Stadtführung im November: Auf den Spuren jüdischen Lebens in Hechingen

Madame Kaulla auf dem Hechinger Stadtbrunnen – eine Station bei der Stadtführung der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft.
ReisDie Tradition der Hohenzollerischen Jakobusgesellschaft (HJG), im stillen Monat November der Opfer von Gewaltherrschaft und Terror zu gedenken, wird in diesem Jahr am Samstag, 23. November, mit einer Stadtführung fortgesetzt. Diese folgt den Spuren jüdischen Lebens in der Zollernstadt.
Jörg Küster, renommierter Hechinger Stadtführer und selbst Pilger, wird mit der Besucher-Gruppe verschiedene Stationen in der Oberstadt aufsuchen, an denen einst jüdische Bürger lebten und wirkten. Die Gruppe trifft sich um 14.30 Uhr vor der Alten Synagoge, Goldschmiedstraße 20.
Los geht es an der Synagoge
Die Führung dauert rund 2,5 Stunden, beginnt in der Alten Synagoge und geht weiter zum Marktplatzbrunnen, dessen Darstellungen auf die jüdische Geschichte Hechingens verweisen. Der Weg führt zur Schlossstraße, die durch die jüdische Hoffaktorin Madame Kaulla Berühmtheit erlangte. In der nahe gelegenen Münzstraße befand sich die von ihr gestiftete Talmudschule.
Benedikt Baruch war der Gründer der Hechinger Textilindustrie und der Großgroßvater von Elsa Einstein. Auf dem Kirchplatz wuchs Paul Levi auf, Rechtsanwalt und einer der Mitbegründer der Kommunistischen Partei Deutschlands. Auf dem Obertorplatz praktizierte der Arzt, Schriftsteller und kommunistische Politiker Friedrich Wolf, dessen Söhne Markus und Konrad in der DDR als Spionagechef und Dramaturg Karriere machten.
Abschließend kehren die Teilnehmer zum Vespern und Gedankenaustausch auf dem Obertorplatz im „Refugio“ ein. Der Beitrag für den Besuch der Alten Synagoge und die Stadtführung beträgt 5,50 Euro pro Person und wird von der HJG vor Ort eingesammelt. Der Anmeldeschluss für die Führung ist Montag, 18. November, bei Hannes Reis unter der Mail-Adresse hannes.reis@web.de .