Einrichtung in Rumänien
: So ist das Leben in der von Hechingern unterstützten „Casa Hohenzollern“

Um Kindern ohne Eltern betreuen zu können, spendeten Hechinger Bürger vor mehr als 25 Jahren für ein Haus in Rumänien. Dort werden immer wieder neue Kinder und Jugendliche beherbergt. Ein Mitglied des Hechinger Hilfsvereins „Kinderhilfe Rumänien“ war vor Ort.
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(red/pm)
Oberndorf
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Beim Mittagessen in der „Casa Hohenzollern“ in Carani sitzen die Pflegeeltern und die von ihnen betreuten Kinder und Jugendlichen zusammen an einem Tisch.

Kirchmann

Vor mehr als 25 Jahren konnte durch eine vorweihnachtliche Spende von Hechinger Bürgern eine Immobilie als ein weiteres Familienhaus im Kreis Timis (Temeswar) im rumänischen Carani (Mercydorf) erworben werden, die bis heute ununterbrochen Kinder ohne Eltern beherbergt.

Die erste gründliche Renovierung verantwortete damals der örtliche orthodoxe Priester. Der Anfang gestaltete sich als eine kleine Katastrophe: Es zogen mehrere Straßenkinder unter Leitung des Priesters ein, die in kurzer Zeit das Dorf in Aufruhr versetzten.

Pflegeeltern und Bewohner wechselten immer wieder

Der professionellere Neustart erfolgte wenig später unter besseren Bedingungen und unter Leitung eines verantwortungsvollen Ehepaars als Pflegeeltern, die mehrere Jahre lang Kinder aus staatlichen Kinderheimen liebevoll Tag und Nacht betreuten.

Die Kinderschutzbehörde in Temeswar/Timisoara übernahm eine Mitverantwortung und die Bezahlung der Gehälter. Im Laufe der Jahre wechselten die Pflegeeltern und auch die Bewohner des Hauses. Heute leben in diesem Familienhaus insgesamt fünf Jungen zwischen zehn und 19 Jahren, die je nach Alter verschiedene Schulen in Timisoara oder im Ort besuchen.

Als Edith Kirchmann von der „Kinderhilfe Rumänien“ vor Kurzem alle zehn Einrichtungen der rumänischen Stiftung in drei Kreisen besuchte, war sie auch zu Gast im „Casa Hohenzollern“. Bei Temperaturen um die 40 Grad hielt man sich im Hause auf. Die Jugend spielte gerade Karten und Schach. Die Kinder haben Ferien. Die Pflegeeltern Mirela und Petre wirken wie immer entspannt. Alle Schützlinge wurden erfolgreich mit guten Noten versetzt. Der Älteste hat die Schule mit Ausbildung abgeschlossen und bereits ein Anstellung gefunden. Er wird zu seinem Bruder ziehen, der im gleichen Ort eine kleine Wohnung hat.

Die Nachfrage nach Plätzen ist groß

Um Nachzügler braucht man sich keine Sorgen zu machen, es werden dringend Plätze für sogenannte institutionelle Kinder gesucht, wie es von Seiten der Kinderhilfe heißt. Und dann gibt es noch den Petrisor, 34 Jahre alt, der seit 20 Jahren in diesem Haus lebt und selbstverständlich mitversorgt wird.

Der junge Mann kam damals aus einer psychiatrischen Einrichtung und wurde als behindert eingestuft. Eine Schule hat er nie besucht. Petrisor bezieht eine kleine Rente und hilft, wo er kann, nebenbei auch in der nahen Kirche. Der große Garten vor Ort wird seit Längerem nicht mehr gepflegt. Es fehlen Zeit und Interesse. An der Straßenecke ist ein kleiner Supermarkt entstanden, der alles Notwendige liefert.

Die damalige Spende der Hechinger Bürger hat laut Kirchmann reiche Früchte getragen und so ist die Hoffnung bei der Kinderhilfe Rumänien groß, dass dort weiterhin Kinder versorgt werden können.

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