Einwohnerversammlung in Rottenburg
: Stadt will sparen – aber nicht bei der Feuerwehr

Es wird eine Haushaltsoffensive geben: Dies kündigte Oberbürgermeister Stefan Neher bei der Einwohnerversammlung am Dienstag in der Rottenburger Zehntscheuer an.
Von
Marzell Steinmetz
Oberndorf
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Die Verwaltungsspitze gibt Auskunft (von links): Noch-Bürgermeister und zukünftiger Landrat Hendrik Bednarz, Bürgermeisterin Annette Schwieren und Oberbürgermeister Stefan Neher.

Marzell Steinmetz

Es wird viel Investiert – vor allem in Schulen und Kindergärten.

Einsparungen sind notwendig, betonte Neher. Mit der Haushaltsoffensive müssen die städtischen Ämter Sparvorschläge machen. Rund drei Millionen sind für den Haushaltsplan 2026 inzwischen umgesetzt, acht Millionen Euro sollen insgesamt eingespart werden. „Im Herbst gibt es viel Arbeit für den Gemeinderat“, kündigte Neher an.

Die Personalaufwendungen stiegen in den vergangenen Jahren regelmäßig und liegen 2025 bei mehr als 32 Millionen Euro. Das ist mitverursacht durch den starken Stellenzuwachs im Sozialbereich: 2017 waren es bei der Stadt 75 Stellen, inzwischen sind es 132. Neher: „Die Personalausgaben muss man im Blick haben.“ Belastend sind aber auch die Kreisumlage (27 Millionen Euro), die Finanzausgleichsumlage (19 Millionen Euro) und die zu erwirtschaftenden Abschreibungen (neun Millionen Euro).

Mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte

Ein Indiz für eine positive wirtschaftliche Entwicklung in Rottenburg ist die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigen. Diese stieg in den vergangenen zehn Jahren von mehr als 8000 auf 11 400 im vergangenen Jahr. Da erreichten auch die Gewerbesteuereinnahmen der Stadt mit 24 Millionen Euro ihren bisherigen Höchststand, in diesem Jahr sanken sie aber wieder auf aktuell 20 Millionen Euro.

Bei der Einwohnerversammlung in der Zehntscheuer blieben noch etliche Plätze leer.

Foto: Marzell Steinmetz

Neher stöhnt zwar über die „Wahnsinnssummen“ für Fahrzeugbeschaffungen bei der Feuerwehr, setzt hier aber nicht den Rotstift an. In jedem Ort sollen die Abteilungen erhalten werden, damit sei man auf einem richtigen Weg. So kämen auch junge Leute nach: „Wir haben eine starke Mannschaft“, sieht Neher die Stadt in puncto Sicherheit gut aufgestellt.

Auch für Kindergärten gibt die Stadt viel Geld aus. So verschlingt der Neubau des Kindergartens Gut-Betha fast sieben Millionen Euro, die Sanierung des Kindergartens Baisingen mehr als drei Millionen Euro und die Sanierung des Kindergartens Weiler 1,8 Millionen Euro. Doch es geht auch deutlich günstiger: Der Naturkindergarten in Ergenzingen kostete 124 000 Euro und die Kindergarteneinrichtung auf der Liebfrauenhöhe 63 000 Euro. Zu diesen Projekten kommen Schulbauten: Von 2026 bis 2029 sollen fast 74 Millionen Euro investiert werden. Bereits am 27. September wird die Josef-Eberle-Schule mit Investitionen von knapp 24 Millionen Euro eingeweiht (Baubeginn war 2022). Der Neubau des Eugen-Bolz-Gymnasiums soll 2027 starten. Bereits im kommenden Jahr sind Abbrucharbeiten geplant.

Den Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung kann die Stadt mit fünf Ganztagsschulen schon jetzt zu einem großen Teil erfüllen. Die stufenweise Einführung erfolgt für Erstklässler ab dem 1. August 2026. Ziel sei der Erhalt aller Grundschulstandorte.

Großen Beitrag im sozialen Wohnungsbau geleistet

Auch im Wohnungsbau geht etwas: 255 Wohnungen hat die Stadt bereits, 105 sollen noch dazu kommen. Neher: „Wir haben einen großen Beitrag geleistet, um im sozialen Wohnungsbau voranzukommen.“ Zum Stand des Jeckel-Areals teilte Neher mit, dass die Abrissarbeiten beendet sind und nun die Bausohle hergestellt sei, so dass es mit den Bauarbeiten weitergehen kann. Im hinteren Bereich seien sieben Sozialwohnungen vorgesehen. Für das Gesamtprojekt erhält die Stadt über die Städtebauförderung einen Zuschuss von 8,5 Millionen Euro.

Der Schlachthof und weitere Themen

Zum Schlachthof
wird es zum 23. September einen Bericht der Betreibergesellschaft/Genossenschaft über den aktuellen Stand im Verwaltungsausschuss geben. Um den Schlachthausbetrieb zu ermöglichen, seien „ordentliche Millionenbeträge“ notwendig, so Neher.

Im geplanten Parkhaus Bahnhof
sollen 253 Parkplätze und barrierefreie Zugänge entstehen. Der Bauantrag ist gestellt, Baubeginn 2026.

Der Neubau der Musikschule und des Kindergartens
für 14,7 Millionen Euro ist im Herbst dieses Jahres.

Viel diskutiert
worden ist nach dem Vortrag von Oberbürgermeister Neher nicht mehr. Eine Frau stellte den Antrag die im Bau befindliche Martha-und-Wilfried-Ensinger Halle schlicht in „Ensinger Halle“ zu benennen. Die Fertigstellung ist für Juni 2026 terminiert. Neher nahm den Vorschlag auf.

Eine weitere Frag
e bezog sich auf den Tourismus: Wie habe sich der Fremdenverkehr in Rottenburg entwickelt? Mit Übernachtungszahlen konnte Neher nicht dienen. Grundsätzlich sagte er dazu, dass die Premiumwanderwege im Stadtgebiet gut angenommen würden. Den Tourismus als Bischofsstadt wolle man stärken und auf Kultur abheben. Neher: „Wir werden Mallorca nicht Konkurrenz machen.“

Eine Besucherin
beschwerte sich über rücksichtslose E-Roller in der Stadt. Sie gefährdeten die Fußgänger.

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