Pater Franz und Gerhard: Mit Blitz und Donner – Pilger aus Hechingen radeln nach Trier

Das „Ende der Durststrecke“ erreichten die Pilger an einem Trierer Restaurant.
PfaffDie beiden schon bekannten Pilger auf dem Martinsweg, Pater Franz und sein Pilgerkollege Gerhard, nahmen sich dieses Jahr eine große Etappe vor: Von Rottenburg am Neckar nach Trier an der Mosel. Um diese lange Strecke zu bewältigen, trafen sie eine wichtige Entscheidung: Sie gingen nicht zu Fuß, sondern stiegen aufs Fahrrad. Aber nicht auf ein E-Bike, stattdessen wählten sie den das Bio-Bike mit Gangschaltung.
Am 3. Juli diesen Jahres begann die Tour. Dem außergewöhnlichen Klima in diesem Jahr entsprechend, regnete es während der ersten Etappen. In Schwaigern baten die beiden Pilger um Übernachtung im Gästehaus des berühmten Sänger Tilman Lichdi. Da das Haus bereits ausgelastet war, durften sie unentgeltlich in seinem Grasgarten hinter dem Haus zelten.
In ähnlich gastfreundlicher Art lud der Gästehaus-Verwalter zum Public Viewing des EM-Spiels Deutschland gegen Spanien ein – auch wenn dieses bei der Heim-Europameisterschaft nicht von Erfolg gekrönt werden sollte.
Regen überrascht die Pilger beim Zeltaufbau
Die Pilgerreise ging trotzdem weiter: Am folgenden Tag erreichten die Pilger Weingarten im Kreis Karlsruhe. Dort erwartete sie der Neffe von Gerhard, bei dem sie anschließend zwei Tage blieben, um sich ein bisschen auszuruhen. Mit neuen Kräften ging es weiter über Speyer nach St. Martin in der Pfalz und schließlich nach Worms. Dort war der große theologische Disput zwischen Martin Luther und dem Gesandten des Papstes auf dem Reichstag im Jahre 1521. Die Spuren dieses großen Ereignisses sind heute noch sichtbar in der Stadt.
Die Fahrt ging dann weiter nach Mainz. Der Weg dorthin ging am Rhein entlang. Das Zelten auf dem Campingplatz dort hatte es in sich: Als die beiden Pilger bei zunächst gutem Wetter daran gingen, ihre Zelte aufzuschlagen, entlud sich plötzlich ein starker Regenguss. Gerhard, der schneller war als Pater Franz, hatte schon das wasserdichte Zeltdach aufgespannt und seine Sachen blieben trocken. Pater Franz hingegen musste seine Sachen in einen Unterstellplatz retten.
Fahrradsturz und platter Reifen
Einige Stopps später hieß es sich anzustrengen, denn die Pilger mussten über den Hunsrück ins Moseltal nach Trier kommen. Auf dem Weg dorthin gab es teilweise raue Fahrradwege und einen Sturz mit dem Fahrrad. Glücklicherweise erlitt Pater Franz nur leichte Schürfungen. Dann, einige Kilometer weiter, hatte Gerhard einen Platten.
In Trier hatten die beiden Pilger das Ziel der diesjährigen Pilgerschaft erreicht und besuchten dort ein Restaurant, an dessen Tür es sinngemäß hieß: „Ende der Durststrecke“.
Die Tour hört auf wie sie begonnen hat
In Trier haben die Afrikamissionare-Weiße eine Niederlassung, wo die beiden Pilger gastfreundlich aufgenommen wurden, weil Pater Franz zur gleichen Innung gehört. Seine Ordensbrüder nahmen ihn und seinen Pilgerkollegen zu einem guten Abendessen in ein Restaurant mit Biergarten am Ufer der Mosel mit.
Da gab es nochmal einen knalligen Effekt: Mitten beim Abendessen gab es einen Blitz mit sofortigem Donner, einem Wolkenbruch und sehr starkem Wind, welcher die Schirme des Biergartens in die Mosel warf. Die Pilger und die anderen Gäste im Biergarten waren in Sekundenschnelle patschnass. So endete die Pilgertour, die mit Regen angefangen hatte, mit einer ebenso starken Dusche.
Zur Person: Pater Pfaff
Weiße Väter
Pater Franz Pfaff ist gebürtiger Dormettinger. Er wirkte in Uganda 40 Jahre als Afrikamissionar – Weißer Vater. Im Dezember 2005 verließ er Uganda und ist seither tätig in Haigerloch und Hechingen bei den Weißen Vätern.
Pilgerreisen
2006 pilgerte er von Haigerloch nach Santiago de Compostela in drei Monaten. Seither pilgert er jedes Jahr zwei Wochen irgendwo auf einem Pilgerweg.