Sammler aus Bisingen: Michael Mayer sucht 100 Jahre alte Feuerwehr-Sachen

Michael Mayer zeigt Helme der ehemaligen Feuerwehren im ehemaligen Feuerwehr-Landesverband Hohenzollern.
KauffmannMichael Mayer ist ein Sammler mit Herz und Seele. Wie Schmuckstücke bewahrt er einen Teil der alten Gegenstände in einer Vitrine auf. Und er hat eine ganz spezielle Sammelleidenschaft: Er interessiert sich für den „Hohenzollerischen Landesfeuerwehrverband“, der nur von 1924 bis 1934 bestand. Dieser bestand vor gut 100 Jahren nur über die Dauer von zehn Jahren – und das bedeutet: Gegenstände aus dieser Zeit und dann noch zu diesem Thema sind überaus rar.
2002 kauft Mayer ein Löschfahrzeug der Firma Maute
Wie er auf dieses Hobby gekommen ist? Zum einen ist Mayer seit 1987 in der Bisinger Feuerwehr engagiert. Zum anderen kaufte er 2002 das Löschfahrzeug LF15, Baujahr 1951, von der ehemaligen Firma Maute ab. Schon als Kind sah er das Gefährt mit Pumpe und Maute-Männle in den Garagen stehen. Es wird gehegt und gepflegt: Bis heute ist es funktionstüchtig. Mit der Zeit sind auch aus anderen Quellen immer mehr Feuerwehr-Gegenstände dazugekommen, kleine und große. Eine Feuerwehrtrompete, Schulterklappen und Schirmmützen zum Beispiel.
Wie ist die Feuerwehr in der Gegend entstanden?
So kam er auf die Frage, wo die Anfänge der Feuerwehr hier in der Gegend liegen. Die Entwicklung der Feuerwehr umreißt er in groben Zügen.
Demnach gab es zuerst eine Pflichtfeuerwehr: Jeder männliche Einwohner ab einem gewissen Alter musste bei Alarm zu einem vorbestimmten Platz gehen und beim Löschen helfen – eine Feuerwehr, die eher unprofessionell agierte, weil die Übung und Wille fehlten. Danach wurden die Feuerwehren den Gemeinden unterstellt, und seither ist der Dienst freiwillig und mit der Zeit professioneller geworden.
Erster Gegenstand von Feuerwehrmann aus Hechingen
Die Gemeindefeuerwehren waren zusammengefasst im Landesfeuerwehrverband Hohenzollern, also grob von Empfingen bis Sigmaringen. Zurück zu Michael Mayers Sammlung: Den ersten Gegenstand erhielt er von einem ehemaligen Feuerwehrmann aus Hechingen, er fragte auch bei Feuerwehrkommandanten mit der Hoffnung, in den Feuerwehrhäusern direkt nachzuschauen. Manchmal kommt er mit Nachfahren lange verstorbenen Feuerwehrkommandanten innerhalb des Feuerwehrverbands Hohenzollern ins Gespräch. Mayer: „Man braucht Geduld.“ Um die Sammlung in bisher überschaubarer Größe zu diesem seltenen Thema zusammenzustellen, brauchte er 25 Jahre.
Weimarer Adler auf Hohenzollerischem Helm
Eine Pickelhaube sticht hervor. Mayer erklärt: „Der war nur für Kommandanten.“ Einen praktischen Nutzen hatte der Helm aus Leder vor allem im Hinblick auf die optische Unterscheidbarkeit verschiedener Dienststufen. Kurios ist, dass der Helm aus Leder an der Front einen Weimarer Adler zeigt, auf dem das Wappen Hohenzollerns prangt. Er hat den Helm als Leihgabe erhalten, um die Sammlung ein Stückchen zu komplettieren.
Ziel: eine komplette Uniform haben
Daneben hat er noch einzelne Teile, die zur Uniform gehören: Gürtelschnallen, Mützen und einen Orden, auf dem zu lesen ist: „Hohenzollerische Landesfeuerwehrverband für treue Dienste“ – ein überaus seltenes Stück, das irgendwie über eine Bisingerin, die nach Mössingen geheiratet hatte über Michael Mayer wieder zurück nach Bisingen kam. Dazuhin hat er eine Borschüre mit „10 Feuerwehrliedern“ sowie ein altes Heft, das „Übungs- und Bekleidungsvorschriften“ zusammenfasst.
Was er sich nun wünscht? „Toll wäre, die Gegenstände für eine komplette Uniform zusammenzuhaben“, sagt Mayer.
Wer hat Gegenstände?
Kontakt
Wer Gegenstände vom ehemaligen Feuerwehrlandesverband Hohenzollern hat (oder auch meint, solche zu haben), kann sich an Michael Mayer wenden. Zu erreichen ist er unter info@druckhaus-mayer.com