Hauptversammlung des Musikvereins Weitingen: Jugendarbeit auf dem Land müsse gefördert werden

Lediglich zwei der Geehrten nahmen an der Versammlung teil und konnten die Ehrennadeln durch den Vorsitzenden Matthias Schiebel (rechts im Bild) und seinem Stellvertreter Markus Saile (links) persönlich in Empfang nehmen: Anna-Lena Widmaier und Gerhard Raible.
MVW/ Hermann NeschNach der musikalischen Eröffnung in der Kleinen Markthalle unter der Leitung des neuen Dirigenten Reinhard Kittel sprachen alle Verantwortlichen von einem erfolgreichen Jahr 2024.
Rückblick Schriftführerin Anna-Lena Widmaier hob zunächst in ihrem Rückblick den Weißbiergarten, etliche Festbesuche sowie Auftritte bei örtlichen Veranstaltungen und die musikalische Mitwirkung an der Fasnet hervor. Höhepunkt des Jahres war das „Konzert im Advent“.
Probebesuche teils schwach
Nachwuchs Beim Nachwuchs sind laut der neuen Jugendleiterin Sonja Teufel elf Schüler in der Ausbildung, die von Jörg Baumann (neu für Joachim Nägele), Oliver Simmendinger und Joachim Schöppe betreut werden. Drei Schüler spielen bei den Aktiven mit und benötigen keinen Einzelunterricht mehr. Außerdem sei eine Kooperation mit der Börstinger Jugendkapelle gestartet und zur weiteren Förderung ein Jugendausschuss gebildet worden.
Probebesuch Vorsitzender Matthias Schiebel bemängelte zunächst den teilweise schwachen Probenbesuch und kurzfristige Absagen. Er appellierte an mehr Selbstdisziplin auch aus Respekt den Mitspielenden und dem Dirigenten gegenüber. Diese Ansicht teilte später auch der bisherige Dirigent Marcel Wochele, der trotzdem die gute musikalische Leistung des Blasorchesters hervorhob.
Bei Vollzähligkeit weist das Orchester derzeit lediglich 33 Aktive und bei Auftritten oft nur knapp 25 Mitglieder auf. Es sei also noch mehr Potenzial vorhanden.
Neue Uniformen werden angeschafft
Kosten und Einnahmen Insgesamt sprachen beide jedoch von einem „guten Jahr“. Die Aufgaben und die vielen Auftritte seien alle bestens bewältigt worden. Der Weißbiergarten und das „Hoametfescht“ seien die finanziellen Hauptquellen des Vereins. Schließlich würden die anstehenden Neuanschaffungen der Uniformen – 2025 die ersten fünf – sehr hohe Kosten verursachen. Hinzu kommen nun auch wieder Dirigentenkosten.
Jugendarbeit Bei der Jugendarbeit sah Schiebel immer noch Corona-Nachwirkungen. Umso mehr gelte es, hier mit Nachdruck dranzubleiben. Parallel müsse er aber feststellen, dass es auf dem Land gar nicht mehr so einfach sei, Dozenten für die musikalische Ausbildung zu finden. Dies stelle sich als strukturelles Ungleichgewicht gegenüber Städten heraus. Aus seiner Sicht sei das nur politisch zu lösen. Es bedürfe einer Musikschule, die für den ganzen Landkreis tätig ist, damit die kleinen Gemeinden und deren Musikvereine weiterhin die kulturelle Vielfalt vor Ort halten und ihre Spielstärke dauerhaft sichern könnten.
Probelokal vorerst außer Gefahr
Probelokal Aufgeschreckt worden sei der Musikverein durch die Vorschläge des Haushaltskoordinierungsausschusses, das Schulhaus zu verkaufen. Tideman habe aber beruhigen können, dass der Verkauf nicht konkret anstehe und das Probelokal nicht gefährdet sei.
Ausblick Abschließend gab Schiebel zu bedenken, dass sie allmählich an das 170-jährige Jubiläum anno 2028 denken sollten. Ein Kreismusikfest komme angesichts der beiden 200-Jahr-Jubiliäen in Eutingen ein Jahr zuvor und in Göttelfingen ein Jahr danach wohl nicht infrage.
Vorstand bleibt der gleich
Wahlen Der Vorstand wurde einstimmig wiedergewählt: Vorsitzender Matthias Schiebel, Veranstaltungsleiter Robin Schwab, Jugendleiterin Sonja Teufel, Beisitzer Marcel Wochele, Elias Kalbacher, Dominik Schmid und Werner Schwab.