Abschluss an der Gemeinschaftsschule Horb: Belastende Jahre liegen hinter ihnen

Sie freuten sich über ihre Hauptschul-Abschlusszeugnisse der Gemeinschaftsschule
GMS HorbGeschafft! Steffen Pfeffer fasste in einem Wort die Gefühle von Lernenden und Lehrenden zusammen. An der Gemeinschaftsschule (GMS) übergab der stellvertretende Schulleiter die Haupt- und Realschul-Abschlusszeugnisse.
In Vertretung des erkrankten Rektors Götz Peter hatte sich Pfeffer in würdiges Schwarz gekleidet. Nach besonders belastenden Jahren, Corona ist schon fast vergessen, bestand für ihn um so mehr Grund für Erleichterung und Freude.
Überwundene Zweifel
Die erste intensive Lebensphase gehe mit Erinnerungen an Erfolge, ob groß oder klein, zu Ende. Überwundene Zweifel an genügender Vorbereitung auf den Test, Genugtuung, die Mathe-Lektion verstanden zu haben, oder die gerechte Zimmerverteilung bei der Abschlussfahrt. Aber das Leben gehe weiter, alle Absolventen hätten dafür eine Plan, keiner lasse sich hängen, auch dies wertete Pfeffer als Erfolg. Vor allem aber hätten sie sich in der Gemeinschaft weitergebildet.
„Fauler Haufen mit Herz“
Die Klassenlehrerinnen Yvonne Weber und Carolin Bräuning fanden liebevolle Umschreibungen für manchmal harte Begebenheiten. Der „faule Haufen mit ganz viel Herz“ habe sie „einiges durchleben, und manchmal fast nicht überleben lassen“. Hätten doch einige „einen Rekord im Nicht-Arbeiten aufgestellt“. Ohne Klassenverband, über Jahre zu Hause eingesperrt, in meist bildungsferner Umgebung den Schulstoff auf der heimischen Couch selbst erarbeiten zu müssen, hielten sie ihnen zugute. Mit dem versöhnlichen Bewusstsein – „Ihr seid fantastisch, glaubt immer an euch“ – schickten sie die ihnen wirklich ans Herz gewachsenen Schützlinge ein letztes Mal durch die Schultüren hinaus ins Berufsleben.

Diese Schüler der Gemeinschaftsschule freuen sich über ihren Realschulabschluss.
Foto: GMSFür jeden eine Rose
Auch der Parallel-Lerngruppe waren deren Leiterinnen Anne Zimmermann und Simone Niehage die „tollen jungen Menschen“, die sie in den letzten beiden Jahren begleitet hatten, sehr zugetan. Für die hatten sie zu jedem Zeugnis eine Rose. Hinter dem spröden Unterricht und der pädagogischen Autorität versteckt, liebende, auf die Chancen ihrer Schüler im Leben bedachte Menschen zu entdecken, fassten die Schulsprecherinnen Elena-Teona Baluta und Ela Gräßlin in ihre Dankrede.
„High-Speed-Mathe“
Hans Braun rief seinen Einstieg als Quereinsteiger in Erinnerung, als er, ohne Erfahrung an öffentlichen Schulen, eine 9er zur Abschlussprüfung der Mittleren Reife führen sollte. Mit seiner „High Speed im Mathe-Unterricht“ hätten sich einige seiner Schüler wie seine Lieblings-Riesenschildkröte verhalten, stabil, aber sehr langsam.
Mit Schulhausübernachtung und der Exkursion nach Kroatien sei das Zusammengehörigkeitsgefühl gewachsen. Wenig gelungen seien jedoch die Projekttage, die Klassenräume verschönern zu wollen, verlaufen. Zum Glück habe keiner eine Ausbildung im Malerberuf angestrebt. Dennoch sei er überzeugt, in wenigen Jahren tüchtige und erfolgreiche Werktätige wiederzutreffen.
Auszeichnungen
Belobigungen
Mit einer guten Durchschnittsnote erhielten eine Belobigung: Elaya Azis, Lukas Balatinac, Elena-Teona Baluta, Valeria-Elina Conrad, Benett Csènyi, Liam Gläser, Ela Gräßlin, Anna Klychmuradova und Michael Schille
Schulpreis
Adrian Paul Dürr wurde mit sehr guter Leistung mit dem Schulpreis ausgezeichnet.