70 Jahre in Ergenzingen
: DRK blickt auf eine bewegte Geschichte

Seinen 70. Geburtstag feiert der DRK-Ortsverein Ergenzingen am 31. Mai und am 1. Juni.
Von
Klaus Ranft
Oberndorf
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Der Ergenzinger Arzt Hans Schmolze, Bereitschaftsführerin Hildegard Bader und Edmund Wagner (von links) stehen für viele, die sich um den DRK-Ortsverein verdient gemacht haben. (Archivfotos)

Klaus Ranft

Los geht das Ganze am Samstag um 15.30 Uhr mit einer Rettungsübung zusammen mit der Feuerwehr beim DRK-Domizil. Für 17 Uhr ist ein Festakt angesagt und ab 18 Uhr beginnt im DRK-Heim die Geburtstagsparty mit musikalischer Unterhaltung durch Ralf Maier.

Am Sonntag ist ab 10.30 Uhr zum Tag der offenen Tür eingeladen, zum Frühschoppen spielt der Musikverein Ergenzingen. Für Gaumenfreuden zur Mittagszeit sorgt die DRK-Küche. Es gibt eine große Fahrzeugschau und der DRK-Kreisverband informiert vor allem auch über den Rettungseinsatz mit Drohnen und es gibt auch Live-Vorführungen der Helfer vor Ort. Eine Hüpfburg und Kinderschminken sorgen für Kurzweil bei den kleinen Gästen.

Gegründet wurde der DRK-Ortsverein am 19. März 1955 im damaligen Pfarrgemeindesaal von 32 aktiven und 54 Fördermitgliedern. Als Männer der ersten Stunde galten insbesondere der Ergenzinger Arzt Hans Schmolze und der langjährige Vorsitzende des DRK-Ortsvereins, Edmund Wagner.

Rettungsdienst beginnt 1956

Schon von Beginn an überzeugten die Ergenzinger Rotkreuzler mit Tatendrang. 1956 wurde mit dem Rettungsdienst begonnen, vom Kreisverein in Horb bekamen die Ergenzinger den ersten Krankenwagen. Dank großem Entgegenkommen der Gemeindeverwaltung konnte an der B 14 eine Unfallhilfestelle bei der Familie Göhring eingerichtet werden. Die Einsätze wurden alle über diese Familie abgewickelt. Auch im damaligen Kreisverein Horb brachten sich die Ergenzinger ein. 1957 wurde Edmund Wagner zum Kreisbereitschaftsführer des Kreisvereins Horb gewählt und die Kreisgeschäftsstelle wurde ebenfalls in Ergenzingen eingerichtet. Geschäftsführer wurde Otto Göhring und seine Mitstreiter Edmund Wagner und der Ortsvereinsvorsitzende und Suchdienstleiter Karl Renz komplettierten das Führungstrio des Kreisvereins bis zu dessen Auflösung, bedingt durch die Kreisreform im Jahr 1973. Um die anstehenden Aufgaben besser bewältigen zu können, hatte der DRK-Kreisverein Horb bereits 1966 ein gemeindeeigenes Haus in der Edelmannstraße angemietet.

Weitere Ortsgruppen entstehen

In den Jahren 1957 bis 1963 wurden im Kreis Horb weitere Ortsgruppen gegründet. Zum Ortsverein Ergenzingen kamen die Rotkreuzler aus Baisingen, Weitingen, Börstingen, Hochdorf, Gündringen, Vollmaringen, Mühringen, Altheim, Salzstetten und Obertalheim. Diese vielen Gruppen von Ergenzingen aus damals nicht mehr ordnungsgemäß versorgt werden und wurden deshalb 1966 eigenständig.

Im Zuge der Kreisreform wurde der Kreisverein Horb dann aufgelöst und die Ergenzinger kamen als erster Ortsverein zum Kreisverband Tübingen.

1975 wurde mit dem Bau der Rettungswache im Brunnentalweg begonnen, die 1978 voll funktionsfähig war. In sie steckten die Ehrenamtlichen 11.000 Arbeitsstunden. An den Barleistungen in Höhe von 430.000 Mark war praktisch die gesamte Gemeinde beteiligt. Der damalige Landesvater Lothar Späth würdigte diese großartige Leistung mit einer Anerkennungsprämie. 1980 wurde die erste Notarztstelle im ländlichen Raum mit dem Seebronner Arzt Rainer Saebisch besetzt und Vorsitzender Karl Renz wurde 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Der 1956 in Dienst gestellte Ergenzinger Krankenwagen

Foto: Klaus Ranft

Viele Veränderungen in 70 Jahren

Der für Ergenzingen, Baisingen, Eckenweiler, Hailfingen und Seebronn zuständige Ortsverein hat natürlich in den vergangenen 70 Jahren viele Veränderungen personeller, logistischer und technischer Art erfahren und auch immer wieder der Zeit Rechnung tragen müssen. Ohne die vielen Helfer, die bis zum heutigen Tage in der Bereitschaft, der Schnelleinsatzgruppe, dem Bevölkerungsschutz, der Sanitätsdienste, der Sozialarbeit und dem Blutspendedienst ehrenamtlich tätig sind und waren, hätten diese Aufgaben nicht erfüllt werden können. Darum gebührt ihnen größter Respekt.

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