Hilfe aus Hechingen für Sri Lanka: Erst Tsunami-Soforthilfe, dann nachhaltige Projektarbeit

Grundschulkinder in Sri Lanka freuen sich über den Besuch aus Hechingen. Das Bild zeigt Sarah Ruminsky (links), Dina Dietel (rechts hinten), Projektpartnerin Geetha de Silva und SchülerInnen der Thenagama Primary School.
Kinder brauchen Frieden e.V.Sechs Tage lang waren Dina Dietel und Sarah Ruminsky vom Hechinger Verein „Kinder brauchen Frieden e.V.“ erneut in Sri Lanka unterwegs. Ziel der Projektreise war es, bestehende Hilfsprojekte zu überprüfen, neue Bedarfe zu identifizieren und die langfristige Zusammenarbeit mit lokalen Partnern zu stärken.
Seit dem verheerenden Tsunami im Jahr 2004 engagiert sich der Hilfsverein von der Zollernalb in dem südasiatischen Inselstaat. Was als Soforthilfe begann, hat sich über die Jahre zu nachhaltiger Projektarbeit entwickelt. Heute liegt der Fokus insbesondere auf ländlichen Schulen sowie Bildungseinrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderungen rund um die Küstenstadt Tangalle. Gemeinsam mit der sri-lankischen Projektpartnerin Geetha de Silva werden die Maßnahmen vor Ort umgesetzt.
Nachhaltige Hilfe an der Thenagama Primary School

Wo Deutschland auf dem Globus zu finden ist, erfuhren die Schulkinder von Sarah Ruminsky im Englischunterricht.
Foto: Kinder brauchen Frieden e.V.Die aktuelle Erkenntnis: Die Unterstützung zeigt Wirkung. Die Schule ist gut ausgestattet, Materialien werden gepflegt genutzt, und die Entwicklung der Kinder verläuft positiv. Dennoch bleibt die Finanzierung laufender Kosten eine Herausforderung. Staatliche Mittel reichen oft nicht aus – weshalb der Verein beschlossen hat, die Schule auch künftig regelmäßig zu unterstützen.
Zwischen Fortschritt und Unsicherheit
Ein besonders emotionaler Besuch führte die beiden Projektverantwortlichen zur Einrichtung „Arunalla“, einer Schule für Kinder mit Behinderungen. In den vergangenen Jahren hat „Kinder brauchen Frieden e.V.“ durch Spenden unter anderem Mahlzeiten, Physiotherapie, einen Spielplatz sowie einen Gemüsegarten ermöglicht.
Aktuell prägen jedoch Baustellen das Bild: Staatliche Bauarbeiten haben begonnen, wodurch Teile der bisherigen Infrastruktur vorübergehend weichen mussten. Langfristig verspricht die staatliche Unterstützung Verbesserungen – etwa bei der Finanzierung und Personalausstattung. Doch noch ist unklar, wann diese Maßnahmen greifen. Für den Verein steht fest: Die Kinder benötigen weiterhin verlässliche Hilfe.
Neue Perspektiven für ländliche Schulen
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die Erkundung neuer Projektstandorte im ländlichen Raum rund um Tangalle. Drei Schulen wurden intensiv besichtigt.Obwohl Bildung in Sri Lanka grundsätzlich kostenfrei ist, fehlt es vielerorts an grundlegender Ausstattung. Drucker, sauberes Trinkwasser oder Ventilatoren sind keine Selbstverständlichkeit. Besonders kleinere Schulen geraten schnell ins Hintertreffen. Der Verein prüft derzeit, wo Unterstützung den größten Unterschied machen kann – mit dem Ziel, möglichst vielen Kindern langfristig bessere Lernbedingungen zu ermöglichen.
Ausbildung und Selbstständigkeit im Nawahiru Center
Ein Höhepunkt der Reise war der Besuch des Nawahiru Capacity Development Centers im Dorf Gangodagama. Dort werden aktuell 25 junge Menschen mit Behinderungen gefördert. Seit Ende 2025 unterstützt „Kinder brauchen Frieden e.V.“ das Zentrum – mit sichtbarem Erfolg: Die Jugendlichen erhalten tägliche Mahlzeiten, nehmen an Ausbildungsprogrammen teil und entwickeln wichtige Fähigkeiten für ein selbstständiges Leben. Besonders beeindruckend: ein gemeinschaftlich betriebener Gemüsegarten sowie selbst hergestellte Produkte wie Teppiche oder Schmuck, die verkauft werden.
Nach intensiven Gesprächen vor Ort steht fest, dass der Verein das Projekt langfristig begleiten und weiter ausbauen will.
Vor-Ort-Besuche als Schlüssel für wirksame Hilfe
„Die Reise hat einmal mehr deutlich gemacht, wie wichtig die persönlichen Besuche vor Ort sind“, resümiert der Hilfsverein in einer Pressemitteilung. „Nur durch den direkten Austausch und eigene Eindrücke lässt sich realistisch einschätzen, wie sich Projekte entwickeln, wie gut die Unterstützung tatsächlich ankommt und wo weiterhin dringender Bedarf besteht. Im engen Dialog mit der Projektpartnerin Geetha de Silva sowie durch zahlreiche Gespräche mit Schulleitungen und Lehrkräften konnten wertvolle Einblicke in das Bildungssystem Sri Lankas gewonnen werden. Dieses Wissen hilft dem Verein, zukünftige Projekte noch gezielter, nachhaltiger und bedarfsgerecht umzusetzen.“
Gemeinsam Zukunft gestalten
Die Reise hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig nachhaltige Unterstützung ist – und wie viel durch gezielte Hilfe erreicht werden kann. Gleichzeitig bleibt der Bedarf groß.

Der direkte Kontakt zu den Projektpartnerinnen vor Ort ist durch nichts zu ersetzen. Hier prüft Dina Dietel gemeinsam mit zwei Betreuerinnen des Nawahiru Capacity Development Centers die Anwesenheitsberichte der Schülerinnen und Schüler.
Foto: Kinder brauchen Frieden e.V.„Kinder brauchen Frieden e.V.“ setzt weiterhin auf direkte Zusammenarbeit, Transparenz und langfristige Wirkung. Jede Spende trägt dazu bei, Kindern und Jugendlichen in Sri Lanka bessere Chancen für ihre Zukunft zu ermöglichen.
Wer helfen will, die Arbeit des Vereins zu unterstützen: Das Spendenkonto bei der Sparkasse Zollernalb hat die IBAN: DE69 6535 1260 0079 2340 34
Alle Infos unter www.kinder-brauchen-frieden.de