Ausstellung ab 9. Mai geöffnet: Duckomenta im Hohenzollerischen Landesmuseum

Fürs Foto stellt David Hendel, Leiter des Hohenzollerischen Landesmuseums in Hechingen, die pinke Ente mit gelbem Schnabel auf dem Rahmen ab, der Duckstein ziert. Rechts daneben ein Bild von Karl Lagerfeld mit Schnabel.
KauffmannDavid Hendel, Leiter des Hohenzollerischen Landesmuseums, hat derzeit eine Reihe von Medienanfragen zu beantworten. Für ein Interview mit dem SWR-Radio steht er am Donnerstagvormittag zwischen Bildern mit Modeschöpfer Karl Lagerfeld und Albert Einstein, die beide einen Entenschnabel haben, Einstein streckt sogar die Zunge raus. Und mittendrin Hendel mit pinker Quietscheente in der Hand. Die Szene zeigt: Die Ausstellung hat Humor – und der Museumsleiter auch. Nicht umsonst ist die Wanderausstellung höchst erfolgreich: Seit 1986 haben mehr als zwei Millionen Menschen die Bilder gesehen.
Die Duckomenta ist eine zweifache Parodie: Zum einen nimmt der Name Bezug auf die „Documenta“, die weltweit bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst. Zum anderen werden Bilder und Plastiken gezeigt, die im Stil der Zeichentrickfigur Donald Duck Kunstwerke historischer Künstler nachahmen. Was Museumsleiter Hendel ins Hohenzollerische Landesmuseum geholt hat, ist nicht nur Kunst, sondern auch Humor.
Doch vor der Ausstellung steht Arbeit, die auch mal schweißtreibend sein konnte. Kabelbinder und Handschuhe liegen am Donnerstag auf einem Tisch im Hohenzollerischen Landesmuseum: Bis zuletzt haben Hendel und sein Team an der Ausstellung gearbeitet. Am Abend findet die große Eröffnung statt. Etliche neue Schnüre und Bilderschienen habe er verlegt. „Bis auf die letzte Lampe habe ich alles ausgereizt“, berichtet Hendel. Nun sind 450 Werke an Ort und Stelle. Die Besucher können kommen.
Für einen „großen Kreis von Besuchern gedacht“
Hendel über die „Duckomenta“: „Das Besondere ist, dass die Ausstellung für einen großen Kreis von Besuchern gedacht ist“, sie soll für Lachen sorgen, Kunst und Kultur in den Fokus rücken, zumal man die Ausstellung auch ganz ohne Vorkenntnisse besuchen kann. Bewusst oder unbewusst, man weiß es nicht, erzeugt das Museumsteam noch einen ganz anderen Effekt.
Alte und neue Werke vermischen sich
Ein Teil der Dauerausstellung ist nach wie vor im Hohenzollerischen Landesmuseum zu sehen. So vermischen sich quasi alte Werke aus dem Mittelalter mit den neuen Enten-Bildern. Da muss man schon ganz genau hinschauen. Es ist verblüffend: Manch ein Werk der Duckomenta könnte man auf den ersten Blick für eines der historischen Stücke halten. Hendel: „Das ist ja das Interessante.“ Rechts eine Holzstatue des Heiligen Theodul von 1500, links Bischof Ansgar mit Ente. Die Ente sehen Betrachter auf den zweiten Blick – und vielleicht stimmt es ja doch nicht, dass der sprichwörtliche erste Eindruck entscheidet.
Man ertappt sich als Besucher dabei, die Werke, die bisher ausgestellt sind, ganz exakt zu betrachten, um die Enten zu entdecken. Das sorgt für kurzweilige Überraschungen. Ebenfalls überraschend: Ein gutes Dutzend Werke haben einen Bezug zum Hohenzollerischen. Hendel zeigt bei einem Rundgang vorab zum Beispiel die Freiheitsstatue mit Entenkopf, ein Hinweis auf das Irma-West-Fest.
Hendel sieht Ausstellung erstmals in Emden
Wie Hendel auf die Duckomenta gekommen ist? Bei einem Urlaub 2018 hatte er die Ausstellung in Emden gesehen. Das hat ihn so sehr begeistert, dass ihm sofort klar geworden ist: Diese Bilder müssen nach Hechingen.
Tatsächlich wollte er seinen Plan schon kurz darauf umsetzen: Der erste Versuch war 2019. Doch dann kam die Schließung der Corona-Pandemie jäh dazwischen. Ein Jammer. Dann der zweite Anlauf – und der hat geklappt. Hendel: „Wir können mit Stolz sagen, wir haben es mit langer Vorlaufzeit geschafft.“
Die Freude darüber steht ihm ins Gesicht geschrieben. Nun haben er, sein Team und die Besucher allen Grund zum Lachen, inmitten der humorvollsten Kunstausstellung Hechingens.
Die Ausstellung
Entensippe
Seit dem Jahr 1986 ist die Duckomenta in vielen Kunstmuseen zu Gast gewesen, oft mit Besucherrekorden. Auf der Internetseite der Duckomenta heißt es: „In amüsanter Weise gibt sie ein Stück globalisierter Kultur wieder, und eine Entensippe sind bei dieser Ausstellung die Akteure, die sich fast unbemerkt in die europäische, inzwischen auch außereuropäische Kultur geschlichen haben.“ Hinter den Werken steht das Berliner Künstlerkollektiv „interDuck“.
Öffnungszeiten
Das Hohenzollerische Landesmuseum ist geöffnet donnerstags von 14 Uhr bis 18 Uhr; freitags von 14 Uhr bis 17 Uhr; samstags und sonntags von 13 Uhr bis 17 Uhr. Die Ausstellung ist ab dem heutigen Freitag, 9. Mai, bis 30. November zu sehen.