Abschlussfeier der Realschule Horb: Eigenständige Menschen ins Leben entlassen

Viele Realschüler wurden für ihre guten Notendurchschnitte ausgezeichnet.
RealschuleVoll gegenseitigem Respekt, persönlicher Nähe und sentimentalen Momenten endete für genau 100 Schülerinnen und Schüler der Horber Realschule eine Lebensphase. Über 600 Angehörige hatten sich in der Hohenberghalle zu der mit Humor gewürzten Zeugnisübergabe eingefunden.
Den besten Rat, mit Pannen umzugehen, gaben zwei Schülerinnen: weglächeln und vergessen, das hätte sich in den sechs gemeinsamen Jahren bewährt. Dass der improvisierte rote Teppich den High Heels der jungen Damen in ihren bodenlangen Abendkleidern nicht standhielt, und die Herren der Schöpfung falsch abbogen und den Weg durch die Saalmitte nicht fanden, tat dem fulminanten Einzug keinen Abbruch.
„Zugfahrt“ voller Abenteuer
Der Schulchor hatte sich um das Lehrerkollegium verstärkt, zum Auftakt verlieh er der Versammlung eine feierliche Note. Schulleiterin Heidrun Linka hatte ihre diesjährige Festrede unter das Thema „Zugfahrt“ gestellt. Nach einer Fahrt voller Abenteuer, Herausforderungen und unvergesslicher Momente seien die Reisenden am Zielbahnhof eingetroffen. Von dort starteten nun die unterschiedlichsten Anschlusszüge zur Berufs- oder Weiterbildung, ihr Ticket dafür hätten alle gelöst. Wie bei der richtigen Bahn hätten sich Bummelzüge und Verspätungen auch bei den Unterrichtsstunden auf die Pünktlichkeit ausgewirkt. Das Bordbistro sei den Angeboten der Umgebung überlegen und hätte bei regelmäßiger Nutzung sicher einige Reisekrankheiten verhindert. Ohne die treuen Zugbegleiter, Sekretärin Birgit Weinstein, Hausmeister Safet Masic und die Sozialarbeiterinnen Marion Frank und Nicola Höfer, wäre so manches Verlorene und Vergessene auf der Strecke geblieben.
Zufriedener Blick auf Notendurchschnitt
Zufrieden betrachtete Linka den Notendurchschnitt von 2,5 aller 90 Realschüler. 25 Schüler erhielten eine Belobigung für ihre Gesamtnote 2,0 bis 2,4. Noch besser, mit der Eins vor dem Komma, waren 20 Absolventen, die mit einem Preis ausgezeichnet wurden. Nach bestandener Prüfung erhielten 10 Schüler ihren Hauptschulabschluss. Vor der Zeugnisvergabe gedachte die Schulgemeinschaft des im vergangenen Jahr verstorbenen Mitschülers Razvan Mihai Belu mit einer Schweigeminute.
Locker schlenderte Schulsprecher Ege Ismail Özcan ans Rednerpult. Statt eines langweiligen Grußwortes strahlte er seine Botschaft aus, nach so viel Erreichtem zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Die beiden Elternbeiratsvorsitzenden Stephanie Martini und Susan Göttler zogen Bilanz. Mit Stolz auf das Erreichte sei Lehrern und Eltern gelungen, die Kinder zu eigenständigen Menschen zu erziehen. Mit einem Nietzsche-Zitat ermutigten sie: „Geht euren Weg, den ihr für richtig haltet. Fragt nicht, wohin er führt, geht ihn.“
Erinnerungen und Anekdoten
Von ihren jeweiligen Klassenlehrerinnen erhielten die Realschulabsolventen ihre Zeugnisse und nutzen nach der Pause den Abend, sich mit persönlichen Erinnerungen und Anekdoten der gemeinsamen Zeit zu erinnern. Wie sehr habe sie von dieser Schule weg wollen, gestand eine Schülerin, doch an diesem Moment angekommen, flossen Tränen der Rührung. Neben allen Lobpreisungen erhielt Linka den Titel der geduldigsten Lehrerin. Die Klasse 10a hatte mit einfallsreichen Aktionen einen großen Teil ihrer London-Fahrt selbst erwirtschaftet, einen nächtlichen Ausflugsversuch hätte Stefanie Buhl bereits nach 10 Metern verhindert, dafür aber „krasse Storys erzählt und einen super Unterricht gemacht“.
Der Angst folgt die Sympathie
Vor Anita Engler hätten sie in der 8. Klasse Angst gehabt, berichtete die 10b, sie danach aber in ihr Herz geschlossen. Das kleine Klassenmaskottchen hatte sich als Abschiedsgeschenk zu einem lebensgroßen Plüsch-Pandabär ausgewachsen. Auch die 10c vermerkte, der vorjährige Druck, den Jennifer Wagner in der 9. Klasse aufgebaut habe, zahle sich in der 10. aus. Die gefürchteten Klausuren hätten sich als leichter und bewältigbar herausgestellt. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie bespiegelte sich die 10d. Nicht nur Wissensvermittler seien die Lehrer gewesen, sondern unerschrockene Kapitäne durch die stürmischen Gewässer der Pubertät. Mehr noch als Parabeln oder Versmaße hätten sie ihnen Respekt, Aufmerksamkeit und Disziplin vermittelt. Und ein Dank gelte den Eltern, die nächtliche Panikattacken vor Prüfungen und unzählige Fahrten zu Schulveranstaltungen ertragen hätten. Am Abend sei noch eine Party im Club angesagt, doch das falle unter das Datenschutzgesetz.
Preise
Für ihren Notendurchschnitt von 1,3 bis 1,9 wurden mit einem Preis ausgezeichnet:
Iskra Bilac, Lale Binzet, Jonas Birlinger, Luis Bixenmann, Janina Ceku, Pascal Göttler, Anis Houri, Ruzica Knezevic, Rahel Knobloch, Kim Kreidler, Natali Loktionov, Miriam Merhi, Lara Sophia Möhrle, Felix Schmid, Hanna Socher, Noah Steller, Maya Ukse, Meiko Matteo Vogt, Joel Weßbecher und Anna Maria Zink.