Gute Stimmung am Zwieblbeedafest: So schmeckt der Sommer in Betra

Die Tellsymphoniker Bürglen (Schweiz) zeigten sich bei ihrem Besuch des Zwiebelbeedafest bei bester Laune.
Andreas WagnerDer Duft der schmackhaften „Zwieblbeeda“ breitete sich über den gesamten Ort aus, sodass den Besuchern bereits auf dem Weg zum Festgelände das Wasser im Mund zusammenlief. Bei Kaiserwetter konnten sich die Gäste kulinarisch sowie auch musikalisch verwöhnen lassen und wohnten erwartungsgemäß pünktlich dem Fassanstich bei. „Trinkt bei dem Wetter auch genug. Wir haben jedenfalls genügend da“, ließ Tim Schäfer vom Vorstandsteam des Musikvereins durchblicken.
Ortsvorsteher Stefan Schäfer ließ sich nicht lange bitten und schritt nach seiner Ansprache zur Tat. „Es ist mir eine große Ehre, zu solch einem besonderen Anlass als euer neuer Ortsvorsteher heute vor euch zu stehen und meinen ersten offiziellen Fassanstich zu zelebrieren“, betonte Schäfer. „Bisher durfte ich nur mit meinen Ortschaftsratskollegen daneben stehen und mittrinken. Heute darf ich auch endlich mal so ein Fass anstechen“, fügte Schäfer amüsiert hinzu.
Ein Stück Identität
Das „Zwieblbeedafest“ sei ein Stück Identität, ein Zeichen des Zusammenhalts und gelebter Dorfkultur. Sein besonderer Dank galt allen helfenden Personen rund um den Veranstalter, den Anwohnern und Fans des Festes. „Lasst uns gemeinsam feiern, lachen, essen und tanzen. Es gibt genug Zwiebelbeeda, kühle Getränke, Musik und hoffentlich auch gute Gespräche. Ich freue mich auf schöne Begegnungen an diesem Wochenende“, so Schäfer, der seinen Worten nun Taten folgen ließ. Unter den wachsamen Augen von Baisinger-Brauerei-Chef Edmund Teufel legte Schäfer den Zapfhahn am Fass an und trieb diesen ohne auch nur einen einzigen Tropfen zu verschwenden mit drei Schlägen in das Fass.
Besuch aus der Schweiz
Sehr zur Freude der durstigen Besucher, die sogar aus der Schweiz nach Betra gereist waren. Seit vielen Jahren verbindet nämlich die Tellsymphoniker Bürglen (Schweiz) mit der Narrenzunft aus Betra eine tiefe Freundschaft, weshalb die Schweizer Guggenmusiker heuer auch außerhalb der Fasnetssaison gerne in Betra zu Gast waren. Unter der Leitung von Dirigent Stefan Riethmüller stimmte der MV Hirrlingen nach dem gelungenen Fassanstich „Ein Prosit der Gemütlichkeit“ an und durfte sich ebenfalls an der kühlen Erfrischung aus dem Fass erfreuen.
Währenddessen ging es sprichwörtlich heiß her in der Backstube, wo die begehrten „Zwieblbeeda“ in dem 270 Grad heißen Holzbackofen zubereitet wurden. Bis zu 25 „Zwieblbeeda“ passen rein in den restaurierten Holzbackofen, der seit Jahrzehnten – ursprünglich als Gemeindebackofen – in Betrieb ist. Während die Temperaturen im Außenbereich nahe an 40 Grad in der Sonne kletterten, hielt das tapfere Backpersonal sprichwörtlich saunaähnliche Temperaturen aus. Neben Schweiß und Tränen dominierte jedoch das Herzblut in der Backstube. Hoch motiviert und ebenso routiniert arbeiteten die fleißigen Helfer Hand in Hand und sorgten bestens für ein kulinarisches Erlebnis auf dem Fest.
Große Speisekarte
Und neben der begehrten Leibspeise fuhr der Musikverein auch mit Grillwürsten, Steak, Pommes, Burger sowie Speckbrot und Rettich mit Holzofenbrot auf. Am späten Abend sorgten dann die „Schwarzwald-Buam“ für beste musikalische Unterhaltung, während die Besucher gemütlich einen Drink an der Weinlaube nehmen konnten oder vor der Bühne das Tanzbein schwangen. Am Sonntag eröffnete der Musikverein Eintracht Göttelfingen das Fest mit dem Frühschoppen, während am Nachmittag der Musikverein Lyra Iselshausen und die Bauernkapelle Trillfingen die Feierlichkeiten umrahmten.
Groß war der Andrang zur Mittagszeit, wo der Musikverein Betra zusätzlich mit Schnitzel, Salatteller und Kuchen auffuhr. Die Besucher verweilten noch gemütlich bis in den Abend, den der Musikverein Rexingen musikalisch ausklingen ließ.