Glasfaser in Wiesenstetten
: 21 Häuser können angeschlossen werden - Truffner übt trotzdem Kritik

Was gestern noch nicht förderfähig war, kann heute plötzlich ans Glasfasernetz angeschlossen werden. Davon profitieren jetzt zahlreiche Eigentümer in Wiesenstetten.
Von
Florian Ganswind
Empfingen-Wiesenstetten
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Aus dem Sockel eines Schaltschranks ragen Glasfaserkabel heraus.  Weitere 21 Häuser in Wiesenstetten können nun angeschlossen werden. (Symbolbild)

Aus dem Sockel eines Schaltschranks ragen Glasfaserkabel heraus. Weitere 21 Häuser in Wiesenstetten können nun angeschlossen werden. (Symbolbild)

Jan Woitas/dpa
  • In Wiesenstetten können dank geänderter Förderung rund 21 weitere Häuser ans Glasfaser.
  • Grundlage ist die neue Auslegung „Homes Passed“ – zuvor ausgeschlossene Gebäude zählen nun.
  • Netze BW informiert Eigentümer und erinnert an die nötige Gestattungs- und Nutzungsvereinbarung.
  • Bürgermeister Truffner begrüßt die Chance, kritisiert aber den komplizierten Förderdschungel.
  • Weitere Schritte: Ausschreibung für Gewerbegebiete, im Empfinger Ortskern vorerst kein zusätzlicher Ausbau.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Für zahlreiche Grundstückseigentümer in Wiesenstetten gibt es gute Nachrichten: Dank geänderter Förderbedingungen können im Rahmen des geförderten Breitbandausbaus weitere Gebäude an das Glasfasernetz angeschlossen werden.

Nach Angaben von Bürgermeister Ferdinand Truffner profitieren davon rund 21 zusätzliche Gebäude. Die Gemeinde Empfingen verbindet die erfreuliche Nachricht jedoch mit deutlicher Kritik an den komplizierten Förderverfahren.

Doch warum können nun doch weitere Gebäude angeschlossen werden? Grundlage dafür ist eine geänderte Auslegung der Förderrichtlinien. Betroffen ist der sogenannte „Homes Passed“-Tatbestand. Gebäude, die bislang von der Förderung ausgeschlossen waren, können nun doch berücksichtigt werden.

In den kommenden Tagen erhalten die betroffenen Eigentümer ein Informationsschreiben. Gleichzeitig erinnert die Netze BW diejenigen Hausbesitzer, die ihre Gestattungs- und Nutzungsvereinbarung bislang noch nicht zurückgeschickt haben. Nur mit der unterschriebenen Vereinbarung kann der Hausanschluss im Rahmen des Förderprogramms kostenlos hergestellt werden.

Bürgermeister freut sich – und kritisiert den Förderdschungel

Bürgermeister Ferdinand Truffner begrüßt, dass nun weitere Gebäude berücksichtigt werden können. „Jeder zusätzliche Glasfaseranschluss ist ein Gewinn für Wiesenstetten. Umso mehr freut es mich, dass durch die geänderten Förderbedingungen nun weitere Gebäude berücksichtigt werden können“, sagt der Rathauschef.

Gleichzeitig spart er nicht mit Kritik an den Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau. „Wir sind inzwischen fast am Verzweifeln. Der Förderdschungel ist kaum noch zu durchschauen. Ständig ändern sich Vorgaben und Verfahren, während die Kommunen auf Entscheidungen warten. Dabei wollen wir nichts anderes, als unsere Ortschaften fit für die digitale Zukunft machen.“

Was die Gemeinde besonders ärgert: „Was gestern noch ausgeschlossen war, ist heute plötzlich förderfähig“, sagt Truffner. Für die betroffenen Eigentümer sei das zwar eine gute Nachricht. Für die Kommunen bedeute jede Änderung jedoch neue Abstimmungen, Prüfungen und zusätzlichen Verwaltungsaufwand.

Förderverwaltung bindet immer mehr Personal

Nach den Erfahrungen der Gemeinde ist inzwischen nicht mehr der Tiefbau die größte Herausforderung. „Der eigentliche Tiefbau ist oft der einfachste Teil. Deutlich aufwendiger ist inzwischen die Förderverwaltung“, sagt Truffner.

Jede Änderung der Förderrichtlinien bedeute neue Abstimmungen mit Projektträgern, OEW Breitband, Planungsbüros, Netze BW und den Bewilligungsstellen. Adresslisten müssten überprüft, Eigentümer informiert und Unterlagen angepasst werden. „Gerade kleinere Kommunen stoßen dabei personell an ihre Grenzen“, sagt der Bürgermeister.

Unterstützung aus Berlin und vom Landkreis

Die Gemeinde hat deshalb bereits den Bundestagsabgeordneten Klaus Mack um Unterstützung gebeten. Auch Landrat Andreas Junt setzt sich nach Angaben der Gemeinde dafür ein, die Förderverfahren zu beschleunigen. „Ich bin Klaus Mack und unserem Landrat Andreas Junt sehr dankbar. Andreas Junt kämpft an vorderster Front dafür, dass unsere Kommunen im Förderdschungel endlich vorankommen. Dieses Engagement ist enorm wichtig“, sagt Truffner.

Aus Sicht des Bürgermeisters müsse die Politik nun aber auch die Rahmenbedingungen verbessern. „Wir brauchen vor allem verlässliche Förderrichtlinien, schnellere Entscheidungen und deutlich weniger Bürokratie. Digitalisierung darf nicht an Verwaltungsverfahren scheitern.“

Vereinbarung ist Voraussetzung

Damit die zusätzlichen Hausanschlüsse tatsächlich umgesetzt werden können, bittet die Gemeinde alle angeschriebenen Eigentümer, die Gestattungs- und Nutzungsvereinbarung möglichst zeitnah unterschrieben an die Netze BW zurückzusenden. Nur dann kann der Glasfaseranschluss im Zuge des geförderten Ausbaus kostenfrei hergestellt werden.

Wer diese Gelegenheit verstreichen lässt, hat nach Angaben der Gemeinde später keinen Anspruch mehr auf einen kostenfreien Hausanschluss im Rahmen dieser Fördermaßnahme. Ein nachträglicher Anschluss sei grundsätzlich zwar möglich, erfolge dann aber außerhalb des Förderprojekts und könne für die Eigentümer mit erheblichen Kosten verbunden sein.

Chance für Hausbesitzer

Für die Eigentümer sieht Truffner darin eine Gelegenheit, die sie nutzen sollten. „Nutzen Sie diese einmalige Chance. Ein Glasfaseranschluss steigert nicht nur den Wert Ihrer Immobilie, sondern ist eine Investition in die Zukunft unseres Ortsteils. Jeder Anschluss bringt Wiesenstetten ein Stück weiter.“

Mit den geänderten Förderbedingungen erhält der Glasfaserausbau in Wiesenstetten neuen Schwung. Ganz abgeschlossen ist der Ausbau damit allerdings noch nicht. Nach Angaben der Gemeinde wird es weiterhin einzelne Gebäude geben, die aufgrund der Förderkulisse oder technischer Rahmenbedingungen zunächst nicht berücksichtigt werden können.

Der Blick richtet sich deshalb bereits auf die nächsten Ausbauschritte. Derzeit bereitet die Gemeinde die Ausschreibung für den Glasfaserausbau in den bestehenden Gewerbegebieten vor. Im Hauptort Empfingen wird es dagegen vorerst keinen weiteren Ausbau im Ortskern geben. „Wir erhalten dafür keine Fördermittel und die Versorgung ist derzeit noch gut“, erklärt Truffner.

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