Hechingen: "Nichts ist wichtiger als die Familie"

Mutter Clementina und Vater Bruno wollen künftig mehr Zeit mit der Familie verbringen. Darüber freut sich auch Sohn Stefano (rechts). Foto: Schwager
Schwarzwälder-BoteVon Karl Schwager
Hechingen. Die Kinder gehen aus dem Haus. Die Eltern auch. Wo gibt es denn so was? Im Land, wo die Zitronen blühen und manchmal auch hierzulande: "Nichts ist wichtiger als die Familie", meint das Hechinger Gastronomen-Ehepaar Zarrella.
Die Möbelpacker sind bereits bestellt. Die Eltern wollen in Köln, der Wahlheimat ihres berühmten Sohns Giovanni Zarrella, mit der Familie einen Neubeginn wagen.
Zur Frühstückszeit ist es noch leer in der Hechinger Trattoria "Casa Mia". Wie immer zu dieser Zeit platziert der italienische Gastronom Bruno Zarrella auf Hochglanz poliertes Besteck und frische Servietten auf den Tischen, bevor die ersten Gäste kommen. Seit 40 Jahren gehört die gehobene italienische Küche des gebürtigen Römers zur Zollernstadt wie der Eiffelturm nach Paris. Als Inhaber der Zoller-Stuben und später dann des "Schwanen" servierte er seine herzhaften italienischen Gerichte und Spezialitäten.
Vor 14 Jahren übernahm er schließlich das "Casa Mia" und serviert seitdem in seiner gemütlichen kleinen Trattoria anders als üblich auch Pizza und Pasta. Zur Freude seiner vielen Stammgäste, die seiner guten Küche wegen selbst Anreisen aus Tübingen und Albstadt nicht scheuen. Ohne Zweifel: Der sympathische Zarrella kann es mit seinen Gästen. Stets hat er Zeit für ein Späßchen oder ein Pläuschchen – zuweilen auch als Seelentröster.
Am 11. September wird er sich allerdings das letzte Mal um seine Gäste kümmern. Die Möbelpacker sind bereits bestellt, und mit Donato di Pasquale ist bereits ein neuer Chef fürs "Casa Mia" gefunden.
Die Zarrellas verlassen die Zollernstadt und ziehen in die Wahlheimat ihrer drei mittlerweile erwachsenen Kinder. "Für uns gibt es nichts Wichtigeres als die Familie. Wir möchten in der Nähe unserer Kinder leben", bringen es Bruno Zarrella und seine Frau Clementina auf den Punkt.
Ein wenig Nostalgie schwingt mit: "Kein leichter Abschied von einer Stadt, die es viele Jahrzehnte gut mit uns meinte und nicht zuletzt auch von vielen Freunden, Bekannten und unseren treuen Stammgästen", beteuern die Zarrellas.
Ein Ruhestand kommt für sie noch lange nicht in Frage: Auch in der rheinischen Metropole werde man mit italienischer Küche aufwarten. Mitten im Herzen Kölns, in bester Lage am Hohenzollernring, wollen sie künftig die Nachtschwärmer der Stadt bewirten.
Auch in Sachen Wohnung werden sich die Zarrellas wohl kaum verschlechtern. Ihre neue Wohnung im Kölner Stadtteil Rodenkirchen ist geräumig und gehört zur gehobenen Preisklasse. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnt der Comedian Oliver Pocher – einer von vielen Freunden des mittlerweile in der Unterhaltungsbranche überaus erfolgreichen Giovanni Zarrella.