Bisinger Schüler zeigen Solidarität
: Spendenlauf für Anastasia Feth – Mutter ist tief berührt

Über 400 Schüler, teils auch Lehrer und Eltern, haben den Spendenlauf für Anastasia Feth zu einem Erfolg gemacht. Ziel ist es, der Jugendlichen eine Delfin-Therapie zu ermöglichen.
Von
Benjamin Roth
Oberndorf
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Los geht’s: Die Kita-Kinder machten beim Spendenlauf für Anastasia am Bisinger Schulzentrum den Anfang.

Roth

Das Schicksal von Anastasia Feth berührt die Menschen in Bisingen. Die 16-Jährige wurde mit dem Angelmann-Syndrom geboren, eine seltene genetische Erkrankung, die sich unter anderem in geistiger und körperlicher Behinderung, Entwicklungsverzögerungen, einer stark reduzierten Sprachentwicklung sowie Hyperaktivität äußert. Dazu bekam Anastasia vor acht Jahren die Diagnose Schilddrüsenkrebs – ein weiterer Schlag für die Familie.

Um die Krankheit zu verarbeiten und das Wohlempfinden der Jugendlichen zu stärken, kämpft ihre Mutter Olga Feth für eine weitere Delfin-Therapie für ihre Tochter. Diese ist aber teuer, die Krankenkasse kommt nicht für die Kosten auf. Daher hat Olga Feth im April einen Spendenaufruf gestartet. „Die Resonanz hat uns überwältigt“, betont sie.

Um das Vorhaben der Familie zu unterstützen, haben am Freitagmittag Schüler, Lehrer und Eltern der Bisinger Schulen noch einen draufgesetzt. Mit einem Spendenlauf, ursprünglich initiiert von der Realschule in Person der Verbindungslehrer Kevin Büttner und Marcus Sauter samt Schulleitung und SMV, zeigten mehr als 400 Teilnehmer Solidarität mit Anastasia. Bereits lange vor dem Startschuss herrschte Hochbetrieb auf dem Schulgelände; eine 200 Meter und eine 400 Meter lange Runde waren abgesteckt.

Der Schirmherr des Laufs, Bürgermeister Roman Waizenegger, zeigte sich bei der Begrüßung der Läufer sprachlos, und das sei er selten, wie mit einem breiten Grinsen betonte. Das so viele Schüler am Lauf teilnehmen, zeige, dass die Bisinger Gemeinschaft zusammenhalte, wenn es darauf ankomme.

Bürgermeister Waizenegger ist sprachlos

Die Gemeinde lobte für die Läufer mit den meisten Runden in den jeweiligen Altersklassen Preise – für Platz 1 und 2 gab es Kino-, für Platz 3 und 4 Eis-Gutscheine – aus. Die Grundschüler werden mit Gummibärchen belohnt.

„Spenden schenken Hoffnung“

Mit dabei war natürlich auch Anastasia mit ihrer Mutter Olga Feth sowie ihren Geschwistern Alina und Alexander. Letzterer durfte gar den Lauf mit der Startklappe eröffnen. Olga Feth richtete sich mit einem großen Dank an die Teilnehmer: „Spenden schenken Hoffnung“, sagt sie.

In rund zwei Wochen geht es für Anastasia nach Curaçao, eine niederländische Insel in der Karibik. Dort wird die 16-Jährige eine weitere Delfin-Therapie absolvieren. Die Angehörigen reisen zur Unterstützung mit. Das Geld kann ob der weiten Reise und des dortigen Aufenthalts gut gebraucht werden.

Delfin-Therapie zeigt Wirkung

Bereits vor vier Jahren war Anastasia für eine Delfin-Therapie in der Karibik. „Sie hat dadurch neue Entwicklungsschritte gemacht, die Therapie hat ihr gutgetan“, sagt Olga Feth. Die Hoffnung auf einen erneuten Erfolg ist groß. Sie zeigte sich abermals gerührt von der Anteilnahme der Bisinger. „Jeder Betrag ist wichtig.“

Und kaum waren die letzten Worte gesprochen, gingen zunächst die Kindergartenkinder und dann die Schüler auf die Runde, auch Eltern und Lehrer mischten sich unter das Läuferfeld. Beteiligt waren neben der Realschule auch die Grundschule, die Astrid-Lindgren-Schule und die Kita Humboldt sowie Rappelkiste. Gespendet wurde nicht auf Basis der absolvierten Runden, sondern pauschal in Spendenkassen. Welcher Spendenbetrag zusammengekommen ist, konnte am Freitag noch nicht gesagt werden.

Für die fleißigen Rundensammler gab es, je nach Rundenzahl, entsprechende Urkunden. Klar war aber schon vor dem Start: Der Spendenlauf an sich war ein riesiger Erfolg, die größte Gewinnerin Anastasia.

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