104. Geburtstag: Gertrud Kramer ist die älteste Hechingerin

Besuch auf dem Balkon (von links): Bürgermeister Philipp Hahn, die Jubilarin Gertrud Kramer und ihre Freundin, Lene Keller.
JauchÄlter ist kein Hechinger und keine Hechingerin: Am heutigen Freitag, 20. September, ist Gertrud Kramer 104 Jahre alt geworden. Die Seniorin lebt im Altenheim St. Elisabeth und betonte beim Besuch von Bürgermeister Philipp Hahn: „Es geht mir gut, ich habe keine Wehwehchen.” Allerdings: Das Gehör hat kräftig nachgelassen, das macht Gespräche leider schwierig.
Philipp Hahn wünschte Gertrud Kramer persönlich sowie im Namen der Stadt Hechingen und des Gemeinderates alles Gute zum Geburtstag; die Jubilarin freute sich über den Geschenkkorb der Stadt. Den Geburtstagsbesuch absolvierte Hahn gemeinsam mit Lene Keller, einer langjährigen Freundin, die regelmäßig bei Gertrud Kramer vorbeischaut.
Groß gefeiert wird am Sonntag
Groß gefeiert wird am Sonntag, wenn die Nichten und ihre Familien nach Hechingen kommen. Dann wird Gertrud Kramer sich ganz besonders schick für das Geburtstagsmenü in der Kupferpfanne machen. Schon ihr ganzes Leben legt die gelernte Kauffrau wert auf gepflegtes und modisches Erscheinen – und bis auf den heutigen Tag ist es ein morgendliches Ritual, die perfekte Kleidung herauszusuchen: „Alles muss zusammenpassen.” Dann steht auch einem begleiteten Spaziergang im Garten von St. Elisabeth nichts im Wege.
Geboren wurde Gertrud Kramer in eine angestammte Hechinger Familie: die Merkels. Als sie 1920 auf die Welt kam, da war der Erste Weltkrieg gerade mal vorbei; ihren 19. Geburtstag feierte sie, als der neue Krieg drei Wochen alt war. Zu diesem Zeitpunkt war Gertrud Kramer schon mit den Eltern nach Lahr gezogen, wo sie eine kaufmännische Ausbildung absolvierte.
Für die Rente zurück nach Hechingen gezogen
Früher hat Gertrud Kramer viel Sport getrieben, das hat sie jung gehalten. Später war es das gemeinsame Wandern mit Ihrem Ehemann Theo Kramer, den sie nach dem Krieg kennen lernte. Ihr Berufsleben hat die Kramers an viele Plätze in Baden-Württemberg geführt, lange Zeit wohnten sie in der Umgebung von Ludwigsburg.
1982, als die Rente anstand, entschied sich das Ehepaar, wieder nach Hechingen zu ziehen. Im Ehrenbergweg auf dem Stockoch hat das Ehepaar ein Haus gebaut, und eine der ersten Aktivitäten von Gertrud nach der Rückkehr in die Heimatstadt war die Anmeldung beim Turnverein Hechingen. Viel Freude hatte das Ehepaar an Aktivitäten mit dem großen Freundeskreis und bei Wanderaufenthalten im bayrischen Mittenwald, das zu einer zweiten Heimat wurde.
Theo Kramer starb leider früh, im Jahr 1990. Gertrud Kramer feierte ihren 100. Geburtstag noch im Eigenheim und versorgte sich selbst. 2021 ist sie ins „Elisabeth” gezogen, wo sie gern auf ihrem Balkon die Sonne genießt.