Entscheidung in Ergenzingen: Das Vereinssterben im Ort geht weiter

Mit tatkräftiger Mithilfe des Fördervereins gastierten 2007 Golser Sporthauptschülerinnen und -schülerin Ergenzingen.
RanftIn den zurückliegenden Jahren hatten sich bereits der Heimatkreis (2018), der Harmonikaclub (2021), die VdK-Ortsgruppe (2023) und der Liederkranz 2024) aufgelöst.
Die samstägliche Mitgliederversammlung des Fördervereins für die Partnerschaft Ergenzingen – Gols im Gasthof Waldhorn fasste diesen Beschluss einstimmig. Zu Liquidatoren wurden die seitherigen Vorstandsmitglieder gewählt.
Förderverein wurde vor fünf Jahren gegründet
Der Förderverein wurde 2025, fünf Jahre nach dem Vollzug der Partnerschaft mit der österreichisch, burgenländischen Gemeinde Gols aus zwei Gründen ins Leben gerufen. Zum einen, weil man mit den Einnahmen, die man bei Festivitäten erzielte, auch dem Fiskus gerecht werden wollte, zum andern, um die Partnerschaft zu beleben. Allerdings waren die Gründer damals schon im fortgeschrittenen Alter und die Hoffnung auf Nachwuchs erfüllte sich zumindest nicht ganz. So wurden das Weinfest, aber auch der Weihnachtsmarkt an den Musikverein übergeben.
Dennoch machte sich der Verein um die Partnerschaft verdient. Sei es beim Festwagenbau in der Partnergemeinde, bei der Organisation von Ausflügen nach Gols und in den „Seewinkel“, beim Schüleraustausch (2007), oder um die finanzielle Unterstützung für Gruppen und Vereine, wenn sie der Partnergemeinde einen Besuch abstatteten.
Dass sich zumindest derzeit das Interesse an der Partnerschaft in Grenzen hält, zeigte auch die Versammlung, zu der sich gerade mal 18 Mitglieder, inklusive Ortsvorsteher Timo Wachendorfer eingefunden hatten. Auch Anträge für finanzielle Unterstützung für Reisen in das Burgenland seien in letzter Zeit keine mehr gestellt worden, so Vorsitzender Oliver Weiß.
Das besagt allerdings nicht viel, denn seitens der Bevölkerung gibt es viele Kontakte ins Burgenland und es gibt immer wieder gegenseitige Privatbesuche. Eines wurde im Laufe der letzten 20 Jahre aber mehr als deutlich: Rund 1500 Kilometer hin und zurück sind eben für die Menschen aus beiden Gemeinden kein Pappenstiel.
Dass die Auflösung des Fördervereins zwei Wochen vor dem Besuch einer Golser Delegation in Ergenzingen stattfand, ist eigentlich ein Novum. Aber dieser Termin stand eben schon lange vor der Zusage der Golser fest, nach Ergenzingen zu kommen.
Besuch aus Gols kommt am Mittwoch, 29. Oktober
Sie werden am Mittwoch, 29. Oktober anreisen und es wird am Abend ein zwangloses Miteinander im Zunftheim geben. Am 30. Oktober steht ein Besuch bei Daimler-Benz auf der Tagesordnung und abends ist zu einem bunten Programm im Adolph-Kolping-Saal oder in der Breitwiesenhalle eingeladen.