Eiscafé in Bisingen
: Wie es dem Eiscafé Rialto nach dem Hochwasser geht

Durch das Hochwasser im vergangenen Jahr wurde das Eiscafé Rialto stark beschädigt. Nun kreiert Eismann Michele schon wieder neue Eissorten: So geht es dem Team heute.
Von
Alissa Rütschle
Oberndorf
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Marina Dal Pont hinter der Eistheke

Rütschle

Aquavera – Eis aus Kokosnusswasser und Aloe Vera, ganz ohne Zuckerzusatz. Das ist eine der neusten Kreationen von Eismann Michele aus dem Eiscafé Rialto in Bisingen. Auch Menschen mit Diabetes, Laktoseintoleranz, einer veganen oder proteinreichen Ernährung kommen hier auf ihre Kosten. „Manche Kunden weinen vor Freude, weil sie nach Jahren des Verzichts aufgrund von Unverträglichkeiten wieder ein Spaghetti-Eis essen können“, sagt Marina Dal Pont.

Lange Schlagen vor der Eistheke

Während sich ihr Mann Michele vor allem um die hauseigene Eisproduktion kümmert, leitet Marina den Verkauf. Unterstützt wird das Ehepaar von zwei Angestellten – und die sind auch nötig: Der Andrang im Rialto ist oft groß. Neben dem Eiscafé in der Bisinger Hauptstraße bietet Michele noch einen Catering-Service an. Dieser werde von Unternehmen aus dem weiteren Umkreis gebucht, die ihren Mitarbeitern eine Freude machen wollten, erklärt Michele.

Eismann Michele mischt die Zutaten für das Eis

Foto: Rütschle

Nicht selten verkaufe Marina bis 23 Uhr noch Eiskugeln – obwohl laut Website bereits um 21.30 Uhr Schluss sein sollte. Oft ist der Ansturm an Kunden in den Abendstunden so groß, dass das Rialto länger geöffnet bleibt. Das sei auf Dauer natürlich anstrengend, doch das halte sie nicht davon ab. „Mir macht der Kontakt zu den Kunden Spaß“, sagt Marina Dal Pont. Während der Hitzewelle in der vergangenen Woche sei das Rialto mittags weniger besucht gewesen. Doch auch an diesen heißen Tagen habe am Abend wieder viel Betrieb geherrscht.

Wie es nach dem Hochwasser weiter geht

Dennoch sei das Eiscafé Rialto nach wie vor in einer Art Notbetrieb: nach dem Hochwasser im Mai 2024 musste das Rialto umfangreich renoviert werden. Die Verkaufstheke wurde um einige Meter nach vorn versetzt, um hinter ihr Platz für die Eisproduktion zu schaffen. Dafür mussten die bisherigen Sitzplätze im Innenbereich weichen. In diesem Zuge wurde dem Team laut Michele bei der Wiedereröffnung versichert, dass im Außenbereich eine Terrassenüberdachung mit integriertem Hochwasserschutz gebaut werden könne, damit das Eiscafé nicht von gutem Wetter abhängig bleibe. „Sonst hätte ich den Standort gewechselt“ sagt Eismann Michele.

Eismann Michele an der Eismaschine

Foto: Rütschle

Auch viele der eingegangenen Spenden für die Renovierungsarbeiten wären für eine solche Überdachung eingeplant gewesen. Es verging anschließend über ein Jahr Zeit, in dem das Team vom Rialto davon ausging, dass eine Terrassenüberdachung möglich sei, so Michele. Doch anders als von ihm erwartet, wurde das Baugesuch vom Bisinger Gemeinderat aus verschiedenen Gründen abgelehnt. Das Ehepaar wolle dem Gemeinderat nochmal eine überarbeitete und detailliertere Version des Baugesuchs vorlegen, um mögliche Missverständnisse auszuräumen. Ein neuer Verhandlungstermin stehe derzeit noch nicht fest. Michele und Marina Dal Pont hoffen jedoch, dass ihre Gäste bald auch bei schlechtem Wetter eine überdachte Terrasse nutzen können.

Die Kür der Lieblingssorte

Isst man selbst noch Eis, wenn man es den ganzen Tag herstellt und verkauft? „Wenn man das alles selbst macht, muss es auch schmecken“, sagt Michele. Seine Frau Marina sei für die Qualitätskontrolle verantwortlich. Jede Woche kürt Marina ihre persönliche Lieblingssorte, die sie den Gästen besonders empfehle. In dieser Woche sei das Joghurteis mit Marzipan und Mohn.

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