Fahrer schwer verletzt: Güterzug erfasst Auto in Rangendingen
Rangendingen - Die Scheibe zertrümmert, der Kleinwagen demoliert, der Fahrer schwer verletzt: Um das Wrack herum die Polizei bei der Beweisaufnahme. Feuerwehr und Rotes Kreuz sind vor Ort. Wenig zuvor war der Kleinwagen mit einem Güterzug am Bahnübergang Fabrikstraße bei Tubex zusammengestoßen, verkeilte sich in die Lok, die ihn etwa 90 Meter Richtung Haigerloch mitschleifte.
Großeinsatz für Feuerwehr
Zur Unfallursache teilt die Polizei am Donnerstagnachmittag mit, dass der 62-jährige Fahrer gegen 9.45 Uhr bei Rot den unbeschrankten Bahnübergang von der Gartenstraße kommend passierte. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot vor Ort: 18 Angehörige der Feuerwehr Rangendingen und drei Mann aus Hechingen sind im Einsatz gewesen. Sie retteten den 62-Jährigen aus dem Wrack und ermöglichten damit eine notärztliche Erstversorgung.
Klar geworden ist darauf, dass sich der Fahrer schwere, aber keine lebensbedrohlichen Verletzungen zugezogen hatte. Ein Hubschrauber brachte den Mann in eine Klinik. Der Hubschrauber landete auf der Hechinger Straße und startete dort gegen 10.40 Uhr. Im Zug befanden sich zwei Lokführer im Alter von 20 und 21 Jahren. Sie blieben körperlich unverletzt, standen jedoch unter Schock.
Durchfahrt lange gesperrt
Nach dem Unfall war die Ortsdurchfahrt bis gegen 13.30 Uhr gesperrt. Die Zugstrecke konnte ebenfalls nicht mehr befahren werden. Die Bergung des Autos gestaltete sich schwierig, weil es sich mit dem Zug verkeilt hatte. Und die Lok musste ebenfalls abgeschleppt werden. Der Schaden beläuft sich einer ersten Schätzung nach auf etwa 10 000 Euro.
Waggons sind leer
Der Verletzte hatte derweil noch Glück im Unglück: Wie der Mitarbeiter einer Service-Firma, die die Bahnübergänge wartet, berichtet, sei der Zug leer gewesen. Voll beladene Waggons hätten den Bremsweg vermutlich viermal länger gemacht, so seine Einschätzung. In diesem Fall hätte der Fahrer wohl keine Chance mehr gehabt. Das Auto wäre an der Lok in eine Drehbewegung gekommen, die den Fahrer hätte zerquetschen können. Augenscheinlich ist am Auto dahingegen vor allem die Beifahrerseite demoliert.
Nicht beschrankt
Unfälle an den Bahnübergängen der Eyachtalbahn kommen zwar überaus selten vor, doch generell ist auch die Gefahr dort groß: Inwieweit Bahnübergänge gesichert werden, hängt von der Bahnstrecke, Geschwindigkeit der Züge und dem Verkehrsaufkommen der kreuzenden Straße ab. Laut Gesetz sind an eingleisigen Nebenstrecken, die mit Geschwindigkeiten von maximal 80 Stundenkilometern befahren werden, nicht technisch gesicherte Bahnübergänge zulässig – genau dieser Fall gilt für den Bahnübergang an der Fabrikstraße. Dort machen Andreaskreuz und Lichtsignale auf Züge aufmerksam.






