Ammerbuch
: Poltringer nach fünftem Brand nervös

Polizei geht bei Serie von Brandstiftung aus. Bürger sollen Ruhe bewahren.
Von
Lena Müssigmann
Oberndorf
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Schwarzwälder Bote

Ammerbuch-Poltringen - Offenbar zündet ein Brandstifter rund um Ammerbuch-Poltringen Schuppen an. Feuerwehr und Polizei rücken inzwischen bei Alarm mit Großaufgeboten aus. Bislang blieb die Suche nach einem Täter erfolglos.

Nach dem nunmehr fünften Brand herrscht Anspannung bei den Poltringern, wie der Feuerwehrabteilungsleiter Matthias Kraus berichtet. "Alle rätseln", sagt Kraus. "Ist es einer aus dem Ort, ist es einer aus der Feuerwehr?" Fälle von brandstiftenden Feuerwehrleuten möge es schon gegeben haben, sagt Kraus.

Ammerbucher Bürgermeisterin fordert Bürger dazu auf, Ruhe zu bewahren

"Ich persönlich kann mir nicht vorstellen, dass es einer aus der Feuerwehr ist. Zu 100 Prozent weiß das niemand. Ich bin mir aber zu 99 Prozent sicher." Kraus appelliert, Ruhe zu bewahren. "Man muss auf die Polizei und deren Ermittlungsarbeit vertrauen."

Die Polizei hat um Hinweise aus der Bevölkerung gebeten – doch auch eine halbe Woche nach dem jüngsten Schuppenbrand hat sich kein Zeuge gemeldet. "Wir sind intensiv mit den Ermittlungen beschäftigt", sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Reutlingen. Ob Brandbeschleuniger benutzt wurde oder ein anderweitig einheitliches Bild bei den Bränden auf ein und denselben Täter schließen lässt, könne er aber aufgrund der laufenden Ermittlungen nicht sagen.

Die Ammerbucher Bürgermeisterin Christel Halm sagt ebenfalls: "Im Ortsteil ist deutlich Angst zu spüren." Doch ihr Appell klingt eindringlich. Sie fordert die Poltringer auf, Ruhe zu bewahren. "Ich habe gehört, dass im Ort schon von Bürgerwehr und Nachtstreife geredet wird", sagt sie. Manche Schuppenbesitzer erwägen ihrer Information nach sogar, im Schuppen zu nächtigen, um einen Täter auf frischer Tat ertappen zu können. "Das ist viel zu gefährlich! Ich bitte darum, Vertrauen zur Polizei zu haben und ihr die Ermittlungsarbeit zu überlassen", sagt Halm. "Die Polizei tut wirklich alles, was sie tun kann." Beim jüngsten Brand sei beispielsweise schnell ein Polizeihubschrauber vor Ort gewesen, um die Umgebung der Brandstelle nach Personen abzusuchen. Sie sei sicher, dass der Täter gefunden wird.

Die Feuerwehr unterstützt die Polizei nach Kräften. "Wir haben eine tragbare Wärmebildkamera, die man bei der Tätersuche in der Umgebung eingesetzt hat", sagt Kraus. "Leider erfolglos."

Bis der vermutete Brandstifter gefasst ist, werden die Feuerwehrleute rund um Kraus weiterhin unruhig schlafen und quasi jede Nacht damit rechnen, wieder rausfahren zu müssen.

15. August (Montag)

Ein Schuppen mit landwirtschaftlichen Geräten und Mofas, recht nah am Dorf, brennt ab. Notruf kurz nach 1 Uhr. Mit rund 50 000 Euro wird von der Polizei der bislang höchste Einzelschaden gemeldet. Ein Privatmann hat sich bei ersten Löschversuchen verletzt, weil er Rauch eingeatmet hat.

  27. Juli (Mittwoch)

Eine Feldscheune brennt. Notruf kurz nach 3 Uhr. Schaden: Mehrere 10 000 Euro.

  21. Juli (Donnerstag)

Zwei nebeneinander gelegene Schuppen brennen an mehreren Stellen. Der Feuerwehr gelingt es, die Flammen zu löschen, bevor die Gebäude abbrennen. Notruf gegen halb eins in der Nacht. Schaden: über 1000 Euro.

  5. Juli (Dienstag)

Gerätehütte brennt. Notruf geht um 12.15 Uhr ein. Schon um 5 Uhr hatten Zeugen kurzzeitig Brandgeruch wahrgenommen. Schaden: mehrere Tausend Euro.

  8. Juni (Mittwoch)

Die Serie begann mit dem Brand eines Lagerschuppens, in dem sich Kleingeräte befanden. Das Gebäude brennt vollständig aus. Notruf um 2.45 Uhr. Schaden: mindestens 25 000 Euro.

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