Elisabethen Ergenzingen-Eckenweiler
: Das Selbstverständnis im Verein hat gelitten

Der zur katholischen Kirchengemeinde Heilig – Geist gehörende Elisabethenverein Ergenzingen – Eckenweiler wird aufgelöst.
Von
Klaus Ranft
Oberndorf
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Der Vorstand des Elisabethenvereins (von links) Oskar Honz, Hannelore Renz und Frank Schrode hatte gute Vorarbeit geleistet und wurde mit viel Beifall bedacht.

Klaus Ranft

Das beschlossen die 26 stimmberechtigten Mitglieder im Vinzenz-Härle-Saal in Ergenzingen einstimmig.

Wie die sich seit 18 Jahren im Amt der Vorsitzenden befindliche Hannelore Renz zu Beginn der Versammlung mitteilte, habe sich der 1907 gegründete Verein in der Vergangenheit der Betreuung der Menschen, die zuhause und nicht in Heimen leben, gewidmet.

Die Aufgaben waren nicht mehr zukunftsgerecht

Seine Aufgabenstellung habe sich durch die Entwicklung der staatlichen Leistungsgesetze (Pflegeversicherung) und ein mittlerweile flächendeckendes Netz von Pflegediensten geändert. Durch diese Entwicklung habe auch das Selbstverständnis im Verein gelitten und die in der Satzung geforderten Aufgaben des Elisabethenverein seien nicht mehr zukunftsgerecht gewesen.

Für die Auflösung spreche aber insbesondere die Altersstruktur – 80 Prozent der Mitglieder seien über 75 Jahre alt – aber auch die Mitgliederzahl, die im Laufe der vergangenen 15 Jahre von 217 auf heute 121 gefallen sei. Letztlich gestalte sich aber auch die Besetzung der Vorstandsämter schwierig. Man habe intern und extern gesucht, das Feedback sei aber mehr als dürftig gewesen und das gehe vor allem auch an die eigene Substanz, so Renz auf Anfrage der geistlichen Leiterin der Kolpingfamilie, Claudia Hofrichter.

Der zweite Vorsitzende Frank Schrode verwies darauf, dass sich auch die Ansprüche und der gesamte Pflegebereich verändert hätten und der Vorstand nicht mehr in der Lage sei, dies alles zu bewerkstelligen. Man wolle den Elisabethenverein in ein anderes Modell integrieren, ihm eine zukunftsorientierte Struktur geben, aber die soziale Komponente nicht verändern.

Hilfe soll im Ausschuss Caritas fortgeführt werden

Wie diese künftig aussehen wird, erläuterte Diakon Markus Röhrenbach von der katholischen Kirchengemeinde. Die Hilfe für kranke, pflegebedürftige, alte und behinderte Menschen, soll zukünftig im Ausschuss Caritas und Soziales der katholischen Kirchengemeinde weitergeführt werden. Wahrscheinlich heiße dieser dann sogar „Elisabethenausschuss“. Dieser sei zuständig für die Menschen in den Gemeinden Ergenzingen, Baisingen, Eckenweiler und Wolfenhausen.

Die Zukunft

Das neue Gremium schlage dann auch dem Kirchengemeinderat vor, wofür die finanziellen Mittel ausgegeben werden. Diese bewegten sich derzeit im unteren Drittel eines sechsstelligen Bereiches und wurden zum größten Teil – vor Einführung der Pflegeversicherung am 1.Januar 1995 – von den Krankenschwestern, die der Verein angestellt hatte, aber auch den Schönstätter Marienschwestern maßgebend erwirtschaftet.

Die relativ hohe Summe der Rücklagen erstaunte sogar Ortsvorsteher Timo Wachendorfer, der konstatierte: „Mir ist bei dieser Summe fast die Kinnlade runtergefallen.“

Wie Röhrenbach weiter ausführte, seien auch evangelische Mitglieder willkommen, die man gerne im Gremium integriere. Auch die Kolpingfamilie sei dazu eingeladen. Letztlich sei dieser Ausschuss auch Träger des bestehenden Mittwochkaffees. Die evangelische Pfarrerin Els Dieterich und der katholische Geistliche Jens Brückner bezeichneten die Neuausrichtung als eine „Super – Idee“. Am Schluss der Versammlungen gab es für die langjährige Vorsitzende Hannelore Renz ein dickes Lob und einen Blumenstrauß. Letzteren durften auch Monika Weiß, Maresa Beser, Astrid Weipert, Anke Hahn und Rosemarie Straub für ihr großes Engagement entgegennehmen.

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