Güterverkehr in Horb
: Black Forest Terminal verbessert seine Ladetechnik

Erweiterte Möglichkeiten im Black Forest Terminal: Ein Verladeadapter nimmt nichtkranbare Sattelauflieger Huckepack.
Von
red/pm
Oberndorf
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Für nachhaltige Logistik im Güterverkehr in Horb im Einsatz (von links): Nina Löwenhagen (Verkehrsministerium Baden-Württemberg), Alexander Clemens (Wascosa), Christoph Dörre (TX Logistik), BFT-Geschäftsführer Richard Lagger und Stefan Kindorf (Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg).

k-w

Im Black Forest Terminal (BFT) in Horb können jetzt auch Lkw-Transporte auf die Schiene umsteigen, deren Sattelauflieger nicht kranbar sind. Das demonstrierte das Team in Kooperation mit TX Logistik, nach eigenen Angaben Deutschlands zweitgrößtes Eisenbahnverkehrsunternehmen im Schienengüterverkehr. Zur Premiere im Industriegebiet Heiligenfeld kamen Unternehmensvertreter und Logistiker, informiert das BFT in einer Presseinformation.

Über 90 Prozent aller Sattelauflieger, die auf den Straßen Europas unterwegs sind, sind nicht kranbar. Diese konnten bislang nicht von den BFT- eigenen Verlademaschinen auf die Waggons der Transportzüge umgeladen werden.

Das wiederum war oft ein Grund dafür, dass mancher Lkw-Transport weiterhin über die Straße lief und nicht über die klimafreundlichere Schiene.

Mehr Flexibilität

Eine Lösung für die Verladung von nicht-kranbaren Sattelaufliegern bietet die TX Logistik AG, Troisdorf, mit dem Adapter-System „NIK3.0-AMZ“ (vormals Nikrasa). Es eröffnet völlig neue Perspektiven im kombinierten Güterverkehr. Dadurch erhalten Kunden wie Logistiker beim Umstieg auf die Schiene deutlich mehr Flexibilität.

Hierzu wird der beladene Sattelauflieger auf den Adapter „NIK3.0-AMZ“ gefahren, abgekoppelt und gesichert. Der 82 Tonnen schwere Reachstacker (ein Fahrzeug mit Hievvorrichtung) hievt dann – analog zur Container-Verladung – Plattform samt Sattelauflieger auf den Waggon.

Weniger Lkw-Fahrten

Die genormten, über 34 Meter langen Doppel-Taschenwagen, die das Schweizer Leasingunternehmen Wascosa für die Premiere in Horb zur Verfügung gestellt hat, fassen jeweils zwei Sattelauflieger, können alternativ jedoch auch mit herkömmlichen Containern, Wechselbrücken oder kranbaren Sattelaufliegern auf die Reise geschickt werden. Werden die Adapter nicht benötigt, bleiben sie einfach in den Waggons liegen.

„Wir zeigen unseren Kunden, wie man aktuelle Probleme lösen kann“, verwies BFT-Geschäftsführer Richard Lagger bei der Veranstaltung im Horber Industriegebiet, auf die Partnerschaft mit TX Logistik. Sie leiste einen entscheidenden Beitrag dazu, dass pro Güterzug, der sich von Horb aus in Bewegung setzt, in der Regel bis zu 40 Lkw-Fahrten und damit ein Großteil der CO2-Emmissionen eingespart werden. Die neuen Adapter machten den Lkw- Einsatz flexibler.

Förderung vom Land

Doch damit der klimafreundliche Umstieg von der Straße auf die Schiene weiter Fahrt aufnehme, brauche es nicht nur nachhaltig denkende Unternehmerinnen und Unternehmer, so Lagger, sondern auch überzeugte Politiker, die ihren Blick auf die kleineren Terminal-Standorte lenken.

Stefan Kindorf vom Kompetenzzentrum Güterverkehr der Nahverkehrsgesellschaft Baden-Württemberg, sprach sich dafür aus, die Dekarbonisierung des Güterverkehrs so früh wie möglich auszubauen, um den Klimaschutz voranzubringen. Deshalb fördere das Land bewusst solche innovativen Ladeeinheiten.

Die Gäste nutzten rege die Möglichkeiten zum Dialog. Dafür stand auch Nina Löwenhagen, im Verkehrsministerium Baden-Württemberg für Schienengüterverkehr zuständig, als Ansprechpartnerin vor Ort zur Verfügung.

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