Horb a. N.
: Bald alles unter Dach und Fach

Nachdem sein Firmengebäude an der Altheimer Straße abgebrannt ist, hat Ralf Schlatter jetzt optimale Räume
Von
Schwarzwälder-Bote
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Dachdeckermeister Ralf Schlatter will bald in das ehemalige Leuco-Gebäude auf dem Hohenberg einziehen. Foto: Hopp

Schwarzwälder-Bote

Von Jürgen Lück

Horb. Ein Dachdeckermeister ist wieder obenauf. Nach dem Brand seines Betriebsgebäudes in der Altheimer Straße hat Ralf Schlatter jetzt endlich optimale Räume gefunden.

Schlatter: "Es müssen nur noch die endgültigen Verträge unterschrieben werden. Dann kann ich Ende November in das ehemalige Leuco-Gebäude auf dem Hohenberg einziehen." Es passierte im Januar. Schlatters fünfstöckiges Gebäude, welches er vor gut zwölf Jahren erworben hatte, brannte komplett nieder. Zwar fand der Handwerker schnell einen Ersatz im Industriegebiet in den hinteren Räumen von Lohmiller Fensterbau, doch er hatte jede Menge Stress. Das abgebrannte Gebäude war unterversichert. Schlatter: "Da waren so viel Maschinen drin – das Geld reichte nicht, um alle Maschinen wieder zu besorgen." Er geht von einem Minus von 150 000 Euro aus.

Dazu ist die neue Halle in der Industriestraße 106 zu klein. Schlatter: "Um meine fünf Fahrzeuge zu bestücken, ist gar nicht genügend Platz. Es dauert alles viel länger." Jeden Monat, so schätzt er, gehen allein durch die Personalkosten für die Bestückung und das spätere Erscheinen seiner 14 Mann auf der Baustelle zwischen 4000 und 5000 Euro "kaputt", wie Schlatter sagt.

Dazu kam noch der Stress der vergangenen Monate: Die verbrannten Maschinen mussten für die schon vereinbarten Baustellen besorgt werden. Schlatter: "Ich habe teilweise sogar sieben Tage die Woche gearbeitet. Sonntagvormittag habe ich schon die Bestückung für Montag vorbereitet." Nur einmal hatte er Pause. Schlatter lacht: "Meine Frau hat mich zu elf Tagen Urlaub verdonnert. Da hatte ich endlich mal wieder Zeit für meine Familie."

Doch jetzt freut er sich schon auf das neue Gebäude: 2600 Quadratmeter Halle, insgesamt 4000 Quadratmeter Fläche. "Da kann ich meinen Betriebsablauf optimieren. Dazu kann dann auch die Laufkundschaft vorbeikommen." Das ist wichtig für Schlatter:

Er hat eine neue programmierbare "Blechbiegemaschine" bestellt. Damit macht er "Lohnabkantungen". Was ist das denn? Der Dachdeckermeister: "Jemand bringt mir morgens die Maße für ein Abdeckblech, abends kann er es abholen." Schon früher sind aus solchen kleinen Jobs schon große Aufträge geworden...

Und was ist mit dem abgebrannten Haus? Schlatter: "Ich habe es der Stadt angeboten, die wollten es nicht haben. Jetzt versuche ich, das Gelände als Bauplatz zu verkaufen."

Das Feuer war für Schlatter zunächst ein Schock. Heute sagt er: "Natürlich habe ich jetzt mehr Schulden. Den Schritt der Auslagerung hätten wir aber ohne den Brand nicht gemacht. Obwohl das alte Gebäude mit seinen fünf Stockwerken auch nicht optimal war." Jetzt hat Schlatter mit dem Leuco-Gebäude offenbar das Richtige gefunden. Im Januar oder Februar soll dann die offizielle Einweihung sein, wenn alles weiter so gut flutscht wie bisher.

Der KreisLetter
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Kreis Freudenstadt Montag bis Samstag im kompakten Überblick.