Arbeitseinsatz in Horb
: Schüler pflegen Gräber und erinnern an jüdische Familien

Die Klasse 7b der Realschule Horb hatte bei drückender Hitze einen Arbeitseinsatz auf dem jüdischen Friedhof Horb.
Von
red/pm
Oberndorf
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Die Klasse 7b der Realschule Horb traf sich auf dem jüdischen Friedhof von Horb zu einem Arbeitseinsatz

Realschule Horb

Trotz großer Hitze traf sich die Klasse 7b am vergangenen Dienstag auf dem schattenlosen jüdischen Friedhof von Horb. Wie schon bei vorangegangenen Aktionen sollten die Gräber von Wildwuchs befreit werden.

Zunächst führten das Ehepaar Herbert und Angelika Pavlicek vom Synagogenverein Rexingen in die Geschichte der jüdischen Gemeinde und ihres Friedhofs in Horb ein. Die Schüler waren überrascht zu hören, dass, anders als bei anderen Religionen, die Gräber auf jüdischen Friedhöfen für immer bleiben. Sie stellten viele interessierte Fragen, die geduldig und sachkundig beantwortet wurden.

Erinnerungen an früher

Anschließend stellten die Schüler in Kleingruppen an ausgewählten Gräbern einige der Menschen vor, die früher in Horb gelebt und gearbeitet haben und nun auf dem Friedhof begraben liegen. So berichtete zum Beispiel eine Gruppe am Grab von Heinrich Stern, wie dieser das Kleidergeschäft seines Vaters vergrößerte und zu einer Fabrik umbaute und ein bedeutsamer Arbeitgeber in Horb wurde.

Andere berichteten am Gedenkstein von dem Metzger Emil Dampf, der ebenfalls auf dem Friedhof begraben liegt. Seine Frau Rosalie dagegen hat kein Grab auf diesem Friedhof. Sie wurde 1942 deportiert und im Konzentrationslager Treblinka ermordet. Die Schülergruppe stellte ihr Leben an dem Gedenkstein des Friedhofes vor, an dem an all jene erinnert wird, die von den Nationalsozialisten grausam ermordet wurden.

Die praktische Arbeit

Die Schüler berichteten mit großem Ernst vom Leben der Personen, mit denen sie sich zuvor im Unterricht auseinandergesetzt hatten. „Das haben sie wirklich gut gemacht“, lobten Herbert und Angelika Pavlicek.

Danach ging es an die praktische Pflege des Kulturdenkmals: Efeu wurde geschnitten und die Wege von Unkraut befreit. Trotz der Hitze setzten sich die Schüler mit ihrer Lehrerin Michaela Meyer und dem Ehepaar Pavlicek mit ganzer Energie ein. Schließlich erhalten sie von der Stadt Horb für ihren Arbeitseinsatz auch einen Zuschuss für ihre anstehende Klassenfahrt.

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