Herbst in Hechingen: Gelbe-Bändel-Aktion – ab sofort Obst ernten

Die Obsternte steht vor der Tür: An Bäumen mit gelben Bändeln darf in Hechingen geerntet werden.
VdF/Angela Hammer„Afterberglen” nannte man früher die Nachlese von Obst und Feldfrüchten, die vom Eigentümer nicht geerntet worden waren. Meist ab einem bestimmten Termin im Oktober konnte jedermann die Früchte ernten, ohne dass es sich um Mundraub handelte.
Diese Tradition hat die Stadt Hechingen vergangenes Jahr aufgegriffen und gelbe „Bändel” beschafft sowie ein Plakat anfertigen lassen, die die Eigentümer von Obstbäumen an dieselben hängen können und damit anzeigen: Dieses Obst darf geerntet werden.
Die Plakate, die auf der Rückseite die Verhaltensregeln für das Obstsammeln enthalten, und die gelben Bändel zum Markieren der einzelnen Bäume sind ab sofort wieder bei den Ortschaftsverwaltungen und an der Pforte des Rathauses in Hechingen erhältlich. Wer „afterberglen” will, sollte sich an die folgenden Regeln halten:
Geerntet werden darf ausschließlich von Bäumen und Sträuchern, die ein gelbes Band tragen; wer erntet, sollte behutsam mit den Obstbäumen umgehen und das Eigentum anderer respektieren; geerntet werden darf nur, was in Reichweite hängt oder vom Boden aufgelesen werden kann.
Nur so viel ernten wie verbraucht werden kann
Hilfsmittel, insbesondere Leitern, sind tabu; beim Betreten der Obstwiesen ist auf Gefahrenstellen wie Bodenunebenheiten, herumliegende Äste oder abgebrochenes Totholz in den Bäumen zu achten.
Geerntet werden soll laut Pressemitteilung auch nur so viel, wie tatsächlich verbraucht werden kann.
Späte Apfelsorten tragen gut
Die Hoffnung auf eine gute Ernte besteht: „Vor allem die spät blühenden Apfelsorten tragen gut, weil sie vom Frost verschont geblieben sind”, weiß Obstbauexperte Markus Zehnder aus dem Landratsamt.
Und: Wer die Aktion unterstützt, tut nebenbei Gutes. Zum einen können sich Mitbürger mit gesundem Bio-Obst versorgen, zum anderen ist es wichtig, den Streuobstbau zu fördern, denn das schwäbische „Streuobstparadies” könne seine ökologische Bedeutung auf Dauer nur durch die Bewirtschaftung der Obstwiesen bewahren.