Bundestags-Infomobil in Horb
: Dürfen Bombenleger wählen gehen?

Das Bundestagsmobil macht Station in Horb. Schon beim ersten Vortrag zeigt sich: Die Politik-Infos werden am Bahnhof unterhaltsam präsentiert. Warum die Sprache sogar auf Bombenleger kommt.
Von
Jürgen Lück
Oberndorf
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Klaus Deuker informiert die Klasse 9 C der Realschule über den Bundestag. Auch der Erwachsene sind willkommen im Infomobil des Deutschen Bundestags.

Juergen Lueck /Juergen Lueck

Das Bundestagsmobil macht Station am Horber Bahnhof. Klaus Deuker gehört zur Öffentlichkeitsarbeit des Bundestags. Er sagt: „Wir sind gleich am Donnerstag mit der ersten Klasse gestartet. Wir schreiben vorab alle Schulen an. Das Infomobil hat sich zur Aufgabe gemacht, ein bis anderthalb Mal in der Legislaturperiode in jedem Wahlkreis zu informieren.

Der zum Bahnhof hin verglaste Raum ist gut gefüllt. Gemeinschaftskundelehrer Timo Frank hat Klasse 9c mitgebracht. Und Deuker beweist, dass er mit seinem Vortrag die Schüler richtig mitreißen kann. Mit lockeren Sprüchen und Vergleichen.

Dürfen auch Kriminelle wählen?

Beispiel die erste Bundeshauptstadt. Deuker: „Kanzler Adenauer war schlau. Er hoffte auf die Wiedervereinigung. Also suchte er eine Stadt, die den Übergang darstellt. Die war damals in etwa so groß wie Horb: Bonn.“

Wer darf wählen? Schüler Felix sagt: „Wer im Gefängnis sitzt, sicher nicht.“ Deuker: „Doch. Nur bei ganz schlimmen Verbrechen kann der Richter dem Verurteilen das Wahlrecht entziehen. Ich sag immer – bei Bombenlegern.“

Warum gibt es eine fünf Prozent Hürde? Deuker: „Liebe Lehrer, ergänzt bitte den Satz: Viele Köche...“. Und Frank und seine Kollegen rufen: „verderben den Brei“. Deuker: „Richtig. Bei 30 Parteien wäre es schwierig, eine Mehrheit zu kriegen.“

Das Bundestagsmobil steht derzeit am Horber Bahnhof.

Foto: Jürgen Lück/Juergen Lueck

Der Referent scherzt dann, als die Schüler kleinere Parteien wie Tierschutzpartei, Volt oder Piraten nennen: „Ich bin parteilos. Doch ich überlege, bald in eine Partei einzutreten. Die Rentnerpartei. Die gibt es nämlich.“

Dann geht es noch um die Kanzler der Bundesrepublik. Deuker gibt die Eselsbrücke vor: „Alle ehemaligen Kanzler bringen Sonntags keine Schokolade mit, schade.“ Die Schüler stolpern nur bei K (Kiesinger) und Sch (Schröder). Für die Eselsbrücke nach Olaf Scholz hat Felix schon eine Idee: „Schade, Marmelade.“ M wie Merz. Nach knapp einer Stunde ist der Vortrag vorbei. Lehrer Timo Frank: „Das war sehr erfrischend. Klaus Deuker hat sehr gut mit den Schülern interagiert.“

Polit-Infos unterhaltsam präsentiert

Deuker ist aber kein gelernter Lehrer, wie er sagt. Trotzdem hat er noch einen Appell: „Das Infomobil ist nicht nur für Schüler, sondern auch für Erwachsene. Die können sich einfach mit zwischen die Schüler setzen. Oder am Samstag kommen – da sind wir von 9 bis 14 Uhr da.“

Am Freitag, 14. März, hat sich Klaus Mack angekündigt. Deuker: „Wir laden immer die Direktkandidaten des Wahlkreises ein. Saskia Esken ist nicht dabei. Die hat als SPD-Chefin derzeit wohl angesichts der Koalitionsverhandlungen wichtigeres zu tun.“

Fazit: Polit-Infos unterhaltsam präsentiert. Der Besuch lohnt sich offenbar.

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