Fahrspaß in Grünmettstetten
: Legenden des Motorsports hautnah erlebt

Zahlreiche Motorsportbegeisterte besuchten am Sonntag die Motorsport-Sommerparty des MSC Black Forest.
Von
Andreas Wagner
Oberndorf
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Am Zuschauerpunkt konnten die Besucher die Rallye-Fahrzeuge in Aktion sehen.

Andreas Wagner

Der Rallyesport ist bekannt für seine unvergleichliche Nähe zu den Fans – ein Miteinander, das am vergangenen Wochenende bei der Motorsport-Sommerparty des MSC Black Forest (ADAC) in Grünmettstetten deutlich spürbar war.

Das Event zog Scharen von Motorsportbegeisterten an, die weit mehr als nur die Einstellfahrten der Teams zu sehen bekamen. Das absolute Highlight: Eine Fahrt auf dem begehrten „heißen Sitz“.

Rallyefeeling live erleben

Gegen eine kleine Gebühr durften Besucher selbst im Renntaxi Platz nehmen und den Speed hautnah miterleben. Mehr als 80 Teams reisten an und verwandelten das Sportgelände mit ihren Zelten und Service-Stationen in ein lebendiges Fahrerlager. In den Zuschauerbereichen war mit Verpflegungsständen bestens für das leibliche Wohl gesorgt, während das Publikum die fahrerische Leistung der Piloten bewunderte.

Sicherer Transport

Ein von Herbert Gaiser koordinierter Shuttle-Service sorgte gemeinsam mit den ADAC-Streckenposten für einen sicheren Transport und die richtige Platzierung der Gäste an den Wertungsprüfungen.

Anders als bei klassischen Rundstreckenrennen fordert Rallye Mensch und Maschine alles ab, da auf abgesperrten öffentlichen Straßen gefahren wird. Der wechselnde Untergrund von Asphalt bis Schotter verlangt maximale Flexibilität und fahrerisches Können.

Der wichtige Beifahrer

Eine Schlüsselrolle kommt dem Beifahrer zu: Er navigiert das Team mittels präziser Ansagen – den sogenannten Pace Notes oder dem „Gebetbuch“ – durch den Parcours. Nicht ohne Grund gilt der Copilot im Rallyesport als das „Gehirn“ des Autos.

Die Copiloten auf Zeit durften sich an diesem Wochenende glücklich schätzen – sie genossen das pure Adrenalin ganz ohne den Stress der Navigation. Im Fünfpunktgurt fest zusammengezurrt geht es zur Startlinie, wo die Streckenposten die Autos in zeitlichen Abständen nacheinander starten ließen. Für weitere Begeisterung sorgten die zahlreichen Fahrzeuge – ob mit Heck-, Front- oder Allradantrieb. Besonders an einer beliebten 90-Grad-Kurve zeigten die Piloten spektakuläre Drifts, bei denen die Handbremse gefolgt von dosierten Gasstößen zum Einsatz kam. Sehr zur Freude der zahlreichen Zuschauer, welche die Showeinlagen mit Applaus und Jubelrufen würdigten.

Blick ins Fahrerlager

Im Fahrerlager hatten die Besucher zudem Gelegenheit, legendäre Rallye-Fahrzeuge aus nächster Nähe zu bestaunen – allen voran den Lancia Stratos HF. Das Fahrzeug, das bereits in den späten 1970er- und frühen 1980er-Jahren von Ikonen wie Walter Röhrl pilotiert wurde, gilt als eines der Symbole einer goldenen Ära des Rallyesports. So auch der Audi Quattro A2, der mit seinem Fünfzylinder-Klang die Besucher erfreute. Der 2,1-Liter-Turbomotor leistete damals von 360 bis über 400 PS und brannte sich mit seinem unverkennbaren, heiseren Sound in die Gedächtnisse der Fans ein. Audi gelang 1984 mit dem Modell ein legendärer Dreifachsieg bei der Rallye Monte Carlo, darunter der erste Platz für den damaligen Neuzugang Walter Röhrl. So erlebten die Besucher letztlich nicht nur Motorsport zum Anfassen, sondern auch die entsprechende Historie.

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