Bat-Night in Haigerloch
: Wenn es dunkel wird, schlägt ihre Stunde

Es ist oft nur ein Schatten, den man in der Dämmerung in den Augenwinkeln wahrnimmt. Wenn man in Haigerloch lebt, könnte das vermutlich eine Fledermaus gewesen sein.
Von
Thomas Kost
Oberndorf
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Fledermäuse faszinieren die Menschen von Alters her. Entdecken kann man ihre Welt bei der „Bat-Night“ am Samstag.

Klaus Bogon/dpa

In ihre Lebenswelt kann man am Samstag, 30. August, im Rahmen der 24. Internationalen Fledermausnacht eintauchen.

Die „Bat-Night“ findet deshalb Ende August statt, weil viele Arten der wendigen Flugakrobaten in dieser Zeit besonders aktiv und deshalb gut zu beobachten sind. Bat-Nights gibt es weltweit in 38 Ländern, in Deutschland organisiert der NABU sie mit zahlreichen Veranstaltungen.

Ihr Zweck: Menschen sollen mehr über die Lebensräume, Lebensweisen und Bedeutung von Fledermäusen erfahren, denn die Fledertiere sind bedroht. In der modernen Gesellschaft gibt es kaum noch geschützte Rückzugsräume für sie. Allein von den 25 laut NABU in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind vier akut vom Aussterben bedroht. Drei Arten gelten als stark gefährdet und weitere fünf Arten sind als gefährdet eingestuft.

In der Nikolauskirche lebt eine riesige Kolonie Großer Mausohren

Was Fledermäuse betrifft, so spielt Haigerloch in der Champions League. Allein in der Nikolauskirche in der Unterstadt lebt unter dem Dach eine riesige Kolonie von Großen Mausohren.

Christian Dietz, ein europaweit anerkannter Fledermausexperte aus Weildorf, schätzt ihre Zahl auf rund 2200 Flugsäuger (Weibchen und Jungtiere). Sie sorgen in einer Saison für mehr als 320 000 Starts und Landungen – das ist in etwa so viel wie auf dem Flughafen in München. Fledermäuse spielen auch in der traditionellen Haigerlocher Fasnet als Figur eine wichtige Rolle.

Kuschelig eng geht’s unter dem Dach der Nikolauskirche zu.

Foto: NABU/Fuchs

Entdeckungstour mit NABU-Experte

Die Welt der Fledermäuse entdecken kann man am kommenden Samstag gemeinsam mit Jörg-Andreas Reihle von der NABU-AG Fledermausschutz. Der erfahrene Fledermauskenner wird allerlei Interessantes über die nachtaktiven Säugetiere erzählen und dabei besonders auf Fragen von Kinder eingehen.

Mit Hilfe von Bat-Detektoren werden an verschiedenen Stellen in der Unterstadt und an der Eyach ihre Jagd- und Orientierungslaute hörbar gemacht. Die Führung dauert etwa zwei Stunden. Taschenlampen, schnakendichte Kleidung und festes Schuhwerk werden empfohlen.

Info

Bei anhaltendem Regen
entfällt die Veranstaltung. Ob das der Fall ist, erfährt man über das Info-Telefon 0172/7 16 00 30.

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