Burladingen
: Sie war der Mittelpunkt der Trigema-Familie

Nachruf: Änne Grupp mit 95 Jahren gestorben / Mit Heimatstadt eng verbunden
Von
Schwarzwälder-Bote
Oberndorf
Jetzt in der App anhören

Änne Gruppe wurde stolze 95 Jahre alt. Foto: privat

Schwarzwälder-Bote

Buraldingen (eri). Die Matriarchin der Trigema-Familie und der Belegschaft, Änne Grupp, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Ihr Vater Josef Mayer hatte 1919 die Trikotwarenfabriken Gebrüder Mayer, heute Trigema, in Burladingen gegründet.

Der Rosenkranz für Änne Grupp wird am Mittwoch, 30. März, ab 13 Uhr in der Fideliskirche gebetet, anschließend finden der Trauergottesdienst und die Beerdigung statt. Änne Grupp wurde 1920 als Tochter von Katharina Mayer, geborene Müller, und Josef Mayer in Tübingen geboren. Sie besuchte die Volksschule in Burladingen und später die höhere Mädchenschule in Lindau. Danach vervollständigte sie ihre Sprachkenntnisse im Internat am Genfer See und mit einem mehrmonatigen Aufenthalt in England.

Am 3. Juli 1939 heiratete sie Franz Grupp und wurde Mutter dreier Kinder. Im Jahre 1989 feierte sie mit ihrem Mann das Fest der Goldenen Hochzeit. Als Franz Grupp schwer erkrankte, pflegte sie ihn aufopferungsvoll bis zu seinem Tode im Jahr 2003.

Mit ihrer Heimatstadt Burladingen war Änne Grupp stets sehr verbunden und pflegte bis ins hohe Alter engen Kontakt mit vielen Burladinger Bürgern. Sie begleitete den Werdegang der Firmen Trigema und Plastro Mayer mit großem Interesse und ließ es sich nicht nehmen, stets an allen Jubilarehrungen und Firmenfeiern teilzunehmen. Bis Mitte der 80er-Jahre hielt sie gemeinsam mit ihrer Schwester Maja Graf die alte Tradition des "Weisens", den Besuch bei der Familie eines Neugeborenen, in Burladingen aufrecht.

Während der Besatzungszeit der Franzosen in Burladingen konnte sie ihre französischen Sprachkenntnisse unter Beweis stellen und beherbergte in ihrem Haus eine französische Generalsfamilie, mit der sie auch nach Abzug der Alliierten freundschaftlich eng verbunden blieb. Mit ihrer feinfühligen Art, so berichten Zeitzeugen, konnte sie damals viele Probleme auch für die Firma Gebr. Mayer regeln. Neben ihren Aufgaben als Gesellschafterin der Firmen Trigema und Plastro Mayer war sie jedoch vor allem Mutter, Schwiegermutter, Großmutter und Urgroßmutter. Sie war stets der Mittelpunkt ihrer Familie. Immer hatte sie ein offenes Ohr für alle Anliegen und versuchte, allen ein Zuhause zu geben. Während der Krankheit ihres Mannes verzagte sie nie, fand immer Halt in ihrer Familie und vor allem in ihrem Glauben. Nach längerer Krankheit durfte sie nun im 96. Lebensjahr im Kreise ihrer Familie mit den Sterbesakramenten friedlich einschlafen. Ein Kondolenzbuch liegt ab Dienstag, 29. März, ab 12 Uhr in der Aussegnungshalle der St.-Fideliskirche auf.

ZAK News
Montag - Freitag um 7.00 Uhr
Alles Wichtige aus dem Zollernalbkreis Montag bis Samstag im kompakten Überblick.