Anselm Grün in Hechingen
: Bestseller-Autor und Benediktiner-Pater

Der bekannte Pater war beim Abend zum Thema „Wege zum inneren Frieden“ zu Gast.
Von
(pm/wus)
Oberndorf
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Anselm Grün

Daniel Karmann

„Wege zum inneren Frieden“ gibt es viele, dachten sich wohl die mehr als 400 Teilnehmer eines von Michael Hakenmüller unter diesem Titel organisierten Abends mit Anselm Grün. „Doch welche sind die richtigen ?“

Der Bestseller-Autor und Benediktiner-Pater wollte auch erklären, wie „Selbstwerdung statt Selbstoptimierung“ gelingt. Für den früheren Unternehmensberater Grün gilt es, vorbehaltslos aufeinander zuzugehen und dabei insgeheim seine eigenen Vorurteile zu überprüfen.

Dazu hat er Techniken entwickelt, welche innere Risse, zwischen negativem und positivem Selbstbild überwinden helfen sollen. Er greift dabei bevorzugt auf Jesu’ Gleichnisse zurück, deren Inhalte Grün nach Erkenntnis von Carl Gustav Jung, einem der wichtigsten Entwickler der Psycho- und Traumtherapie, als wiederkehrendes, archetypisches Geschehen im Menschen ansetzt.

Durch die richtigen Rückfragen kann der Pater bei seinen Kursteilnehmern Blockaden lösen, so dass diese selbst nach einem scheinbar verkorksten Leben doch noch eines führen, das ihrem wahren Selbst entspricht.

Sich selbst annehmen und umarmen

Ein weitere Technik, welche er „Ritual“ nennt, zeigte er am Ende seines etwa 45-minütigen, ohne Manuskript, manchmal mit zu leiser Stimme vorgetragenen Vortrags: Er ließ die Zuhörer aufstehen, die Arme vor ihrer Brust verschränken, um quasi sich selbst zu umarmen. Dann sprach der katholische Priester ein Gebet für diese und sich selbst, in dem er veranschaulichte, wie man ganz vertraut mit den Schwachstellen in sich selbst reden und diese annehmen kann, um für sich etwas Kreatives und Lebensbejahendes daraus zu machen.

Der bekannte Pater sprach vor rund 400 Zuhörern.

Foto: Michael Hakenmüller

So entspannt wollte Grün dann nur wenige Rückfragen aus dem Publikum zulassen. Er begab sich bald zum Büchertisch, wo er viele seiner neuen Buchpublikationen mit einem freundlichen Lächeln signierte und einigen seiner Fans auf deren Wunsch hin auch einen kurzen Segen spendete.

Gerne hätten sich diese noch weiter mit ihm unterhalten. Doch nach 15 Minuten eilte der rüstige Pater mit einem kurzen Handschlag durch den Seitenausgang davon und machte sich auf den Weg in seine Heimat, das 231 Kilometer entfernten Kloster Münsterschwarzach im bayrischen Unterfranken.

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