Großes Fest in Empfingen
: 43 Christen lassen sich im Tälesee taufen

Rund 1500 Christen aus der Freien Evangeliums Christengemeinde in Rottweil mit den Gebetshäusern in Irsingen und Neukirch kamen nach Empfingen, wo die Kirche im Tälesee eine Taufzeremonie veranstaltete. Gefeiert wurde auch in der Täleseehalle.
Von
Jürgen Baiker
Oberndorf
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Nase zu halten und runter in den See: Das Taufritual einer evangelischen Freikirche in Empfingen.

Baiker

Die Tälesee-Halle ist ein Universal-Ort für Veranstaltungen jeglicher Art, so auch für eine etwas andere Art der Glaubensbezeugung. Als weiterer Schauplatz für das urchristliche Ritual der Taufe diente dieses Mal auch der Tälesee, in den die Täuflinge hineinstigen um ihren Glauben zu bekennen.

„Glaubst du, dass Jesus der Sohn Gottes ist? Ja. Versprichst du ihm ein gutes Gewissen? Ja.“ Diese Fragen ging an alle 43 Täuflinge, die im Tälesee getauft wurden.

Taufritual im See

Rund 1500 Christen aus der freien Evangeliums Christengemeinde in Rottweil mit den Gebetshäusern in Irsingen und Neukirch hatten sich auf den Weg gemacht nach Empfingen zu kommen um dort eine „echte“ Wassertaufe zu erleben, so wie Jesus selbst dies am Jordan erlebt hat.

Jesus Christus wurde bei der Taufe von Johannes dem Täufer vollständig im Wasser untergetaucht.

Feier in der Halle

Unter den gläubigen Christen sind viele Spätaussiedler aus Russland und Ländern der ehemaligen UdSSR.

Vorab feierten sie in der vollen Tälesee-Halle einen Gottesdienst. Dann begleiteten sie die Täuflinge zum Tälesee. Dort stiegen die Täuflinge in das Wasser um ihren Glauben zu bezeugen. Alle Täuflinge waren in weiß angezogen. Unter den Täuflingen waren auch Ältere, die ihren Glauben bezeugen wollten.

Nach der Taufe wurde gemeinsam gegessen. Dazu hatten einige Gemeindemitglieder in großen holzbefeuerten Kesseln ein schmackhaftes Essen zubereitet.

Spiritueller Hintergrund

Doch was hat es mit der Ganzkörpertaufe in einem natürlichen Gewässer auf sich? Laut Wikipedie ist die Ganzkörpertaufe die ursprüngliche Form der christlichen Taufe. Sie wird durch Untertauchen (Immersionstaufe) oder durch Übergießen (Infusionstaufe) vollzogen. Orthodoxe Kirchen und viele Freikirchen praktizieren die Ganzkörpertaufe. In der römisch-katholischen Kirche und den evangelischen Landeskirchen war sie in der Frühen Neuzeit ungebräuchlich geworden, ist aber heute wieder möglich. Der Regelfall ist in diesen Kirchen aber weiterhin eine reduzierte Form der Infusionstaufe: Wasser fließt hörbar und sichtbar, aber nur wenig Wasser gelangt auf den Kopf des Täuflings.

Biblischer Bezug

Weiter wird in Wikipedia auch der biblische Bezug genannt: „Dass die Taufe in der Urgemeinde durch Untertauchen vollzogen wurde, geht besonders deutlich aus Röm 6,3–4 LUT hervor: Der Getaufte hat im Wasser untertauchend Anteil am Sterben und aus dem Wasser auftauchend Anteil an der Auferstehung Jesu Christi.“ Durch den Akt der Taufe entstehe eine Art Schicksalsgemeinschaft mit Jesus.

Die Taufe durch Untertauchen blieb lange die Normalform des Taufvollzuges, allerdings zeigt die Bestimmung in der Didache (der Lehre der Apostel für die Heiden), dass bereits am Ende des 1. Jahrhunderts auch der Vollzug durch Übergießen des Kopfes mit Wasser vorkam. Das Christentum hat seinen Ursprung im östlichen Mittelmeerraum, wo ein Bad im kalten Wasser von den klimatischen Bedingungen her einen belebenden und erfrischenden Aspekt hat. In der Urgemeinde wurde in „lebendigem Wasser“ getauft.

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