Benefizkonzert in Tumlingen
: Feuriges Drachen-Abenteuer in der Christuskirche

Standing Ovations für ein niveauvolles Benefizkonzert. Der Reservistenmusikzug 28 aus Ulm wurde durch Musiker aus der Region verstärkt.
Von
Walter Maier
Oberndorf
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Mit klassischen und symphonischen Werken erfreute der Reservistenmusikzug 28 Ulm und Musikern aus der Region bei einem gut besuchten Benefizkonzert in der Christuskirche in Waldachtal.

Walter Maier

Das Blasmusikorchester mit versierten Musikern aus Baden-Württemberg und Bayern begeisterte die Zuhörer in der gut besetzten evangelischen Kirche Tumlingen/Hörschweiler. Rund 40 Musiker in der Bundeswehr-Ausgehuniform und zivile Instrumentalisten musizierten ehrenamtlich und brannten ein Feuerwerk der Blasmusik ab.

Eine fulminante Eröffnung

Fulminant eröffnet wurde der Konzertreigen mit dem festlichen Werk „Majestic Entrance“ von Bert Appermont, das von erhabenem Charme und filmischen Einflüssen geprägt ist. Im Sinne des jungen österreichischen Komponisten Thomas Asanger, geboren 1988 in Linz, setzte das facettenreiche „A Sign of Freedom“ ein musikalisches Zeichen für Frieden und Freiheit, nach der sich insbesondere auch vertriebene Menschen aus Kriegsgebieten sehnen. Toleranz und Solidarität kamen in der bewegenden Melodienführung zum Ausdruck.

Die Freude am gemeinsamen Musizieren war bei den Musikern spürbar.

Foto: Walter Maier

Nach unerbittlichem Kampf zeigte ein Drache Erbarmen

Das wagemutige Drachen-Abenteuer „Pilatus – Mountain of Dragons“ von Steve Reineke wurde unter der versierten Leitung von Obergefreiter der Reserve Branko Herbstreit (55) aus Haiterbach-Oberschwandorf auf dramatische Weise erlebbar. Nach unerbittlichem Kampf zeigte ein Drache Erbarmen mit den Eindringlichen. Bestens inszenierte der Reservistenmusikzug 28 Ulm das programmatische Tongemälde. Moderator Wolfgang Werkmeister (68) aus Singen hob das Happy End dieses musikalischen Highlights hervor: „Mit dieser Tat hat der Drache Güte und Toleranz in den Herzen und Köpfen entfacht und somit ein friedliches und glückliches Zusammenleben der Menschen mit dem Drachen des Pilatus ermöglicht.“

Die Organisatoren Stefan Welle (links) und Waltraud Welle (rechts) strahlen nach dem gelungenen Konzert zusammen mit Dirigent Branko Herbstreit (Mitte).

Foto: Walter Maier

Sänger der Kärtner Erfolgsformation „Fegerländer“

Das stark besetzte Schlagwerk setzte bei etlichen Titeln Akzente. Eine spannende Komposition schuf der österreichische Komponist Martin Scharnagl (geboren 1988 Lienz/Osttirol) mit „Monumentum“, die majestätisch beginnt, in ein tänzerisches Allegro mündet und mit einem spritzigen Coda finalisiert. In „My Dream“ von Peter Leitner (geboren 1986), dem Komponisten, Arrangeur, Trompeter und Sänger der Kärtner Erfolgsformation „Fegerländer“ und Europameister der Egerländer Blasmusik trat Edwin Wöhrstein aus Altdorf/Böblingen als Solist auf dem Flügelhorn hervor. Diese wunderschöne Melodie ist beim Improvisieren mit Flügelhorn und Klavier entstanden und avancierte dann zu einer berührenden Blasmusik-Pop-Ballade. „Amen“, ein ergreifendes Werk von Pavel Stanek (*1927 in Prag), ist durch seine Dynamik gekennzeichnet. Das andächtige unter die Haut gehende Hauptthema und das zarte zweite Thema drangen in der Christuskirche in die Herzen der weit mehr als 100 Zuhörer ein. Das Werk steigerte sich von Phrase zu Phrase bis hin zum feierlichen Schlussakkord.

Ballade „Bergwerk“ von Reinhard Fendrich

Die wundervolle Ballade „Bergwerk“ des großen österreichischen Liedermachers, Moderators und Schauspielers Rainhard Fendrich erfasste die Konzertbesucher emotional. Schon während seiner Schulzeit schrieb der 1955 in Wien geborene Fendrich seine ersten Lieder. Komponist und Arrangeur Kurt Gäble (*1953 in Lauben/Schwaben) hat den Erfolgstitel „A Herz wia a Bergwerk“ kreativ für Blasorchester arrangiert. Die Blasmusik-Orchester spezifischen Register kamen voll zum Tragen.

Musiker aus Baden-Württemberg und Bayern bildeten das Ensemble.

Foto: Walter Maier

Stehende Ovationen belohnten die Musiker. „Es war ein toller Konzertabend!“, lobte Kirchengemeinderätin Waltraud Welle von der evangelischen Kirchengemeinde Waldachtal das Orchester für „ein hochkarätiges Konzert“ symphonischer Blasmusik. Mit dem Konzerterlös werde auch die 25 Prozent-Diakonenstelle und der Besuchsdienst gefördert.

Dem heutigen Musikempfinden angepasst

Das Programm fand einen sinnigen Abschluss: „Guten Abend, gut‘ Nacht“. Diesen Titel hat Johannes Brahms 1869 vertont. „Mit seiner Musik sprach Johannes Brahms schon immer die Gefühle der Menschen an.“, meinte Moderator Wolfgang Werkmeister. Pavel Stanek hat dieses Lied mit viel Einfühlungsvermögen dem heutigen Musikempfinden angepasst. Edwin Wöhrstein übernahm den Solo-Part auf der Trompete. Die beglückten Zuhörer wünschen sich, den Ulmer Musikzug bald wieder einmal in der Gemeinde Waldachtal zu erleben. In ganz Deutschland gibt es übrigens „nur“ 19 Reservistenmusikzüge. Im Jahr 2025 steht das Blasmusikorchester weiterhin unter der Leitung von Branko Herbstreit.

Die Mitwirkenden

Unterstützt
wurden die uniformierten und zivilen Musiker aus Musikvereinen aus Baden-Württemberg und Bayern auch von etlichen Musizierenden aus der Region.

Branko Herbstreit,
der beim Musikverein Salzstetten bis 2024 eine Ära geprägt hat, schwang den Dirigentenstab anstelle des erkrankten Robert Roth. Seine Ehefrau Bianca Herbstreit, Vorsitzende des Musikvereins „Die Musketiere“ Oberschwandorf, verstärkte das Orchester auf der Trompete.

Der aus Salzstetten stammende Stabsunteroffizier
der Reserve und Mitorganisator Stefan Welle, Bondorf, auf der Posaune und Schlagwerker Michael Kreuzberger spielen ansonsten im Musikverein Salzstetten.

Im Schlagwerk
wirkten auch der aus Altheim stammende Klaus Wetzler, Neustetten-Wolfenhausen, und Severin Schwarz von der Stadtkapelle Freudenstadt mit.

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