähne zeigten: Zahnarzt Holger Aupperle wird heute 70 Jahre jung.

Geboren wurde er am 16. Juli 1946 in Stuttgart-Bad Cannstatt als ältester Sohn von Herbert und Waltraut Aupperle. Trotz der entbehrungsreichen Nachkriegszeit wuchs er wohlbehütet bei seiner Oma in Stuttgart-Wangen auf, die den Buben liebevoll unter ihre Fittiche nahm, da sowohl der Vater als auch die Mutter damals schon jeder einem eigen Beruf nachgingen. Sein Vater war technischer Leiter beim Bäderamt Stuttgart, seine Mutter arbeitete im Hauptamt der Stadtverwaltung Stuttgart.

Im Stuttgarter Ortsteil Wangen ging Holger Aupperle auch in die Volksschule. Nach der vierten Klasse wechselte er ins Wirtemberg-Gymnasium nach Untertürkheim. Dort machte er 1966 sein Abitur und was danach kommen sollte, das stand für ihn schon lange fest. "Ich werde Zahnarzt", sein Plan. Denn zu jener Zeit war das Bohren und Ziehen von Zähnen fast eine Art "Gold schürfen".

Als Alternativen standen noch Forstwirt oder Bauer auf dem beruflichen Wunschzettel; da aber sein Numerus clausus reichte, konnte er in Tübingen in Rekordzeit Zahnmedizin studieren. 1971 hatte er sein Studium beendet und promovierte noch im gleichen Jahr.

Neben den Stunden in den altehrwürdigen Hörsälen genoss er das Studentenleben in vollen Zügen. Er war Mitglied der akademischen Musikverbindung "Stochdorphia", ließ kaum eine Theateraufführung oder ein Fest aus, spielte gerne Doppelkopf und war ab und an einem Gläschen Bier nicht abgeneigt, wie er sich schmunzelnd erinnert.

Da man nach dem Staatsexamen zwei Jahre unselbstständig arbeiten muss, bevor man eine eigene Praxis eröffnen darf und die Kassenzulassung erhält, musste sich der frischgebackenen Dr. dent. mit einigen Assistentenstellen begnügen, bis er endlich ein Angebot zur Praxisübernahme in Nagold fand, dass jedoch zerschlug.

"1972 habe ich dann im zahnärztlichen Mitteilungsblatt eine Chiffre-Anzeige gesehen, in der eine Praxis im Nordschwarzwald angeboten wurde – das war mein erster Kontakt mit Horb", erinnerte sich Holger Aupperle noch gut an seinen ersten Kontakt mit der Stadt, die schon längst zu seiner Heimat wurde. "Am 1. April 1973 – kein Aprilscherz – trat ich dann eine Assistentenstelle beim Dr. Kreidler in der Schillerstraße an und ein Jahr später übernahm ich dann diese Praxis", so Aupperle im Rückblick.

1977 erfolgte der Praxis-Umzug in die Gutermann-Straße, Hans Hermann Grieß kam als Partner mit dazu und am 2. Januar 2015 verkaufte Aupperle seine Anteile und stieg im Oktober desselben Jahres ganz aus der Praxis aus.

Privat ging es ihm eigentlich recht gut. Er war verheiratet, hatte zwei Adoptivtöchter und lebte in Bildechingen. Dort spielte er mit Eberhard Hug, dem Besitzer eines Autohauses, Tischtennis und bei einem Besuch eben in diesem Autohaus lernte er sein liebstes Hobby, seine Frau Heidi, kennen. Sie war damals noch mit dem Herrn Hug verheiratet, doch es kam, was kommen musste.

"Drei Ehepaare spielten eine Mexle, eine Tischtennisvariation, bei dem der eine den anderen von der Platte jagt, und hinterher gab es drei neue Paare – ein Skandal im katholischen Horb", lachten die beiden, die seit dem 2. Juli 1994 miteinander verheiratet sind. Im Jahr 1993 gab’s zuvor eine Probehochzeit, die bei der Fasnet von einigen Horber Honoratioren initiiert wurde, doch dass sie schon vorher prima zusammenpassten, das unterstrich die Geburt ihres Sohnes Stefan im Jahre 1985. Vater und Sohn haben am selben Tag Geburtstag und Stefan war damals das wichtigste Geburtstagsgeschenk für den heutigen Jubilar.

Da Heidi Aupperle, ihr Vater war übrigens der Zahnarzt Hans Wicker, in dessen Haus die beiden heute hoch über Horb leben, ebenfalls zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe hat, können die beiden nun behaupten: "Wir haben jeder drei Kinder und zusammen sind es fünf."

Wer den Familienmensch und Kunstfreund Holger Aupperle nur als Sänger im Chor der Horber Musikschule und bei "Vocalmania" erlebte, der bekam nicht wirklich mit, dass dieser feinsinnige Mann auch ein begeisterter Sportler ist. Jahrzehntelang spielte er beim ASV Horb aktiv Tischtennis, doch seine große Herausforderung sucht er auf dem Rennrad.

Gemeinsam mit seinem Freund Wolfgang Hengst trat er den Beweis an, dass man es schafft, an einem Tag von Horb in die rund 370 Kilometer entfernte französische Partnerstadt Salins les Bains zu radeln. Weit über 100 000 Kilometer sind die beiden schon zusammen gefahren, doch diese Tour war die Schinderei pur. Holger und Heidi Aupperle waren es auch, die die Sprachbegegnungswochen mit der französischen Partnerstadt ins Leben riefen und in diesem Jahr besteht dieser Austausch 20 Jahre.

Sein Geburtstagswunsch ist Gesundheit und dass er seinen Terminkalender – er ist auch noch als Vorstand und Kassierer der zahnärztlichen Vereinigung Freudenstadt/Horb aktiv und sitzt im Prüfungsausschuss für zahnmedizinische Fachangestellte – so ausdünnen kann, dass er endlich so viel Zeit für seine Frau hat, wie er sich dies schon lange wünscht.

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