DLRG-Ortsgruppe Rottenburg: Fortbestand in letzter Minute gesichert

Eine Notrufsäule der DLRG steht an einem Badesee. An solchen Notruf-Säulen kann man Hilfe rufen. Hilfe braucht nun die DLRG-Ortsgruppe Rottenburg.
Hauke-Christian Dittrich/dpaDie DLRG Ortsgruppe Rottenburg hat in ihrer jüngsten Mitgliederversammlung eine herausfordernde Phase gemeistert und den Fortbestand des Vereins gesichert. Dies schreibt der Verein in einer Mitteilung. Nach dem vorzeitigen Rücktritt der langjährigen Vorsitzenden Jutta Schönleber aus persönlichen Gründen stand die Ortsgruppe vor einer ungewissen Zukunft.
Trotz intensiver Suche im Vorfeld sowie während der bis spät in die Nacht andauernden Mitgliederversammlung konnte zunächst keine Nachfolge für den Vorsitz gefunden werden. Auch mehrere Unterbrechungen, Gespräche sowie der Austausch in den Wochen vor der Versammlung führten zu keinem Ergebnis.
Um die Handlungsfähigkeit des Vereins zu gewährleisten und eine mögliche Auflösung oder Eingliederung in andere Ortsgruppen zu verhindern, erklärte sich schließlich der 23-jährige Pietro Scalera bereit, übergangsweise den Vorsitz zu übernehmen. Diese Entscheidung fiel kurzfristig im Rahmen der Versammlung, nachdem sich kein anderes Mitglied zur Kandidatur bereit erklärt hatte. Dafür musste Scalera sein bisheriges Amt als Jugendvorstand innerhalb der Vorstandschaft niederlegen.
Stabilität im laufenden Betrieb gesichert
„Die DLRG ist für mich weit mehr als ein Verein – sie ist ein Teil meiner Kindheit und Jugend. Diese Gemeinschaft aufzugeben, war für mich keine Option“, erklärt Scalera. Zugleich betont er die zeitliche Belastung: „Ich hoffe, dass wir zeitnah eine dauerhafte Lösung finden. Mein Ziel ist es, mich wieder stärker der Jugendarbeit zu widmen. Zudem engagiere ich mich im Stadtjugendring sowie in politischen Funktionen, die ich künftig intensiver wahrnehmen möchte.“
Scalera macht deutlich, dass sein Engagement als Übergangslösung gedacht ist: „Ich werde mein Möglichstes tun, aber auch ich habe Grenzen. Ich bin dankbar für die Unterstützung der Mitglieder und das Vertrauen in dieser schwierigen Zeit.“
Durch die Übergangslösung bleibt der Ausbildungs-, Trainings- und Einsatzbetrieb der Ortsgruppe mit rund 500 Mitgliedern aus der Kernstadt und den 17 Ortschaften weiterhin gesichert. Ein besonderer Dank galt in der Versammlung dem engagierten Team sowie den aktiven Mitgliedern, die den Betrieb zuverlässig aufrechterhalten. Auch in der Jugendarbeit ist Kontinuität gewährleistet: Anabel Huber und Pauline Maurer übernehmen als stellvertretende Jugendleiterinnen Verantwortung.
Übergangslösung und Blick nach vorn
Die Übernahme des Vorsitzes durch Scalera ist bewusst auf etwa ein Jahr befristet. Ziel ist es, der Ortsgruppe ausreichend Zeit zu geben, eine nachhaltige Nachfolge aufzubauen. In dieser Phase möchte die Vorstandschaft neue Wege gehen, um interessierte Mitglieder für Führungsaufgaben zu gewinnen. Dabei soll insbesondere die Hemmschwelle zur Übernahme von Verantwortung gesenkt und ein schrittweiser Einstieg ermöglicht werden.
„Es ist nicht leicht, geeignete Personen zu finden. Viele haben begrenzte Kapazitäten, und das Ehrenamt wird zunehmend als Belastung wahrgenommen. Gründe dafür sind unter anderem steigende bürokratische Anforderungen und finanzielle Herausforderungen“, so Scalera.
Aufruf der DLRG zur Mitwirkung
Die DLRG Rottenburg ruft ihre Mitglieder sowie die Öffentlichkeit dazu auf, sich aktiv einzubringen, Ideen einzubringen und geeignete Persönlichkeiten für den Vorsitz vorzuschlagen. „Wir sind überzeugt, dass wir gemeinsam eine tragfähige Lösung für die Zukunft unserer Ortsgruppe finden werden“, betont Scalera abschließend.