Fünfte Jahreszeit
: Das sind die Eindrücke vom Auftakt der Fasnet in Bisingen

Traditionell haben die Bisinger Narrenzünfte die fünfte Jahreszeit eingeläutet. Wir haben einige Eindrücke vom Auftakt an Dreikönig zusammengefasst.
Von
Jörg Wahl
Oberndorf
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Auch die Bisinger Nichthuldiger haben an Dreikönig die Fasnet 2026 eröffnet.

Wahl

Zum Beginn der schwäbisch-alemannischen Fasnet haben sich am Dreikönigsabend die Bisinger Narrenzünfte in der Ortsmitte getroffen. Vorausgegangen war das Abstauben von Masken und Häs, das „Häs ausschittla“ und „Häs auslüften“ beziehungsweise das „Besawezza“. Auch in Thanheim und Wessingen nahmen sich die Maurochen und Gempleswatter diesem Brauch an.

Sternförmig in origineller Aufmachung und mit lodernden Fackeln marschierten die Nichthuldiger und Kirchamäus am Abend auf den von der Feuerwehr ausgeleuchteten Marktplatz und stellten sich im Kreis um den Nichthuldiger-Brunnen. Die Zeremonie verfolgte eine große Anzahl an Besuchern, unter anderem auch Bürgermeister Roman Waizenegger, Vize-Präsident Thorsten Spörl vom Narrenfreundschaftsring Zollernalb sowie zwei Delegierte vom Präsidium des Freundschaftsrings Neckar-Gäu.

Maustanz und Narrenmarsch

Die Lumpenkapelle „Daagdieab“ verstand es, auf dem Marktplatz einzuheizen. Mit dem Narrenrat beim Nichthuldigerbrunnen stehend verkündete Narrenvater Jonas Ott lautstark: „d’Fasnet fiart jeatzt wieder s’Woat“ mit Unterstützung der Gruppensprecher. Vier Kirchenmäuse präsentierten unter Regie von Hans-Peter Bosch den Maustanz zum Narrenmarsch.

Große Mühe hatten anschließend vier Nichthuldiger beim Einzug vom Wedelweible auf dem Ochsenkarren. Dieses zerrte so lange an den Stricken, bis es frei kam und ihre Bewacher in die Nacht entkommen konnten.

Außerdem mussten sich die Nichthuldiger mit dem „Hanga Goascht“ rumplagen, der sich auf dem Ochsenkarren schwer machte. Die „Bisenger Daagdieab Lompa“ trumpften mit dem Bisinger Narrenmarsch „Humor ihr Bisinger Schwoba“ und weiteren Fasnets- und Lumpenliedle auf, wozu die Narren im Kreis mit ihren brennenden Fackeln auf dem Marktplatz tanzten. Im Anschluss sorgte die Butzenzunft mit Oberbutz Michael Müller mit ihrem furchteinflößenden Pestschauspiel zur Entstehung ihrer Zunft für einen weiteren Höhepunkt.

Als Moderatorin bewies sich Beatrice Stengel und an der Technik führte Betty Böhm Regie. Zurückversetzt ins Mittelalter belebten einige Kanoniere den Marktplatz als plötzlich mehrere jammernde und krank geplagte blasse Gestalten auftauchten. Der herbeigerufene Medico stellte bei ihnen die Pest fest, ließ die Erkrankten zunächst Lebertran trinken und hüllte die Szene in Rauch.

Pestschauspiel wird aufgeführt

Er rief die kostümierten Butzen zur Hilfe, um der Pest ein Ende zu bereiten. Diese kamen in großen Scharen aus allen Himmelsrichtungen auf den Marktplatz, kreisten die pestgeplagten fünf Kranken ein, verfrachteten sie auf den mitgebrachten Ochsenkarren und schafften diese unter Aufsicht aus dem Flecken.

Bei Getränken aus dem Butzenwagen verfolgte eine beachtliche Zahl an Zuschauern die nächtliche Veranstaltung und ließ sich durch die närrische Musik der Lumpenkapelle auf die Fasnet einstimmen. Im Züchterheim setzten die Narren ihre Festlichkeiten fort. Neben dem Wurstsalatessen oblag es den „Daagdieab Lompa“ musikalisch Stimmung zu machen. Währenddessen absolvierten im Sportheim Kuhloch die Bisinger Hexen ihr traditionelles „Besawezza“ und das „Häs ausschittla“.

Bereits am Mittag traf sich der Narrenrat der Bisinger Nichthuldiger und Kirchamäus zum Mittagessen im Gasthaus Rose. Dort teilten sich die Verantwortlichen auf, um ihre Mitglieder zu besuchen. Dabei galt es im Dialog erstmal die gegenseitigen Sprüche aufzusagen, bevor es an die Häs- und Utensilienkontrolle ging. Nach kurzem Umtrunk zogen die Gruppen jeweils weiter zum nächsten Mitglied. Ein gelungener Fasnetsauftakt in Bisingen.

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