Ergenzingen feiert mit Gols: 25 Jahre Partner – und schon längst Freunde

Regierungspräsident Klaus Tappeser übergab den Golsern ein Bild vom 40. Golser Volksfest 2007. Von links: Hans Schrammel, Timo Wachendorfer, Klaus Tappeser und Kilian Brandstätter.
Klaus RanftKlein aber fein feierten in der vergangenen Woche Ergenzinger und Golser ihr 25-jähriges Partnerschaftsjubiläum.
Ortsvorsteher Timo Wachendorfer und der Bürgermeister der burgenländischen Marktgemeinde Gols, Kilian Brandstätter, hatten nach einigem Hin und Her doch noch einen Termin zum Feiern gefunden.
Das Ganze zwar zu etwas ungewöhnlicher Jahreszeit, aber der Terminkalender der Burgenländer ließ es eben nicht anders zu. Am Mittwoch waren die 40 Golser Gäste zusammen mit dem Nachwuchs der Bauernkapelle angereist. Sie wurden im Zunftheim der Ergenzinger Narren vom Ortsvorsteher und den „Fleckahupern“ bei einem Abendessen willkommen geheißen.
Besuch bei Mercedes Benz
Der Wunsch der Golser, einmal die Firma Mercedes Benz in Sindelfingen zu besuchen, wurde dann am nächsten Tag Wirklichkeit.

Hochstimmung herrschte zu vorgerückter Stunde im Adolph-Kolping-Saal, wo Ergenzinger und Golser gemeinsam 25 Jahre Partnerschaft feierten.
Foto: Klaus RanftAußerdem standen noch ein Besuch im Rottenburger Rathaus und eine Stadtbesichtigung auf der umfangreichen Tagesordnung.
Richtig partnerschaftlich wurde es dann am Donnerstagabend, für den die Ortsverwaltung zu einem gemeinsamen Essen und buntem Programm in den Adolph-Kolping-Saal eingeladen hatte. Das Programm läutete der örtliche Musikverein ein, bevor Ortsvorsteher Timo Wachendorfer die rund 200 Gäste, darunter auch Regierungspräsident Klaus Tappeser mit seiner Frau Prisca, den Golser Bürgermeister Kilian Brandstätter, Ex- Bürgermeister Hans Schrammel, Kreis- und Gemeinderätin Diana Arnold und die für den in Urlaub weilenden OB Stephan Neher eingesprungene Gabriele Hagner willkommen hieß.
Erinnerung an den Beginn
Wachendorfer erinnerte kurz an die 1989 von beiden Gemeinden ratifizierte Freundschaft, die dann im Jahr 2000 in eine Partnerschaft mündete, und dankte insbesondere der örtlichen Narrenzunft, die nicht nur ihr Zunftheim zur Verfügung gestellt hatte, sondern die Golser auch an beiden Tagen verpflegte.

Für einen musikalischen Ohrenschmaus sorgte der Nachwuchs der Bauernkapelle Gols und deren 18-jährige Dirigentin Marie Therese Allacher.
Foto: Klaus RanftDer Golser Bürgermeister Kilian Brandstätter sprach von einer emotionalen Begegnung. Er sei zwar noch nie in Ergenzingen gewesen, sagte er, habe aber schon beim Empfang das seltsame Gefühl gehabt, dass er zurückkehre. Er erinnerte auch an die Pioniere dieser Partnerschaft, Helga und Manfred Schäfer, mit deren Hochzeitsreise an den Neusiedler See im Jahre 1968 Alles begann. Manfred Schäfer sei bis zu seinem Tod 2019 immer ein festes Bindeglied gewesen sagte er. Erinnerungen seien immer etwas Besonderes, sagte Brandstätter und hieß die mittlerweile 87-jährige Witwe und Zeitzeugin Helga Schäfer besonders willkommen.
„Kein Selbstläufer“
Regierungspräsident Klaus Tappeser, der als Oberbürgermeister von Rottenburg in seiner Amtszeit die gesamten Partnerschaftsfestivitäten miterlebt und natürlich auch die Urkunden unterzeichnet hatte, erinnerte daran, dass diese Partnerschaft kein Selbstläufer gewesen sei. Es habe damals auch Kritik gegeben. Aber die Ergenzinger hätten sich klug verhalten und die größten Kritiker einfach eingeladen, mit nach Gols zu reisen. Alle seien dann von der burgenländischen Gastfreundschaft begeistert gewesen, und die Kritik verstummte.
Musikalische Gäste
Gut und gerne zwei Stunden lang unterhielt anschließend der Nachwuchs der Bauernkapelle Gols unter der Stabführung der erst 18-jährigen Marie Therese Allacher mit toller Blasmusik die Gäste. Die junge Kapellmeisterin studiert im dritten Semester Musik und macht derzeit ihre Ausbildung zur Dirigentin.
Kurzum, die Stimmung stieg und der Power-Point-Vortrag, in welchem Klaus Ranft die Highlights der Partnerschaft präsentierte, kam wohl etwas zu spät. Da musste Doris Kleindienst mit einer wohlgereimten Rede, die sie bereits vor 25 Jahren zu Besten gegeben hatte, die Stimmung erst wieder hochfahren, und das gelang ihr auch. Langanhaltender Beifall war der Lohn für den gelungenen Vortrag, und dann gab es kein Halten mehr. Einmal in Hochstimmung, wurde zu Musik aus der Box getanzt, geschunkelt und gesungen, und bis in den frühen Morgen hinein zogen Polonaisen durch den Saal. Am Freitagmorgen hieß es dann Abschied nehmen und die Golser machten sich nach einer Stippvisite in Tübingen auf den 750 Kilometer langen Heimweg.